Phänomen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Phänomens · Nominativ Plural: Phänomene
Aussprache 
Worttrennung Phä-no-men
Wortbildung  mit ›Phänomen‹ als Erstglied: Phänomenbereich · Phänomenologe · phänomenal
 ·  mit ›Phänomen‹ als Letztglied: Einzelphänomen · Epiphänomen · Grundphänomen · Krankheitsphänomen · Kulturphänomen · Massenphänomen · Naturphänomen · Randphänomen · Stimmphänomen · Urphänomen · Wetterphänomen
Herkunft zu phainómenongriech (φαινόμενον) ‘das Erscheinende, Einleuchtende, Himmelserscheinung’ < phaínesthaigriech (φαίνεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen’
eWDG

Bedeutungen

1.
sich den Sinnen zeigende Erscheinung
Beispiele:
ein typisches, physikalisches Phänomen
das Echo ist ein akustisches Phänomen
Sprache ist ein gesellschaftliches Phänomen
ein Phänomen der Natur, Zeit
das Phänomen einer Mondfinsternis
ein Phänomen beschreiben, untersuchen, erklären
2.
seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis
Beispiele:
ein merkwürdiges, ungelöstes Phänomen
[ein Graf] der ein besonderes Interesse für Wunder … und andere unerklärliche Phänomene hatte [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,340]
3.
ungewöhnlicher, überragender Mensch
Beispiele:
er war ein künstlerisches, mathematisches, schöpferisches Phänomen
er ist ein Phänomen im Komponieren
Der Poet als Mann, als Charakter, das ist das Phänomen Lessing [ Th. Mann11,195]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Phänomen · phänomenal
Phänomen n. ‘sich den Sinnen zeigende oder gedachte Erscheinung, seltenes, außergewöhnliches Vorkommnis, auffallende (Natur)erscheinung, ungewöhnlicher, überragender Mensch’, entlehnt (2. Hälfte 17. Jh.) als philosophischer und naturwissenschaftlicher Terminus aus spätlat. phaenomenon ‘Erscheinung, besonders in der Luft’, griech. phainómenon (φαινόμενον) ‘das Erscheinende, Einleuchtende, Himmelserscheinung’, dem substantivierten Partizip von griech. phá͞inesthai (φαίνεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen’. Griech.-lat. Schreibweise ist bis ins späte 18. Jh. bezeugt, dt. Formenbildung setzt im frühen 18. Jh. ein. phänomenal Adj. ‘erstaunlich, großartig, einzigartig, außergewöhnlich’ (Mitte 19. Jh.), nach frz. phénoménal (Anfang 19. Jh., zu frz. phénomène).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geheimnis · Mysterium · Phänomen · Rätsel · Wunder  ●  Buch mit sieben Siegeln  ugs., fig. · Chiffre  geh., franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
Erscheinung · Gegebenheit · Phänomen  ●  Phänomenon  bildungssprachlich

Typische Verbindungen zu ›Phänomen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Phänomen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Phänomen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Phänomen blieb auf den nördlichen Teil des Sees beschränkt. [Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 894]
Aber unsere naturwissenschaftliche Aufklärung zwang uns, das Phänomen näher zu ergründen. [Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 55]
Das Phänomen der »hellen Stunde« springt dem spurenlesenden Historiker ins Auge. [Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 766]
Auch dieses Phänomen läßt sich am einfachsten durch ein sensorisches Ereignis auslösen. [Rösler, Frank: Hirnelektrische Korrelate Kognitiver Prozesse, Berlin: Springer 1982, S. 2]
Man sollte endlich darauf verzichten, die Gruppe 47 als ein Phänomen der Literatur zu betrachten. [Der Spiegel, 01.09.1997]
Zitationshilfe
„Phänomen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ph%C3%A4nomen>.

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