Philosoph, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Philosophen · Nominativ Plural: Philosophen
Aussprache
WorttrennungPhi-lo-soph
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Philosoph‹ als Letztglied: ↗Geschichtsphilosoph · ↗Kulturphilosoph · ↗Moralphilosoph · ↗Naturphilosoph · ↗Rechtsphilosoph · ↗Religionsphilosoph · ↗Sozialphilosoph
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Lehrer, Forscher auf dem Gebiet der Philosophie
Beispiele:
ein analytischer, idealistischer Philosoph
die Philosophen der Antike
der Dialog zwischen den Naturwissenschaftlern und den Philosophen
2.
jmd., der gern philosophiert
Beispiel:
Die alte Dame ... meinte diesmal, daß ich ja ein rechter Philosoph sei [HildesheimerParadies107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Philosoph · Philosophie · philosophieren · philosophisch
Philosoph m. ‘Wissenschaftler auf dem Gebiet der Philosophie’, in der Umgangssprache ‘abgeklärter, weiser Mensch’, spätmhd. philosophe, entlehnt aus lat. philosophus, griech. philósophos (φιλόσοφος) ‘geistige Geschicklichkeiten, Kenntnisse liebend und übend, über etw. nachdenkend, etw. systematisch betreibend’, dann (substantiviert) ‘jeder Kundige’ (z. B. Tonkünstler, Sänger, Dichter), besonders ‘Freund gelehrter Kenntnisse, Untersuchungen, der die Redekunst Liebende’, endlich ‘wer das wahre Wesen der Dinge und des Menschen untersucht und erkennt’; vgl. griech. sophós (σοφός) ‘geschickt, gelehrt, weise, Weiser’ und s. ↗phil-. Philosophie f. Wissenschaft von den allgemeinen Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens und von der Stellung des Menschen in der Welt, Weltanschauung, mhd. philosophīe, aus lat. philosophia, griech. philosophía (φιλοσοφία) ‘Lebensweisheit, Liebe zur Gelehrsamkeit, zu den Wissenschaften’, vgl. griech. sophía (σοφία) ‘Weisheit, Wissenschaft’. philosophieren Vb. ‘vernunftmäßig, methodisch denken, forschen, nachdenklich über etw. sprechen’ (16. Jh.), aus lat. philosophārī ‘Philosophie betreiben, sich um gründliche Kenntnis bemühen, forschen’; Einfluß von mfrz. frz. philosopher ist möglich. philosophisch Adj. ‘die Philosophie betreffend, methodisch, erkenntnismäßig forschend, besinnlich, nachdenklich, weise’ (16. Jh.), spätlat. philosophicus.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Biologe Dichter Germanist Historiker Jurist Literat Literaturwissenschaftler Mathematiker Mediziner Naturwissenschaftler Philologe Physiker Psychologe Publizist Pädagoge Schriftsteller Soziologe Staatsmann Theologe analytisch antik bedeutend französisch griechisch lehrend marxistisch promoviert studiert verstorben Ökonom

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Philosoph‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst Philosophen zerbrechen sich die Köpfe über eine möglichst gerechte Handhabung.
Der Tagesspiegel, 08.08.2003
Bisher waren die Philosophen mit ihren Überlegungen immer von der Welt der Objekte ausgegangen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 320
Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.
Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 51
Der kritische Philosoph hat auf reinliche Scheidung der Gebiete zu achten.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 3048
Am Sonntagnachmittag traf Quandt den jungen Feuerbach, den Philosophen, auf der Straße.
Wassermann, Jakob: Caspar Hauser, Berlin: Aufbau-Verl. 1987 [1908], S. 411
Zitationshilfe
„Philosoph“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Philosoph>, abgerufen am 16.12.2019.

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