Pest, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pest · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Pest‹ als Erstglied: ↗Pestbakterie · ↗Pestbakterium · ↗Pestbeule · ↗Pesthauch · ↗Pestsäule · ↗pestartig
 ·  mit ›Pest‹ als Letztglied: ↗Beulenpest · ↗Hasenpest · ↗Hühnerpest · ↗Rinderpest · ↗Schweinepest · ↗Ölpest
 ·  mit ›Pest‹ als Grundform: ↗verpesten
eWDG, 1974

Bedeutung

epidemisch auftretende Infektionskrankheit, die hohes Fieber und eitrigen Hautausschlag hervorruft und oft tödlich verläuft, schwarzer Tod
Beispiele:
die Pest bricht aus, geht um, herrscht, wütet
der Pest entrinnen, zum Opfer fallen
an der Pest sterben
vor der Pest fliehen
jmdn. wie die Pest fliehen, meiden
jmdn., etw. wie die Pest (= sehr) fürchten, hassen
salopp er ist faul wie die Pest (= sehr faul)
salopp jmdm. die Pest an den Hals wünschen (= jmdm. alles Schlechte wünschen)
salopp hol's die Pest!, dass dich die Pest hole! (= Verwünschung)
salopp, abwertend etw. stinkt wie die Pest (= etw. stinkt scheußlich)
übertragen Seuche, Übel
Beispiele:
das Ungeziefer ist hier eine wahre Pest
ich hatte erkannt, daß der Krieg das Verhängnis Europas, die Pest der Menschheit ... ist. Über die Frage, wer den Krieg verschuldet hat, machte ich mir keine Gedanken [TollerSchriften36]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pest · Pestilenz
Pest f. verheerende, epidemisch auftretende, meist tödlich verlaufende Infektionskrankheit mit eitriger Anschwellung der Lymphknoten (Beulenpest). Lat. pestis ‘ansteckende Krankheit, Seuche’ bezeichnet im Spätlat. auch die oben genannte Epidemie und gilt in diesem Sinne in der medizin.-lat. Wissenschaftssprache. Daraus die Entlehnung Pest (16. Jh.). Im Dt. früher bezeugt ist gleichbed. Pestilenz f. spätmhd. pestilencie, pestilentz (14. Jh.), aus lat. pestilentia ‘ansteckende Krankheit, Seuche’, zu lat. pestilēns (Genitiv pestilentis) ‘verpestet, verseucht, ungesund’, einer Bildung zu lat. pestis. Übertragener Gebrauch ‘Verderben, Untergang, sich rasch verbreitende Gefahr’ seit 17. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beulenpest · Gottgeißel · Pest · Pestseuche · schwarzer Tod  ●  ↗Pestilenz  veraltet
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Cholera Diphtherie Erreger Gelbfieber Hals Hunger Hungersnot Lepra Malaria Milzbrand Phantasma Pocken Seuche Syphilis Tuberkulose Typhus Wüten braun dahinraffen einschleppen entvölkern grassieren grassierend hassen heimsuchen hinwegraffen meiden stinken wüten Überträger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pest‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Millionen Toten durch die braune Pest im vergangenen Jahrhundert sind für sie nichts.
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2002
Während der nächsten 50 Jahre bricht die Pest immer wieder aus.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 83
Aber auf sie hatte, gleich nach der Flucht, vielleicht noch jemand gewartet in Pest.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 135
Dann war er in mein Leben eingebrochen wie die Pest.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 25
Wenn das Vergnügen zu Ende ist, kommt die Pest zurück.
Die Zeit, 14.05.1976, Nr. 21
Zitationshilfe
„Pest“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pest>, abgerufen am 22.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Pessimum
pessimistisch
Pessimist
Pessimismus
Pessar
pestartig
Pestausbruch
Pestbakterie
Pestbakterium
Pestbeule