Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pferdestärke, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pferdestärke · Nominativ Plural: Pferdestärken
Aussprache 
Worttrennung Pfer-de-stär-ke
Wortzerlegung Pferd Stärke1
Wortbildung  mit ›Pferdestärke‹ als Grundform: PS1
eWDG

Bedeutung

Technik nur noch bei Kraft- und Arbeitsmaschinen übliche Maßeinheit für eine Leistung von 75 Kilopondmeter in der Sekunde oder 735,5 Watt
Beispiel:
Mit Hunderten von Pferdestärken rücken gegenwärtig mehrere Eisbrecher […] den gefrorenen Gewässern zu Leibe […] [ Tageszeitung1963]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pferd · Pferdestärke · Steckenpferd
Pferd n. Der Name des Reit- und Zugtiers ahd. parafred, pherfrit u. a. (9. Jh.), pherit (Hs. 13. Jh.), mhd. phert, asächs. -pereth, mnd. pert, mnl. pe(e)rt, pa(e)rt, nl. paard ist (wohl im nördlichen Gallien) entlehnt aus spätlat. paraverēdus ‘Postpferd für besondere Fälle, Extrapostpferd’, eigentlich ‘Nebenpferd’, einer Bildung zu gall.-lat. verēdus ‘Post-, Kurier-, Jagdpferd’. Das Kompositum ist wahrscheinlich dem gleichbed. griech. párippos (πάριππος), aus παρα- ‘neben, bei’ (s. para-) und ἵππος ‘Pferd’, nachgebildet. Gall.-lat. verēdus ist, wie entsprechend gebildetes kymr. gorwydd ‘Pferd’, eine präfigierte kelt. Bildung zu dem unter reiten (s. d.) behandelten Ansatz ie. *reidh-, vgl. gall.-lat. rēda ‘vierrädriger Reisewagen’. In der Literatursprache hat sich Pferd allgemein durchgesetzt, während die germ. Bezeichnungen Gaul, Mähre, Roß eine semantische Eigenentwicklung erfahren bzw. auf landschaftlichen Gebrauch beschränkt werden. – Pferdestärke f. abgekürzt PS, Maßeinheit für die Leistung bzw. Arbeitskraft (heute noch für die Leistung eines Kraftfahrzeugmotors), festgelegt unter der Bezeichnung engl. horse-power (1770) von dem schottischen Ingenieur J. Watt; dazu die dt. Übersetzung Pferdekraft (Anfang 19. Jh.), später Pferdestärke (2. Hälfte 19. Jh.). Steckenpferd n. Kinderspielzeug, bestehend aus einem Stock (s. Stecken) mit hözernem Pferdekopf (16. Jh.). Die übertragene Bedeutung ‘Neigung, Liebhaberei’ entwickelt sich (18. Jh.) unter dem Einfluß von engl. hobby-horse (s. Hobby) in der Übersetzung von Sternes „Tristram Shandy“. Vgl. die Wendung sein Steckenpferd reiten ‘seinen Neigungen nachgehen, über sein Lieblingsthema sprechen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pferdestärke  ●  PS  Einheitenzeichen
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Pferdestärke‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pferdestärke‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pferdestärke‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei gleicher Pferdestärke hat der leichtere Wagen mehr Temperament und braust den Berg hinauf. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 21]
Da ist er, der Mann mit den alt gewordenen Pferdestärken. [Die Zeit, 28.01.1991, Nr. 04]
Der Motor, zwei hintereinander liegende Zylinder, leistete zehn schmalbrüstige Pferdestärken. [Die Zeit, 14.09.1979, Nr. 38]
Selbst ein Golf ist heute mit über 200 Pferdestärken zu haben. [Süddeutsche Zeitung, 07.01.2003]
Das Beherrschen der Pferdestärken mit Hilfe von totaler Konzentration fasziniert ihn. [Die Welt, 22.05.2004]
Zitationshilfe
„Pferdestärke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pferdest%C3%A4rke>.

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