Pfründe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pfründe · Nominativ Plural: Pfründen
Aussprache
WorttrennungPfrün-de (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Pfründe‹ als Letztglied: ↗Priesterpfründe · ↗Staatspfründe
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Religion kirchliches Amt, das mit Einkünften verbunden ist
Beispiele:
eine gute, einträgliche Pfründe
umgangssprachlich eine fette Pfründe
die ... nur darauf achten, wie sie möglichst viel der katholischen Pfründen erraffen [TralowKepler128]
veraltet kirchliches Amt
Beispiele:
einem Geistlichen eine Pfründe verleihen, zusprechen
eine kleine Pfründe
2.
umgangssprachlich, spöttisch, übertragen Amt, das viel einbringt, ohne dass die damit verbundenen Pflichten immer erfüllt werden müssen
Beispiel:
nicht in dem gröblichen Sinn, daß er seiner Verwandtschaft Posten und Pfründen zuschöbe [Tageszeitung1955]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfründe f. ‘Einkünfte aus einem Kirchenamt, das damit verbundene Kirchenamt’, ahd. phruonta (9. Jh.), mhd. phrüende, phruonde ist aus (auf frz. Boden belegtem) mlat. provenda entlehnt; dieses ist, wohl unter Einwirkung von lat. prōvidēre ‘vorhersehen, Vorsorge tragen, versorgen’, entstanden aus spätlat. praebenda ‘Proviant, Lebensmittel für Militär’, eigentlich ‘das Darzureichende’, Gerundivum (Neutr. Plur.) zu lat. praebēre ‘darreichen, gewähren’ (s. auch ↗Proviant). Mlat. provenda ‘an Untergebene zu verteilende Lebensmittel’ und in der Kirchensprache bewahrtes mlat. praebenda bezeichnen (9. Jh.) den ‘Lebensunterhalt der Mönche’, übertragen die ‘Gesamtheit der kirchlichen Ländereien und deren Erträge’. Mit der Aufteilung der Ländereien unter die Zuständigkeit einzelner Domherren entwickelt sich im 11. Jh. die Bedeutung ‘Einkommen, das ein Domherr auf Lebenszeit aus einer Stiftung bezieht’ und ‘Grundbesitz, der zu einer Domherrenstelle gehört’; vgl. FEW 9, 278.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pfründe · ↗Sinekure
Assoziationen
  • (einen) Reibach machen · ein Vermögen machen (mit) · reich werden · viel Geld machen · viel Geld verdienen  ●  (einen) Haufen Geld verdienen  ugs. · (sich) dumm und dämlich verdienen  ugs. · (sich) eine goldene Nase verdienen  ugs., fig. · (sich) gesundstoßen (an)  ugs. · Geld scheffeln  ugs. · kräftig abkassieren  ugs., salopp, variabel · ordentlich Kohle machen (mit)  ugs. · schwer Geld machen  ugs.
  • Frühstücksdirektor · ↗Grüßaugust · Grüßonkel · ↗Versorgungsfall
Synonymgruppe
Pfründe · Präbende  ●  Pfrund  schweiz. · Pröven  norddeutsch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abtei Almosen Besitzstand Einkünfte Gerangel Häufung Lehen Neuverteilung Nutznießer Patronage Post Privilegium Pöstchen Sicherung Verleihung Verteilung antasten aufteilen bangen beschneiden einträglich fett fürchten geistlich kirchlich liebgeworden lukrativ sichern verteidigen zuschanzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfründe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da konnte es sicher nicht schaden, weitere Pfründe zu sichern.
Der Tagesspiegel, 12.10.1997
Sie teilen die lohnenden Pfründen seit vielen Jahren unter sich auf.
Süddeutsche Zeitung, 02.05.1997
Wer dies innerhalb eines Jahres nicht fertigbrachte, sollte seine Pfründe verlieren.
Grgic, Marijan: Zadar. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 24977
Und er kommt ferner nicht in die Lage, nach erblicher Appropriation seiner Pfründe zu streben.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 1060
Bereits um 1300 wird das B. als Symbol bei Übertragung einer Pfründe überreicht.
o. A.: Lexikon der Kunst - B. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 3753
Zitationshilfe
„Pfründe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfründe>, abgerufen am 21.10.2019.

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