Phänomen, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Phänomens · Nominativ Plural: Phänomene
Aussprache
WorttrennungPhä-no-men (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Phänomen‹ als Erstglied: ↗Phänomenologe  ·  mit ›Phänomen‹ als Letztglied: ↗Einzelphänomen · ↗Epiphänomen · ↗Grundphänomen · ↗Kulturphänomen · ↗Massenphänomen · ↗Naturphänomen · ↗Stimmphänomen · ↗Urphänomen · ↗Wetterphänomen
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
sich den Sinnen zeigende Erscheinung
Beispiele:
ein typisches, physikalisches Phänomen
das Echo ist ein akustisches Phänomen
Sprache ist ein gesellschaftliches Phänomen
ein Phänomen der Natur, Zeit
das Phänomen einer Mondfinsternis
ein Phänomen beschreiben, untersuchen, erklären
2.
seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis
Beispiele:
ein merkwürdiges, ungelöstes Phänomen
[ein Graf] der ein besonderes Interesse für Wunder ... und andere unerklärliche Phänomene hatte [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,340]
3.
ungewöhnlicher, überragender Mensch
Beispiele:
er war ein künstlerisches, mathematisches, schöpferisches Phänomen
er ist ein Phänomen im Komponieren
Der Poet als Mann, als Charakter, das ist das Phänomen Lessing [Th. Mann11,195]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Phänomen · phänomenal
Phänomen n. ‘sich den Sinnen zeigende oder gedachte Erscheinung, seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis, auffallende (Natur)erscheinung, ungewöhnlicher, überragender Mensch’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) als philosophischer und naturwissenschaftlicher Terminus aus spätlat. phaenomenon ‘Erscheinung, bes. in der Luft’, griech. phainómenon (φαινόμενον) ‘das Erscheinende, Einleuchtende, Himmelserscheinung’, dem substantivierten Partizip von griech. phá͞inesthai (φαίνεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen’. Griech.-lat. Schreibweise ist bis ins späte 18. Jh. bezeugt, dt. Formenbildung setzt im frühen 18. Jh. ein. phänomenal Adj. ‘erstaunlich, großartig, einzigartig, außergewöhnlich’ (Mitte 19. Jh.), nach frz. phénoménal (Anfang 19. Jh., zu frz. phénomène).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geheimnis · ↗Mysterium · ↗Rätsel · ↗Wunder  ●  Buch mit sieben Siegeln  ugs., fig. · ↗Chiffre  geh., franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
Unterbegriffe
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beschreibung Daseinsformen Erklärung akustisches bekanntes beobachten beobachteten beschreiben biologisches erforscht erstaunliches gesellschaftliches globales interessantes komplexes kulturelles merkwürdiges natürliches paranormale physikalische psychischen psychologisches rätselhafte seltsames soziologisches unerklärliche untersucht verbreitetes vorübergehendes ästhetisches

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Phänomen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch er wollte sich lieber die Zeit nehmen, das Phänomen zu untersuchen.
Die Zeit, 06.02.2012, Nr. 06
Das Phänomen blieb auf den nördlichen Teil des Sees beschränkt.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 894
Das sei ein äußerst seltenes Phänomen in der Geschichte Frankreichs.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]
Für die Phänomene, welche hierdurch hervorgebracht werden, gibt es unzählige Namen.
o. A.: Einhundertachtundsiebzigster Tag. Montag, 15. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 13585
Es handelt sich nämlich wirklich nicht mehr bloß um eine quantitative Steigerung desselben Phänomens.
Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Frankfurt a.M: Klostermann 1985 [1929], S. 62
Zitationshilfe
„Phänomen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Phänomen>, abgerufen am 22.09.2017.

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