Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pestizid, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pestizid(e)s · Nominativ Plural: Pestizide
Aussprache 
Worttrennung Pes-ti-zid
Wortbildung  mit ›Pestizid‹ als Erstglied: pestizidfrei
Herkunft Latein
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Landwirtschaft, Chemie typischerweise in der Landwirtschaft eingesetzte Chemikalie, um als schädlich eingestufte pflanzliche und tierische Lebewesen zu vernichten, zu vertreiben oder in ihrer Entwicklung zu hemmen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein giftiges, hochgefährliches, umweltschädliches, krebserregendes, verbotenes Pestizid
mit Akkusativobjekt: ein Pestizid einsetzen, versprühen, verwenden, produzieren
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Pestizide gegen Schädlinge, in der Landwirtschaft, im Dünger
als Aktiv-/Passivsubjekt: Pestizide gelangen [ins Grundwasser]
als Genitivattribut: der Rückstand, das Verbot des Pestizides
in Koordination: Pestizide und Herbizide, Insektizide, Dünger
in Präpositionalgruppe/-objekt: der Einsatz von Pestiziden
Beispiele:
In kanadischen Aalen wurden in letzter Zeit hohe Rückstände an Pestiziden nachgewiesen. Der Begriff ist von den lateinischen Worten pestis (die Seuche) und caedere (töten) abgeleitet und dient als Sammelbezeichnung für alle Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen bei Tieren und Pflanzen. [Pestizide. In: Aktuelles Lexikon 1974–2000. München: DIZ 2000 [1982]]
Dennoch entstehen mithilfe von Pestiziden Ackerflächen voller Monokultur, auf denen zum Beispiel Bienen und Käfer keine Nahrung mehr finden. [Die Zeit, 27.11.2017 (online)]
Herangezogen werden sie [die Rosen] in riesigen Plantagen, mit Hilfe giftiger Pestizide und unter Arbeitsbedingungen, die manche Kritiker als moderne Sklaverei bezeichnen. [Süddeutsche Zeitung, 28.12.2013]
Rund eine halbe Million brasilianischer Landarbeiter erleiden pro Jahr Vergiftungen beim Umgang mit Pestiziden. [Der Spiegel, 05.10.1987]
Die im Pflanzenschutz, bei der Schädlingsbekämpfung und Unkrautvertilgung, beim Vorratsschutz, zur Verhütung des Keimens, als Desikkanten sowie als chemische Wachstumsregulatoren und zur Beeinflussung der Reifeprozesse in der Kulturpflanze […] verwendeten Agrochemikalien werden in der Literatur kurz als »Pestizide« bezeichnet. [Grahneis, Heinz / Horn, Karlwilhelm (Hg.): Taschenbuch der Hygiene. Berlin: Verlag Volk u. Gesundheit 1972 [1967], S. 374]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Herbizid · Insektizid · Pestizid
Herbizid n. Insektizid n. ‘Unkraut-, Insektenbekämpfungsmittel’, zusammengefaßt unter dem Begriff Pestizid n. ‘chemisches Schädlingsbekämpfungsmittel’, sämtlich gelehrte Bildungen (20. Jh.) aus lat. herba ‘Halm, Kraut, Gras’ bzw. lat. īnsecta Plur. (s. Insekt) und lat. pestis ‘ansteckende Krankheit, Seuche’ (s. Pest) in Verbindung mit dem Kompositionssuffix -zid zur Bezeichnung von zur Vernichtung von Organismen dienenden chemischen Substanzen, entwickelt aus dem Verbalstamm von lat. caedere (in der Komposition -cīdere) ‘schlagen, hauen, schlachten, töten’. Vgl. auch Bakterizid (gegen Bakterien), Avizid (gegen Vögel), Fungizid (gegen Pilze). Nicht in diese Reihe gehört Suizid (s. d.).

Thesaurus

Biologie, Botanik, Chemie
Synonymgruppe
Schädlingsbekämpfungsmittel  ●  Pestizid  engl. · Biozid  fachspr. · chemische Keule  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Pestizid‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pestizid‹.

Zitationshilfe
„Pestizid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pestizid>.

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