Pfennigfuchser, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungPfen-nig-fuch-ser
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend Geizhals
Beispiele:
er ist als Pfennigfuchser bekannt
bei dem Ausbau der Wohnung ist er durchaus kein Pfennigfuchser
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfennig · Pfennigfuchser
Pfennig m. Münzbezeichnung, kleinste deutsche Währungseinheit, ahd. phendi(n)g (8. Jh.), phenning (9. Jh.), mhd. phenni(n)c, asächs. pen(n)ing, mnd. pennink, mnl. penninc, pen(n)ich, nl. penning, aengl. pening, penni(n)g, pending, engl. penny. Der nur westgerm. bezeugte Ausdruck ist trotz mehrerer Herleitungsversuche nicht zufriedenstellend geklärt. Vielleicht ist die Münzbezeichnung mit dem Suffix germ. -inga- auf Grund der Ähnlichkeit von dem unter ↗Pfanne (s. d.) dargestellten Wort abgeleitet (wie möglicherweise ↗Schilling, s. d., von Schild). Dann wären die Formen mit d als sekundär anzusehen und könnten unter Anlehnung an das unter ↗Pfand (s. d.) dargestellte Substantiv entstanden sein. Auch aslaw. pěnęzь, russ. (älter) pénjaz’ (пенязь), lit. pìni(n)gas ‘Münze, Geld’, die sehr wahrscheinlich aus dem Germ. entlehnt sind, deuten darauf hin, daß die d-Formen jünger sind. Knobloch in: Bonner Jbb. 165 (1965) 143 f. glaubt, daß das aus der Bodenforschung resultierende Bild von der Art des Zahlungsverkehrs in der Merowingerzeit eine Herleitung des Wortes aus lat. pondus ‘Gewicht’ erlaube, das in Verbindungen wie pondus aurī, pondus argentī ‘Menge Goldes, Silbers’ begegnet (vgl. lat. pondus argentī dēnāriī ‘eine Drachme’). Erschließt man daraus für das Westgerm. eine Entlehnung (mit dem Suffix germ. -inga-) *panding- ‘gewogenes Geldstück’, müßte diese freilich zu einer sehr frühen Zeit, schon vor dem Übergang von ie. o zu germ. a (wie möglicherweise bei ↗Pfand, s. d.) erfolgt sein. Die d-Formen wären dann als die älteren anzusehen. Das Suffix -ing geht schon früh auf Grund des voraufgehenden Nasals durch Dissimilation in -ig über. Pfennigfuchser m. ‘Geizhals, Knauser’, wer wegen weniger Pfennige andere fuchst (18. Jh.), zu ↗fuchsen ‘plagen, quälen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Sparfuchs  positiv · ↗Geizhals  ugs., Hauptform · ↗Geizkragen  ugs. · ↗Knauser  ugs. · Knauserer  ugs. · Pfennigfuchser  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur einer von uns ist dafür bekannt, ein Pfennigfuchser zu sein.
Die Welt, 03.01.2005
Staatliche Hilfen für notleidende Länder werden heute bekanntlich von den Pfennigfuchsern verwaltet, doch das war nicht immer so.
Die Zeit, 06.08.1998, Nr. 33
Unsere Nachfrage bei Pfennigfuchser haben wir aus technischen Gründen nicht anonym gestartet.
C't, 2001, Nr. 14
Eine richtige miese tückische Schmollfratze von einem Pfennigfuchser hat der Mann sich angenommen.
Johnson, Uwe: Jahrestage, Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 184
Die schönen Frauen werden sich weiterhin auf Pfennigabsätzen umdrehen, die Pfennigfuchser geizig sein wie eh und je.
Süddeutsche Zeitung, 01.02.2002
Zitationshilfe
„Pfennigfuchser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfennigfuchser>, abgerufen am 16.02.2019.

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