Pfuscher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pfuschers · Nominativ Plural: Pfuscher
Aussprache 
Worttrennung Pfu-scher
Wortbildung  mit ›Pfuscher‹ als Erstglied: ↗pfuscherhaft
eWDG

Bedeutung

jmd., der pfuscht (1), schlechte Arbeit leistet, Stümper
Beispiel:
derjenige, der die Leitung gelegt hat, war ein Pfuscher
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pfuschen · verpfuschen · Pfuscher · Pfuscherei
pfuschen Vb. ‘unfachmännisch, unordentlich, flüchtig arbeiten’, zuvor ‘unberechtigt eine nicht zunftgemäß gelernte Arbeit verrichten’ (16. Jh.), landschaftlich (besonders omd. westd.) auch fuschen. Wahrscheinlich eine Bildung zu ↗futsch (s. d.), landschaftlich auch pfu(t)sch, das lautmalend zur Charakterisierung einer schnellen, hastigen, schwirrenden oder zischenden Bewegung dient. verpfuschen Vb. ‘(durch fehlerhafte Arbeit) verderben’ (18. Jh.). Pfuscher m. ‘wer ein Handwerk unberechtigt betreibt, wer oberflächlich, schlecht arbeitet, Stümper’, bereits gegen Ende des 14. Jhs., also früher als das Verb bezeugt, daher wohl unmittelbar zu pfu(t)sch gebildet. Pfuscherei f. ‘oberflächliche Tätigkeit, schlechte, liederliche Arbeit’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nichtskönner  ●  ↗Stümper  abwertend · ↗Murkser  ugs., abwertend · Pfuscher  ugs., abwertend
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Pfuscher‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfuscher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pfuscher‹

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Für die Operationen hatte der Pfuscher jeweils rund 4000 Euro kassiert.
Bild, 19.04.2002
Endlich kann einer der Pfuscher nicht mehr an sich halten.
konkret, 1999
Und das war schlimmer als ein Pfuscher mit dem rechten Glauben.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 73
Er, der die Philosophie die Fürstin unter den Wissenschaften nennt, gebraucht das Handwerkszeug der Philosophie, die philosophische Sprache, als ein Pfuscher.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 10611
Durch alle diese Klagen zieht sich der Hinweis auf das Korps der Unzünftigen, der Pfuscher, Störer und Afterbuchhändler.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1908], S. 27415
Zitationshilfe
„Pfuscher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfuscher>, abgerufen am 27.01.2021.

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