Pflanzenreich, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungPflan-zen-reich (computergeneriert)
eWDG, 1974

Bedeutung

Gesamtheit aller Pflanzen
Beispiel:
Sie [die Bambuspalmen] sind mit bis zu 20 m Länge die größten im Pflanzenreich [Urania1965]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Reich · Reichstag · Pflanzenreich · Tierreich
Reich n. ‘Herrschaftsgebiet (eines Kaisers, Königs), Staat, Imperium’, übertragen ‘Bereich’. Für das gemeingerm. Substantiv ahd. rīhhi ‘Herrschaft, Reich, Gegend, Landschaft, Umgebung, Bereich, Himmelsrichtung’ (8. Jh.), mhd. rīch(e) ‘Herrschaft, beherrschtes Land, Reich, Regierung’, asächs. anord. rīki ‘Reich, Herrschaft, Macht’, mnd. mnl. rīke, nl. rijk ‘Reich, Staat’, afries. rīk(e), aengl. rīce (erhalten in engl. bishopric ‘Bistum’), schwed. rike, got. reiki ‘Reich, Herrschaft, Obrigkeit’ wird (wie für got. reiks, aengl. rīca ‘Herrscher’ und das Adjektiv ↗reich, s. d.) Herkunft aus dem Kelt. angenommen. In diesem Falle ist germ. *rīkja- ‘Herrschaft’ entweder als direkte Entlehnung (vor der germ. Lautverschiebung mit germ. k aus g) aus kelt. *rīgiom (ie. *rēg̑i̯om; vgl. mir. rīge ‘Königsherrschaft’ und Ortsnamen wie Icorigium) oder als ja-Bildung zu germ. *rīk- ‘Herrscher, Obrigkeit’ (vgl. got. reiks, s. oben) aufzufassen, das seinerseits aus kelt. *rīgs (ie. *rēg̑s, lat. rēx ‘König’; vgl. air. , Genitiv rīg) stammt. Auszugehen ist (bei kelt. ī aus ie. ē) von der unter ↗recht (s. d.) angeführten Wurzel ie. *reg̑- ‘gerade, geraderichten, lenken, recken, strecken, aufrichten’. Auf den Zusammenhang der Übernahme des Wortes als Herrschertitel und als Bestandteil von Personennamen aus dem Kelt. deutet de Vries Nl. 576 hin. Er verweist auf die zahlreichen (zunächst latinisiert überlieferten) germ. Namen wie Theuderīcus (nhd. Dietrich), Ermanarīcus, Childericus nach dem Vorbild gall. Namen wie (in lat. Überlieferung) Vercingetorīx, Dumnorīx. Echt germ. Bildungen zur oben genannten Wurzel liegen vor in anord. -rekr, -reki ‘Herrscher, Fürst’ in den Zusammensetzungen folkrekr, landreki und in Personennamen (Gautrekr). Dagegen lehnt Trier in: Nachr. d. Akad. d. Wiss. Göttingen, Phil.-hist. Kl. (1943) 535 ff. eine Entlehnung vor der germ. Lautverschiebung ab und meint, daß das g der kelt. Formen durch Anlehnung an eine im Germ. bestehende Wortsippe der „Zaun- und Hege“-Basis (*rīk-) zu k geworden und eine Bedeutung ‘Macht, Herrschaft’ aus dem Begriff der ‘Einhegung’ hervorgegangen sei. v. Polenz in: ZfdPh 76 (1957) 80 ff. weist kelt. Herkunft der Wortgruppe ab. Er macht geltend, daß Reich von ahd. Zeit an bis ins 19. Jh. nicht auf ‘Macht’ und ‘Herrschaft’ beschränkt sei, es stehe in vornehmlich unpolitischer Verwendung als allgemeine Raumbezeichnung im Sinne von ‘Bereich’, bezeichne also ‘Landschaft, Gegend, Umgebung, Bereich, Himmelsrichtung’, vgl. ahd. erdrīhhi ‘das Reich auf Erden, Erdreich, -oberfläche, -boden’ (um 800), woroltrīhhi ‘Welt(reich)’ (9. Jh.), himilrīhhi ‘Himmelreich’ (9. Jh.), ōstarrīhhi ‘Morgenland, Orient’ (8. Jh.). Zugrundeliegendes germ. *rīkja- ‘Bereich’ stelle sich danach als ablautende Bildung zu dem unter ↗reichen (s. d.) behandelten westgerm. jan-Verb, das selbst, zur Ablautstufe germ. *raik- gebildet, zur Wurzel ie. *rēig̑- ‘recken, ausstrecken’ gehöre. Die Bedeutung ‘Macht, Herrschaft’ sei aus ‘Bereich, räumliche Erstreckung’ hervorgegangen, eine Entwicklung, die semantisch (auch angesichts der genannten Beispiele und der gesamten zu Reich gehörenden Wortgruppe, s. ↗reich) wenig Wahrscheinlichkeit für sich hat. Reichstag m. (zuerst Worms 1495) Versammlung der deutschen Reichsstände (bis 1806), danach das Parlament des Norddeutschen Bundes bzw. Deutschen Reiches. Pflanzenreich n. ‘(geordneter) Bereich, Gesamtheit der Pflanzen in ihrer Verschiedenartigkeit’, Tierreich n. ‘(geordneter) Bereich, Gesamtheit der Tiere in ihrer Verschiedenartigkeit’ (beide 18. Jh.), Übersetzungen der in der lat. Wissenschaftssprache entwickelten Fügungen botan.-lat. regnum plantarum und zoolog.-lat. regnum animalium.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Flora · Pflanzenbewuchs · Pflanzenreich · ↗Pflanzenwelt · ↗Pflanzenwuchs · ↗Vegetation  ●  (das) Grün(e)  ugs. · ...flor  fachspr., Jargon · ↗Bewuchs  fachspr. · ↗Botanik  ugs., scherzhaft, fig.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Pflanzenreich · Reich der Pflanzen  ●  (die) Pflanzen  ugs. · Embryophyta  fachspr. · Plantae  fachspr., veraltet
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Mykorrhiza ist im Pflanzenreiche sehr verbreitet und kommt nicht nur bei unsern Waldbäumen vor.
Ulbrich, Eberhard: Essbar oder giftig?, Berlin: Grüne Post 1937, S. 72
Zitationshilfe
„Pflanzenreich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pflanzenreich>, abgerufen am 26.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Pflanzenproduktion
Pflanzenphysiologie
Pflanzenpathologie
Pflanzenöl
Pflanzenname
Pflanzensaft
Pflanzensauger
Pflanzenschädling
Pflanzenschutz
Pflanzenschutzimpfung