Pfründe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pfründe · Nominativ Plural: Pfründen
Aussprache 
Worttrennung Pfrün-de (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Pfründe‹ als Letztglied: Priesterpfründe · Staatspfründe
eWDG

Bedeutungen

1.
Religion kirchliches Amt, das mit Einkünften verbunden ist
Beispiele:
eine gute, einträgliche Pfründe
umgangssprachlicheine fette Pfründe
die … nur darauf achten, wie sie möglichst viel der katholischen Pfründen erraffen [ TralowKepler128]
veraltet kirchliches Amt
Beispiele:
einem Geistlichen eine Pfründe verleihen, zusprechen
eine kleine Pfründe
2.
umgangssprachlich, spöttisch, übertragen Amt, das viel einbringt, ohne dass die damit verbundenen Pflichten immer erfüllt werden müssen
Beispiel:
nicht in dem gröblichen Sinn, daß er seiner Verwandtschaft Posten und Pfründen zuschöbe [ Tageszeitung1955]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pfründe f. ‘Einkünfte aus einem Kirchenamt, das damit verbundene Kirchenamt’, ahd. phruonta (9. Jh.), mhd. phrüende, phruonde ist aus (auf frz. Boden belegtem) mlat. provenda entlehnt; dieses ist, wohl unter Einwirkung von lat. prōvidēre ‘vorhersehen, Vorsorge tragen, versorgen’, entstanden aus spätlat. praebenda ‘Proviant, Lebensmittel für Militär’, eigentlich ‘das Darzureichende’, Gerundivum (Neutr. Plur.) zu lat. praebēre ‘darreichen, gewähren’ (s. auch Proviant). Mlat. provenda ‘an Untergebene zu verteilende Lebensmittel’ und in der Kirchensprache bewahrtes mlat. praebenda bezeichnen (9. Jh.) den ‘Lebensunterhalt der Mönche’, übertragen die ‘Gesamtheit der kirchlichen Ländereien und deren Erträge’. Mit der Aufteilung der Ländereien unter die Zuständigkeit einzelner Domherren entwickelt sich im 11. Jh. die Bedeutung ‘Einkommen, das ein Domherr auf Lebenszeit aus einer Stiftung bezieht’ und ‘Grundbesitz, der zu einer Domherrenstelle gehört’; vgl. FEW 9, 278.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pfründe · Sinekure
Assoziationen
  • (einen) Reibach machen · ein Vermögen machen (mit) · reich werden · viel Geld machen · viel Geld verdienen  ●  (einen) Haufen Geld verdienen  ugs. · (sich) dumm und dämlich verdienen  ugs. · (sich) eine goldene Nase verdienen  ugs., fig. · (sich) gesundstoßen (an)  ugs. · Geld scheffeln  ugs. · kräftig abkassieren  ugs., salopp, variabel · ordentlich Kohle machen (mit)  ugs. · schwer Geld machen  ugs.
  • Versorgungsfall (in der Leitungsebene)  ●  Frühstücksdirektor  fig. · Grüßaugust  fig. · Grüßonkel  fig.
Synonymgruppe
Pfründe · Präbende  ●  Pfrund  schweiz. · Pröven  norddeutsch

Typische Verbindungen zu ›Pfründe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfründe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pfründe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer dies innerhalb eines Jahres nicht fertigbrachte, sollte seine Pfründe verlieren. [Grgic, Marijan: Zadar. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1968], S. 24977]
Und er kommt ferner nicht in die Lage, nach erblicher Appropriation seiner Pfründe zu streben. [Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 1060]
Zwar wurden in dieser Zeit etliche neue Jobs geschaffen, doch von den Pfründen des Wachstums profitierten vor allem die oberen Einkommensklassen. [Die Zeit, 12.04.2010, Nr. 15]
Die Alten sähen durch sie ihre Pfründen bedroht, heißt es. [Die Zeit, 15.09.2005, Nr. 38]
Sie sparen, weil sie müssen, aber niemals bei den eigenen Pfründen. [Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Pfründe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfr%C3%BCnde>.

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