Pfad, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pfad(e)s · Nominativ Plural: Pfade
Aussprache
Wortbildung mit ›Pfad‹ als Erstglied: ↗Pfadabhängigkeit · ↗Pfadfinder · ↗pfadlos
 ·  mit ›Pfad‹ als Letztglied: ↗Dschungelpfad · ↗Entwicklungspfad · ↗Felsenpfad · ↗Felspfad · ↗Serpentinenpfad · ↗Wachstumspfad · ↗Waldpfad · ↗Zickzackpfad
eWDG, 1974

Bedeutung

schmaler Weg
Beispiele:
ein gewundener, ebener, schwieriger Pfad
ein feuchter, steiniger Pfad schlängelt sich durch die Felder
jmdm. einen Pfad zeigen
sich [Dativ] einen Pfad durch das Dickicht bahnen
Plötzlich sah ich zwei Elfenbeinträger (= Elefanten) vielleicht einhundertfünfzig Meter von mir über den Pfad wechseln [SchomburgkAfrika352]
bildlich
Beispiel:
vom Pfad der Tugend, Pflicht abweichen gehoben
übertragen
Beispiele:
den ausgetretenen Pfad verlassen (= etw. Altgewohntes aufgeben)
auf krummen Pfaden wandeln (= unrechte Dinge tun)
Die Verfasser waren mitunter genötigt, sich auf wenig begangenen Pfaden zu bewegen (= sich mit neuen Gebieten zu beschäftigen) [Dt. Literaturzeitg.1962]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfad · Pfadfinder
Pfad m. ‘schmaler Fußsteig, Fußweg’, ahd. phad (8. Jh.), mhd. phat, mnd. mnl. pat, nd. Patt, Pad(d), nl. pad, aengl. pæþ, engl. path, afries. path, pad, westgerm. *paþa-. Herkunft ungeklärt. Außergerm. läßt sich vielleicht awest. paθā- ‘Pfad, Weg’ und aind. pánthāḥ ‘Weg, Pfad, Bahn’ heranziehen, die mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’, pátos (πάτος) ‘Weg, Pfad’, lat. pōns (Gen. pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ verwandt und zu der unter ↗finden (s. d.) genannten Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ zu stellen sind. Dagegen bleibt die Annahme einer Entlehnung des Substantivs aus dem Iran. ins Germ. auf Grund der nur westgerm. Bezeugung bedenklich. Vielleicht stammt das Wort aus einer vorie. Substratsprache; vgl. de Vries Nl. 500. Ausgehend von germ. *paþ-, *pað- ‘Weg, Tal, Sumpf’, sieht Greule in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 94 (1980) 208 ff. in Pfad ein altes Erbwort. Er zieht den Flußnamen Pader heran und erschließt eine onomatopoetische Wurzel ie. *bat- ‘schwellen’ (auch vom Wasser), die durch Kontamination mit der Wurzel ie. *at- ‘gehen’ im Germ. mit den Bedeutungen ‘Wasser’ (in Gewässernamen) und ‘Weg, Tal, Sumpf’ weiterlebe. Pfadfinder m. ‘Kundschafter, Führer in unwegsamem Gelände’, als dt. Entsprechung dem Romantitel engl. The Pathfinder (Cooper 1840) folgend. Danach Pfadfinder (Plur.) für die Angehörigen des 1911 in Deutschland gegründeten Zweiges einer internationalen Jugendorganisation zur Wiedergabe von engl. Scouts, wie sich die Mitglieder des ersten 1907 in England entstandenen Verbandes dieser Art nannten (engl. scout ‘Späher, Kundschafter’).

Thesaurus

Synonymgruppe
Steg · ↗Steig · ↗Trampelpfad · ↗Weg
Unterbegriffe
Assoziationen
Physik
Synonymgruppe
Bahnkurve · Bahnparabel · ↗Flugbahn · Flugkurve · Flugparabel · Ortskurve · Ortsparabel · ↗Trajektorie · ↗Weg · Wurfparabel
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dschungel Erleuchtung Tugend abbringen abgekommen abgewichen achtfachen ausgetrampelten ausgetretenen beschreiten eingeschlagenen eingetretenen entlangführt gewohnten gewundenen hinaufführt holprigen leuchtenden markierten sandigen schlängelt schmalen steilen steinigen säumen unwegsamen verschlungenen verwachsenem wandelt überwachsenen

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber auch sonst folgt der Unterricht nicht den ausgetretenen Pfaden.
Der Tagesspiegel, 21.12.1999
Irgendwann wird aus dem anfänglich kleinen Pfad dann ein Weg, der kaum noch wegzudenken ist.
Süddeutsche Zeitung, 15.05.1998
Der ausgetretene Pfad bedeutete Sicherheit, während jedes Abirren den Tod bringen mußte.
Watt, Montgomery: Der Islam. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25650
Sie betrat mutig meine steilen Pfade des Lebens, unbekümmert um das falsche bestehende Gesetz.
Altenberg, Peter: Mein Lebensabend, Mein Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1919], S. 6345
Nach dem ehernen Gesetze der Entwicklung führt auch für die Schule der gewundene Pfad zur Höhe.
Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1901, Nr. 1, Bd. 53
Zitationshilfe
„Pfad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfad>, abgerufen am 22.09.2017.

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