Fantast, der

Alternative SchreibungPhantast, s. Regelwerk: § 32 (2)
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fantasten · Nominativ Plural: Fantasten
WorttrennungFan-tast ● Phan-tast (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

wirklichkeitsfremder Träumer, Schwärmer
Beispiele:
ein ausgemachter, weltfremder Fantast
er ist ein nicht ernst zu nehmender Fantast
jmdn. einen Fantasten nennen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Phantasie · Fantasie · phantasieren · Phantast · phantastisch
Phantasie f. ‘Einbildungskraft, Vorstellungsvermögen, Erfindungsgabe, nicht der Wirklichkeit entsprechende Vorstellung’, in der Medizin ‘Fieberträume, Wahnvorstellungen’, mhd. fantasīe ‘Einbildung, Trugbild, Anfechtung’, nhd. Phantasei (überwiegend bis etwa 1800, danach nur selten) und Phantasie, entlehnt aus lat. phantasia, griech. phantasía (φαντασία) ‘Erscheinung, Aussehen, Vorstellung, geistiges Bild, Einbildung’, eine Bildung zu griech. phantázesthai (φαντάζεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen, sich vorstellen, einbilden’. Die unter frz. Einfluß (afrz. fantasie, frz. fantaisie) stehende Schreibung Fantasie besteht bis ins 19. Jh. neben der mit Ph-, die dann nach klassischem Muster gültig wird. In der Sprache der Musik dagegen meist Fantasie ‘improvisiertes, keinen bestimmten Formgesetzen unterworfenes Instrumentalstück’ (nach ital. fantasia). phantasieren Vb. ‘sich den wechselnden Vorstellungen der Phantasie hingeben, schwärmen, im Fieber wirr reden, Unsinn reden’, in der Musik ‘frei aus dem Stegreif spielen, improvisieren’, frühnhd. fantasieren (15. Jh.); spätlat. phantasiārī ‘sich vorstellen, sich einbilden’. Phantast m. ‘wirklichkeitsfremder Träumer, Schwärmer’, frühnhd. fantast (15. Jh.); vgl. griech. phantastḗs (φανταστής) ‘wer sich zur Schau stellt oder brüstet, Prahler’. phantastisch Adj. ‘nur in der Phantasie bestehend, schwärmerisch, unwirklich, ungewöhnlich’ (16. Jh.), in der Umgangssprache auch ‘großartig, wunderbar, unglaublich’; vgl. spätlat. phantasticus, griech. phantastikós (φανταστικός) ‘zum Vorstellen befähigt, Vorstellungen bildend’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fantast · ↗Idealist · Phantast · ↗Romantiker · ↗Schwärmer · ↗Träumer · ↗Utopist
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abenteurer Außenseiter Dichter Erfinder Fanatiker Idealist Narr Pfiffikus Pionier Pragmatiker Realist Ruf Scharlatan Schwärmer Spinner Surrealist Traum Träumer Utopist Visionär abstempeln abtun grün romantisch skeptisch sächsisch träumen weltfremd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Phantast‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich darüber schreibe, was ich mir eingebildet habe zu erleben, erlaube ich mir, ein Phantast zu sein.
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2003
Jeder, der die Genres strikt trennen will, ist ein Phantast.
Der Tagesspiegel, 24.11.1999
Ein Phantast, der nur so allgemein von Sehnsucht lebt, käme nie durch.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 122
Ein Phantast comme il faut, man schlägt sich an den Kopf.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 991
Das war ein Phantast, der auf diese Art und Weise einmal aus dem öffentlichen Leben für eine verhältnismäßig kurze Zeit immerhin gezogen werden mußte.
o. A.: Zweihundertzweiter Tag. Dienstag, 13. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 10596
Zitationshilfe
„Fantast“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fantast>, abgerufen am 17.02.2019.

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