Pfennig, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pfennig(e)s · Nominativ Plural: Pfennige/Pfennig
Abkürzung Pf · Substantiv, ohne Artikel
Aussprache
WorttrennungPfen-nig
Wortbildung mit ›Pfennig‹ als Erstglied: ↗Pfennigabsatz · ↗Pfennigartikel · ↗Pfennigbetrag · ↗Pfennigfuchser · ↗pfenniggroß · ↗pfennigweise
 ·  mit ›Pfennig‹ als Letztglied: ↗Glückspfennig · ↗Heckpfennig · ↗Kohlepfennig · ↗Opferpfennig · ↗Rechenpfennig · ↗Reichspfennig · ↗Rentenpfennig · ↗Rpf · ↗Spielpfennig · ↗Wechselpfennig
 ·  mit ›Pfennig‹ als Binnenglied: ↗10-Pfennig-Stück · ↗Einpfennigstück · ↗Zehnpfennigstück
eWDG, 1974 und DWDS, 2012

Bedeutungen

historisch bis 2001 kleinste deutsche Währungseinheit Quelle: DWDS, 2012
Beispiele:
DDR der Pfennig der Deutschen Demokratischen Republik
der Deutsche Pfennig
hundert Pfennige sind eine Mark
etwas kostet fünf Pfennig
eine Briefmarke zu zwanzig Pfennig
die jungen Leute rechneten mit dem Pfennig
keinen Pfennig Geld haben
ohne einen Pfennig sein
sie ließ sich auf den Pfennig genau herausgeben
sie lieferte ihr Monatsgehalt bis auf den letzten Pfennig ab
umgangssprachlich sie hatten keinen Pfennig mehr (= waren sehr arm)
ich habe nur noch einige Pfennige
sie wechselte einen Groschen in Pfennige um
er ... spielte mit ihm die kleine Sieben. Sie setzten Pfennige [JahnnHolzschiff69]
bildlich
Beispiele:
umgangssprachlich ich gebe keinen Pfennig dafür (= etw. ist mir nichts wert)
umgangssprachlich er drehte jeden Pfennig dreimal um, ehe er ihn ausgab (= war sehr sparsam)
sprichwörtlich wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert
auf Heller und Pfennig (= ganz genau)
Beispiel:
sie rechnete mit ihm auf Heller und Pfennig ab
übertragen
Beispiele:
»hast du Lust dazu?« »Nicht für fünf Pfennig, Pfennige(= »hast du Lust dazu?« »Ich habe gar keine Lust«)
das ist keine fünf Pfennig, Pfennige wert (= gar nichts wert)

Den originalen WDG-Artikel können Sie hier anschauen.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfennig · Pfennigfuchser
Pfennig m. Münzbezeichnung, kleinste deutsche Währungseinheit, ahd. phendi(n)g (8. Jh.), phenning (9. Jh.), mhd. phenni(n)c, asächs. pen(n)ing, mnd. pennink, mnl. penninc, pen(n)ich, nl. penning, aengl. pening, penni(n)g, pending, engl. penny. Der nur westgerm. bezeugte Ausdruck ist trotz mehrerer Herleitungsversuche nicht zufriedenstellend geklärt. Vielleicht ist die Münzbezeichnung mit dem Suffix germ. -inga- auf Grund der Ähnlichkeit von dem unter ↗Pfanne (s. d.) dargestellten Wort abgeleitet (wie möglicherweise ↗Schilling, s. d., von Schild). Dann wären die Formen mit d als sekundär anzusehen und könnten unter Anlehnung an das unter ↗Pfand (s. d.) dargestellte Substantiv entstanden sein. Auch aslaw. pěnęzь, russ. (älter) pénjaz’ (пенязь), lit. pìni(n)gas ‘Münze, Geld’, die sehr wahrscheinlich aus dem Germ. entlehnt sind, deuten darauf hin, daß die d-Formen jünger sind. Knobloch in: Bonner Jbb. 165 (1965) 143 f. glaubt, daß das aus der Bodenforschung resultierende Bild von der Art des Zahlungsverkehrs in der Merowingerzeit eine Herleitung des Wortes aus lat. pondus ‘Gewicht’ erlaube, das in Verbindungen wie pondus aurī, pondus argentī ‘Menge Goldes, Silbers’ begegnet (vgl. lat. pondus argentī dēnāriī ‘eine Drachme’). Erschließt man daraus für das Westgerm. eine Entlehnung (mit dem Suffix germ. -inga-) *panding- ‘gewogenes Geldstück’, müßte diese freilich zu einer sehr frühen Zeit, schon vor dem Übergang von ie. o zu germ. a (wie möglicherweise bei ↗Pfand, s. d.) erfolgt sein. Die d-Formen wären dann als die älteren anzusehen. Das Suffix -ing geht schon früh auf Grund des voraufgehenden Nasals durch Dissimilation in -ig über. Pfennigfuchser m. ‘Geizhals, Knauser’, wer wegen weniger Pfennige andere fuchst (18. Jh.), zu ↗fuchsen ‘plagen, quälen’ (s. d.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Benzin Benzinpreis Diesel Dividende Entfernungspauschale Groschen KWh Kilo Kilometer Kilometerpauschale Kilowattstunde Kubikmeter Liter Mark Mineralölsteuer Minute Minutenpreis Pauschale Pfand Pfennig Quadratmeter anheben berechnen bezahlen dazubezahlen kosen kosten umdrehen verteuern zahlen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfennig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und in den ersten sechs Jahren tilgt der Fonds keinen Pfennig seiner Schuld.
Der Tagesspiegel, 26.05.2000
Wer die Arbeit länger als ein Jahr aushält, bekommt etwa 60 Pfennig mehr.
Wallraff, Günter: Ganz unten, Berlin: Aufbau-Verl.1986 [1985], S. 120
Wenn der Kunde ein mitgebrachtes Glas in den Ausgabeschacht stellt, zahlt er 10 Pf weniger für ein loses Getränk.
C't, 1999, Nr. 21
Die Erhöhung des Bierpreises von 70 auf 75 Pf pro Liter tritt in Kraft.
o. A.: 1930. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1982], S. 4216
Erst zum Bahnhof - es gab durchgehende Billette zweiter Klasse bis Dresden für 75 Kronen auf den Kopf - die Krone zu 70 Pf.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1924. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1924], S. 93
Zitationshilfe
„Pfennig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfennig>, abgerufen am 18.10.2019.

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