Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Phantom, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Phantoms · Nominativ Plural: Phantome
Aussprache 
Worttrennung Phan-tom (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Phantom‹ als Erstglied: Phantombild · Phantomdiskussion · Phantomschmerz · Phantomschreiber · Phantomzeichnung
Herkunft aus gleichbedeutend fantômefrz < phántasmagriech (φάντασμα) ‘Erscheinung, Gestalt, Trugbild, Gespenst’ < phantázesthaigriech (φαντάζεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen, sich vorstellen, einbilden’ (Fantasie)
eWDG

Bedeutung

Trugbild, Hirngespinst
Beispiele:
ein leeres, trügerisches Phantom
ein Phantom der Vergangenheit, des Schreckens
ein Phantom taucht auf, verschwindet
einem Phantom nachjagen
wirre Phantome sehen
die Burg schwamm wie ein Phantom im Nebel
indem Bernhard ihr zusah … kam sie ihm wie ein lockendes Phantom vor [ Ric. HuchDreißigjähr. Krieg2,220]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Phantom n. ‘Schein-, Trugbild, Sinnestäuschung’, auch ‘Gliederpuppe’, entlehnt (18. Jh.) aus gleichbed. frz. fantôme, dem afrz. fanto(s)me, aprov. fantauma voraufgeht. Zugrunde liegt galloroman. *phantagma, das durch Suffixtausch aus lat. phantasma, griech. phántasma (φάντασμα) ‘Erscheinung, Gestalt, Trugbild, Gespenst’ hervorgegangen ist, einer Substantivbildung zu griech. phantázesthai (φαντάζεσθαι) ‘sichtbar werden, erscheinen, sich vorstellen, einbilden’ (s. Phantasie). In neuerer Zeit (20. Jh.) steht Phantom auch für ‘Nachbildung eines Körperteils, Organs für Unterrichtszwecke’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Synonymgruppe
(unheimliches o.ä.) Wesen · Geist · Gespenst · Phantom · Schemen · Spirit · Spuk · Spukgestalt  ●  Manen  ugs., Plural
Oberbegriffe
  • Fabelwesen · Fantasiegeschöpf · Phantasiegeschöpf · übernatürliches Wesen
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Phantom‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Phantom‹.

Verwendungsbeispiele für ›Phantom‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Keinem ernsten Politiker fällt es bei, großmannssüchtigen Phantomen auf Kosten der beiden Nachbarn nachzujagen. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 04.03.1916]
Auf dieses Phantom, das alle Geschichte aufhebt, brauchen wir nicht weiter einzugehen. [Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. I,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1884], S. 26016]
Ein Phantom, längst flüchtig, wenn man glaubt, ihn gefangen zu haben. [Die Zeit, 14.03.2013, Nr. 11]
Immer wenn sie wieder die gleichen Spuren gesehen haben, ist ihnen das Phantom in den Kopf gestiegen. [Die Zeit, 06.04.2009, Nr. 14]
Aber sie macht uns klar, dass es immer noch am heilsamsten ist, sich zunächst einmal den selbst produzierten Phantomen zu stellen. [Die Zeit, 06.10.2004, Nr. 41]
Zitationshilfe
„Phantom“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Phantom>.

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