Philosophie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Philosophie · Nominativ Plural: Philosophien
Aussprache 
Worttrennung Phi-lo-so-phie
Herkunft zu griech. philosophíagriech (φιλοσοφία) ‘Lebensweisheit, Liebe zur Gelehrsamkeit, zu den Wissenschaften’
eWDG

Bedeutungen

1.
Wissenschaft, die die Welt und die Stellung des Menschen in ihr zu erkennen sucht
Beispiele:
eine analytische, idealistische Philosophie
die antike, analytische, klassische, marxistische, deutsche, französische Philosophie
die Philosophie Platos, Hegels
die Geschichte der Philosophie
Philosophie betreiben, studieren
Marxismus Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungsgesetzen und Strukturgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens und der Stellung des Menschen in der Welt
Beispiele:
der dialektische und historische Materialismus ist die marxistisch‑leninistische Philosophie
die marxistische Philosophie leitet zum Handeln an, verändert die Welt
2.
übertragen persönliche Betrachtungsweise des Lebens
Beispiele:
sich [Dativ] seine eigene Philosophie zurechtlegen
Allmählich aber schuf er sich … eine dem Leben dienliche Philosophie [ HesseSteppenw.4,233]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Philosoph · Philosophie · philosophieren · philosophisch
Philosoph m. ‘Wissenschaftler auf dem Gebiet der Philosophie’, in der Umgangssprache ‘abgeklärter, weiser Mensch’, spätmhd. philosophe, entlehnt aus lat. philosophus, griech. philósophos (φιλόσοφος) ‘geistige Geschicklichkeiten, Kenntnisse liebend und übend, über etw. nachdenkend, etw. systematisch betreibend’, dann (substantiviert) ‘jeder Kundige’ (z. B. Tonkünstler, Sänger, Dichter), besonders ‘Freund gelehrter Kenntnisse, Untersuchungen, der die Redekunst Liebende’, endlich ‘wer das wahre Wesen der Dinge und des Menschen untersucht und erkennt’; vgl. griech. sophós (σοφός) ‘geschickt, gelehrt, weise, Weiser’ und s. phil-. Philosophie f. Wissenschaft von den allgemeinen Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens und von der Stellung des Menschen in der Welt, Weltanschauung, mhd. philosophīe, aus lat. philosophia, griech. philosophía (φιλοσοφία) ‘Lebensweisheit, Liebe zur Gelehrsamkeit, zu den Wissenschaften’, vgl. griech. sophía (σοφία) ‘Weisheit, Wissenschaft’. philosophieren Vb. ‘vernunftmäßig, methodisch denken, forschen, nachdenklich über etw. sprechen’ (16. Jh.), aus lat. philosophārī ‘Philosophie betreiben, sich um gründliche Kenntnis bemühen, forschen’; Einfluß von mfrz. frz. philosopher ist möglich. philosophisch Adj. ‘die Philosophie betreffend, methodisch, erkenntnismäßig forschend, besinnlich, nachdenklich, weise’ (16. Jh.), spätlat. philosophicus.

Thesaurus

Synonymgruppe
(innere) Haltung · (jemandes) Philosophie · Auffassung vom Leben · Einstellung (zu) · Geisteshaltung · Gesinnung · Grundeinstellung · Lebenseinstellung · Mentalität · Selbstverständnis · Werte · Überzeugung  ●  Ethos  geh.
Geisteswissenschaften
Synonymgruppe
Lebensansicht · Weisheitsliebe · Weltanschauung  ●  Philosophie  fachspr.
Geisteswissenschaften
Synonymgruppe
(jemandes) Sicht der Dinge · Auffassung vom Leben · Denkungsart · Denkweise · Geisteshaltung · Gesinnung · Grundeinstellung · Grundhaltung · Grundüberzeugung · Ideologie · Philosophie · Sinnesart · Weltanschauung · Weltauffassung · Weltbild · Weltsicht · Weltverständnis · Wertauffassung · geistiger Standort · ideologischer Standort · wes Geistes Kind  ●  welches Sinnes  veraltet · wes Sinnes  veraltet · (die Art) wie jemand gestrickt ist  ugs., fig. · (die Art) wie jemand tickt  ugs., fig. · Denke  ugs. · aus welchem Holz jemand geschnitzt ist  ugs., fig. · welchen Sinnes  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Philosophie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Philosophie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Philosophie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine Zeit widmete ich der Philosophie, den schönen Künsten, der Musik. [Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203]
Das ist selbstverständlich keine Philosophie, dazu bin ich intelligent genug. [Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 245]
Aber was war denn nun das richtige Verständnis seiner Philosophie? [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 385]
Auf den metaphysisch‑religiösen Kern der griechischen Philosophie kommen wir später zurück. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 164]
Wer sich als Philosoph auf die Literatur herausredet, redet sich aus der Philosophie heraus. [Die Zeit, 30.09.1999, Nr. 40]
Zitationshilfe
„Philosophie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Philosophie>.

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