Pfiff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pfiff(e)s · Nominativ Plural: Pfiffe
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Pfiff‹ als Letztglied: Amselpfiff · Dünnpfiff · Elfmeterpfiff · Halbzeitpfiff · Schlusspfiff · Warnpfiff · Warnungspfiff
eWDG

Bedeutungen

1.
schriller Ton, der beim Pfeifen erzeugt wird
Beispiele:
ein leiser, lauter, gellender, durchdringender Pfiff
er stieß einen langen, schrillen Pfiff aus
die scharfen Pfiffe eines Murmeltieres durchdringen die Einöde
der Schluss der Rede ging in Pfiffen unter
der Pfiff einer Lokomotive
übertragen
Beispiel:
Du hast es nicht für möglich gehalten, daß sie auf einen Pfiff wieder zu mir zurückkommt [ SeghersRettung3,263]
2.
salopp Kniff, Trick
Beispiele:
er kannte den Pfiff
der Pfiff besteht darin, dass ...
die Sache hat einen Pfiff
ein Ding mit ('nem) Pfiff (= eine tolle Sache)
ich kenne deine Schliche und Pfiffe
der eigentliche Reiz einer Sache, das, was eine Sache erst vollkommen macht
Beispiele:
der Gürtel, die Kantenstepperei gibt erst dem Kleid den modischen Pfiff
Ja, wenn er die Geige hier hätte, dem langweiligen Gesinge den gewissen Pfiff anzuzaubern [ BobrowskiLevin178]
die Brühe klar, das Fleisch nicht zerfasert. Nur der letzte Pfiff fehlte: es hätte noch gebräunte Zwiebel obenauf schwimmen müssen [ Sibylle1967]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfeifen · Pfiff · pfiffig · Pfiffikus
pfeifen Vb. ‘durch Luft (mit gespitztem Mund, mit einem Instrument) Töne hervorbringen’, ahd. phīfōn (11. Jh.), mhd. phīfen, mnd. mnl. pīpen, aengl. pīpian, engl. to pipe, nl. pijpen ‘mit dem Mund bzw. mit einem Instrument (Flöte, Geige, Trompete, Dudelsack) hohe Töne erzeugen’ sind Entlehnungen aus lautmalendem lat. pīpāre (s. piepen). Unter dem Einfluß von Pfeife gilt das Verb im Germ. vornehmlich für das Spielen eines Instruments; entlehntes mnd. mnl. pīpen fällt in den Präsensformen mit altem lautmalendem pīpen (s. piepen) zusammen. Im Mhd. Mnd. Mnl. nimmt das aus dem Lat. stammende Verb (bis auf Ausnahmen) starke Flexion an (analog mhd. grīfen, slīfen, nhd. greifen, schleifen), so daß sich in der Regel gegenüberstehen entlehntes (nunmehr starkes) mnd. mnl. pīpen, nl. pijpen ‘ein Instrument spielen’ und altes, lautmalendes (schwaches) mnd. mnl. pīpen, nl. piepen ‘piep(s)en’ (entsprechend dem hd. pfeifen gegenüber piepen). Pfiff m. ‘schriller Ton des Pfeifens’, ablautende Rückbildung (Anfang 16. Jh.) zu pfeifen; die Bedeutung ‘Kniff, Trick’ (Ende 18. Jh.) ist entweder gaunersprachlicher Herkunft nach dem Ablenkungspfiff der Betrüger, Taschenspieler, dem Verständigungspfiff der Kartenspieler oder entsteht nach dem Lockpfiff der Jäger, Vogelsteller. Dazu pfiffig Adj. ‘schlau, gewitzigt’ (18. Jh.). Pfiffikus m. ‘Schlaukopf, anstelliger Mensch’, studentensprachliche Bildung zu pfiffig mit latinisierender Endung (um 1700).

Typische Verbindungen zu ›Pfiff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfiff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pfiff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die gellenden Pfiffe, die ihre Rede immer wieder unterbrachen, dürften sie nicht überrascht haben.
Der Tagesspiegel, 06.07.2001
Die wissen genau, wenn es nur gelingt, unser Spiel kaputtzumachen, dann kommen irgendwann Pfiffe.
Die Welt, 14.02.2000
Und er hörte den langgezogenen Pfiff von da unten aus dem Wald herauf.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 266
Und lang müssen sie natürlich sein, mit sportlich elegantem Pfiff.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 148
Und sein wilder kurzer Pfiff jagte durch die Nacht, zweimal, dreimal, rasch nacheinander.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 50
Zitationshilfe
„Pfiff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfiff>, abgerufen am 06.12.2021.

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