Philosophie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Philosophie · Nominativ Plural: Philosophien
Aussprache
WorttrennungPhi-lo-so-phie
HerkunftGriechisch
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Wissenschaft, die die Welt und die Stellung des Menschen in ihr zu erkennen sucht
Beispiele:
eine analytische, idealistische Philosophie
die antike, analytische, klassische, marxistische, deutsche, französische Philosophie
die Philosophie Platos, Hegels
die Geschichte der Philosophie
Philosophie betreiben, studieren
Marxismus Wissenschaft von den allgemeinen Bewegungsgesetzen und Strukturgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens und der Stellung des Menschen in der Welt
Beispiele:
der dialektische und historische Materialismus ist die marxistisch-leninistische Philosophie
die marxistische Philosophie leitet zum Handeln an, verändert die Welt
2.
übertragen persönliche Betrachtungsweise des Lebens
Beispiele:
sich [Dativ] seine eigene Philosophie zurechtlegen
Allmählich aber schuf er sich ... eine dem Leben dienliche Philosophie [HesseSteppenw.4,233]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Philosoph · Philosophie · philosophieren · philosophisch
Philosoph m. ‘Wissenschaftler auf dem Gebiet der Philosophie’, in der Umgangssprache ‘abgeklärter, weiser Mensch’, spätmhd. philosophe, entlehnt aus lat. philosophus, griech. philósophos (φιλόσοφος) ‘geistige Geschicklichkeiten, Kenntnisse liebend und übend, über etw. nachdenkend, etw. systematisch betreibend’, dann (substantiviert) ‘jeder Kundige’ (z. B. Tonkünstler, Sänger, Dichter), besonders ‘Freund gelehrter Kenntnisse, Untersuchungen, der die Redekunst Liebende’, endlich ‘wer das wahre Wesen der Dinge und des Menschen untersucht und erkennt’; vgl. griech. sophós (σοφός) ‘geschickt, gelehrt, weise, Weiser’ und s. ↗phil-. Philosophie f. Wissenschaft von den allgemeinen Entwicklungsgesetzen der Natur, der Gesellschaft und des Denkens und von der Stellung des Menschen in der Welt, Weltanschauung, mhd. philosophīe, aus lat. philosophia, griech. philosophía (φιλοσοφία) ‘Lebensweisheit, Liebe zur Gelehrsamkeit, zu den Wissenschaften’, vgl. griech. sophía (σοφία) ‘Weisheit, Wissenschaft’. philosophieren Vb. ‘vernunftmäßig, methodisch denken, forschen, nachdenklich über etw. sprechen’ (16. Jh.), aus lat. philosophārī ‘Philosophie betreiben, sich um gründliche Kenntnis bemühen, forschen’; Einfluß von mfrz. frz. philosopher ist möglich. philosophisch Adj. ‘die Philosophie betreffend, methodisch, erkenntnismäßig forschend, besinnlich, nachdenklich, weise’ (16. Jh.), spätlat. philosophicus.

Thesaurus

Synonymgruppe
Auffassung vom Leben · ↗Einstellung (zu) · ↗Grundeinstellung · ↗Haltung · ↗Mentalität  ●  Philosophie  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Frage der inneren Haltung  ●  ↗Einstellungssache  ugs.
  • (eine) Frage der Persönlichkeit (sein) · (eine) Mentalitätsfrage (sein) · (eine) Typfrage (sein) · davon abhängen, was für ein Typ man ist  ●  darauf ankommen, wie jemand drauf ist  ugs., salopp
Synonymgruppe
Lebensansicht · Weisheitsliebe · ↗Weltanschauung  ●  Philosophie  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandes) Sicht der Dinge · Auffassung vom Leben · ↗Denkungsart · ↗Denkweise · ↗Geisteshaltung · ↗Gesinnung · ↗Grundeinstellung · ↗Grundhaltung · ↗Grundüberzeugung · ↗Ideologie · Philosophie · ↗Sinnesart · ↗Weltanschauung · ↗Weltauffassung · ↗Weltbild · ↗Weltsicht · ↗Weltverständnis · Wertauffassung · geistiger Standort · ideologischer Standort · wes Geistes Kind  ●  welches Sinnes  veraltet · wes Sinnes  veraltet · (die Art) wie jemand gestrickt ist  ugs., fig. · (die Art) wie jemand tickt  ugs., fig. · ↗Denke  ugs. · aus welchem Holz jemand geschnitzt ist  ugs., fig. · welchen Sinnes  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Doktor Ethik Germanistik Geschichte Kunst Kunstgeschichte Literatur Literaturwissenschaft Mathematik Medizin Naturwissenschaft Philologie Physik Professor Psychologie Pädagogik Religion Soziologie Studium Theologie Wissenschaft abendländisch analytisch antik griechisch idealistisch kantisch lehren praktisch studieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Philosophie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Meine Zeit widmete ich der Philosophie, den schönen Künsten, der Musik.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 203
Seit zwei Jahrzehnten erwacht in der Philosophie erneut das Interesse am guten Leben.
Die Zeit, 12.05.1999, Nr. 20
Es hat keinen Sinn auszusteigen, und es hat keinen Sinn, sich auf Philosophie zu beschränken.
konkret, 1982
In einer glücklichen Lage befand sich noch die alte Philosophie.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 14
Ihm muß die bewegende Frage der gegenwärtigen deutschen Philosophie jedenfalls verborgen bleiben.
Plessner, Helmuth: Die verspätete Nation, Stuttgart: Kohlhammer 1962 [1935], S. 133
Zitationshilfe
„Philosophie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Philosophie>, abgerufen am 15.10.2019.

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