Petschaft, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Petschaft(e)s · Nominativ Plural: Petschafte
Aussprache
WorttrennungPet-schaft (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

Handstempel zum Siegeln, Siegel
Beispiel:
Er hatte mehrere Petschafte ... jeder Geldbrief aber wurde mit einem besonders gut geschnittenen Petschaft gesiegelt [FontaneII 1,118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Petschaft n. ‘Handstempel zum Siegeln, Siegel’, mhd. petschat, betschad, betschat (bair.-öst. um 1300), petscheit, petschaft (obd. 14. Jh.), petschet (omd.), bitschit (schwäb.), pytzsche, pitzet (westmd. 15. Jh.); vgl. dazu ein früher bezeugtes Denominativum mhd. verpetschaten ‘versiegeln’ (Steiermark 13. Jh.). Vielleicht entlehnt (auf Grund des frühen steir. Zeugnisses) aus aslowen. *pečat ‘Siegel’, möglicherweise mit späterer (14. Jh.) Verbreitung durch die Prager Kanzlei; vgl. F. Hinze in: Zur Ausbildung d. Norm d. dt. Literaturspr. 3 (1976) 81 f. Oder aus atschech. pečat’ ‘Siegel’, tschech. pečet’, worauf entsprechendes omd. petschet (s. oben) deuten würde; vgl. Bellmann Slavoteutonica (1971) 270 ff. Die genannten slaw. Formen gehören im Sinne von ‘Werkzeug zum Einbrennen eines Zeichens’ mit aslaw. pečat’, russ. pečát’ (печать) ‘Siegel’ wohl zu aslaw. pešti ‘braten, rösten’, russ. peč’ (печь) ‘backen’; vgl. Vasmer 2, 351. Das im Dt. undurchsichtige Wort wird in seinem zweiten Teil schon früh (s. oben petschaft) an das Kompositionssuffix -schaft angeglichen.

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) Petschaft · ↗Siegel · ↗Siegelstempel

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieses Petschaft siegelte fortan alle wichtigen Staatsverträge und war historisch folglich ein hochbedeutendes Objekt.
Die Welt, 29.12.2004
Der junge Herr, sehr schön und schlank, saß völlig versunken über ein Rosenholzkästchen mit seltenen Petschaften gebeugt.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 198
Seit alters wird der Stein zu Petschaften, Ringsteinen und Statuetten geschliffen.
o. A. [h.]: Karneol. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1975]
Mit dem Siegelwerkzeug, den Petschaften, befasst sich eine Sonderausstellung des ZAM (Zentrum für Außergewöhnliche Museen).
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2001
Ein Ofen stand für das Brennen gefälschter Petschafte zur Verfügung.
Die Zeit, 03.01.1994, Nr. 01
Zitationshilfe
„Petschaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Petschaft>, abgerufen am 19.11.2018.

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