Philanthropie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Philanthropie · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPhi-lan-thro-pie · Phi-lanth-ro-pie · Phil-an-thro-pie · Phil-anth-ro-pie
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Philanthropie‹ als Grundform: ↗philanthropisch
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltend Menschenfreundlichkeit, die sich auf individuelle Wohltätigkeit beschränkt, die sozialökonomischen Wurzeln von Elend und Ausbeutung jedoch unbeachtet lässt
Beispiel:
Er glaubt, die Welt könne durch Philanthropie umgewandelt werden [BebelAus meinem Leben796]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Misanthrop · Philanthrop · Misanthropie · Philanthropie
Misanthrop m. ‘Menschenfeind, -hasser, -verächter’, Übernahme (17. Jh.) von gleichbed. frz. misanthrope (daher zunächst in frz. Schreibweise), das durch Molières Komödie (1666) bekannt wird. Dies ist eine Entlehnung (Rabelais, 1552) aus griech. misánthrōpos (μισάνθρωπος), zu griech. misé͞in (μισεῖν) ‘hassen’ und ánthrōpos (ἄνθρωπος) ‘Mensch’, gebildet als Gegenwort zu griech. philánthrōpos (φιλάνθρωπος) ‘menschenfreundlich, gütig, Menschenfreund’ (s. ↗phil-), woraus Philanthrop m. ‘Menschenfreund, Wohltäter’ (18. Jh.), frz. philanthrope (14. Jh.). Die griech.-lat. Form Misanthropus ist vereinzelt bereits im 16. Jh. im Dt. belegt. In der Übersetzung dafür ↗Menschenfeind (s. d.) und Menschenhasser (18. Jh.). Die dt. Übersetzung von Philanthrop ist ‘Menschenfreund’ (18. Jh.). Misanthropie f. ‘Menschenhaß, Menschenfeindlichkeit’ (18. Jh.), frz. misanthropie (16. Jh.), aus griech. mīsanthrōpía (μισανθρωπία). Philanthropie f. ‘Menschenliebe, Menschenfreundlichkeit’ (17. Jh.), frz. philanthropie (16. Jh.), aus griech. philanthrōpía (φιλανθρωπία).

Thesaurus

Synonymgruppe
Menschenfreundlichkeit · ↗Menschenliebe · Philanthropie
Synonymgruppe
Caritas · ↗Menschenliebe · ↗Nächstenliebe · Philanthropie · ↗Wohltätigkeit · soziales Engagement

Typische Verbindungen
computergeneriert

bürgerlich rein

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Philanthropie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur auf dem Felde der Philanthropie ist er auffällig unauffällig geblieben.
Die Zeit, 14.12.2012, Nr. 51
Hinter seinem Handeln stand aber nicht bloße Philanthropie, sondern die missionarische Verantwortung.
Dammann, E.: Livingstone. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 23791
Die Familientradition der Philanthropie hielten sie ihr Leben lang hoch.
Die Welt, 05.07.2003
Dies stellt die größte Einzelwidmung in der Geschichte der Philanthropie dar und ist um 150 Mill.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1955]
Gleichzeitig mit der »Entstehung der Kindheit« als eigenem Lebensabschnitt entdeckte die Aufklärungspädagogik und Philanthropie die Lektüre als Erziehungsmittel und moralische Anstalt.
Wittmann, Reinhard: Geschichte des deutschen Buchhandels. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1991], S. 3069
Zitationshilfe
„Philanthropie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Philanthropie>, abgerufen am 12.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Philanthrop
Philaleth
phil-
Phiale
Phi
Philanthropinismus
philanthropisch
Philanthropismus
Philatelie
Philatelist