Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pianoforte, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Pi-ano-for-te · Pia-no-for-te
Herkunft aus gleichbedeutend pianofortefrz < clavicembalo col piano e forteital ‘Hammerklavier mit leisem und lautem Ton’
eWDG

Bedeutung

veraltet Hammerklavier, Fortepiano
Beispiel:
da sie das Pianoforte vorzüglich spiele und recht ausdrucksvoll singe [ E. T. A. Hoffm.Kater Murr5,279]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piano · pianissimo · Piano1 · Pianissimo · Piano2 · Pianoforte · Fortepiano · Pianist
piano Adv. (in der Musik) ‘leise’, Übernahme (Anfang 17. Jh.) als musikalischer Terminus von gleichbed. ital. piano, eigentlich ‘glatt, eben’, aus lat. plānus ‘eben, flach, platt’ (s. plan); dazu der Superlativ pianissimo Adv. ‘sehr leise’ (17. Jh.), ital. pianissimo, und die Substantivierungen Piano1 n. und Pianissimo n. ‘leises’ bzw. ‘sehr leises Spielen, Singen, (sehr) leise zu spielende Stelle in einem Musikstück, (sehr) geringe Tonstärke’ (beide 18. Jh.). Piano2 n. ‘Hammerklavier’ (Mitte 19. Jh.), nach frz. piano, der verkürzten Form von frz. pianoforte, älter piano et forte, eigentlich ‘leise und laut’, aus ital. clavicembalo col piano e forte ‘Hammerklavier mit leisem und lautem Ton’ (später ital. pianoforte, auch fortepiano), weil die Tasten des Hammerklaviers im Unterschied zu seinen Vorläufern leise (piano) und laut (forte) angeschlagen werden können; danach auch im Dt. Pianoforte n. und Fortepiano n. (beide 18. Jh.). Pianist m. ‘Klavierspieler, -künstler, -virtuos’ (19. Jh.), frz. pianiste, ital. pianista.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Fortepiano · Pianino · Pianoforte  ●  Klavier  ugs., Hauptform · Klimperkasten  ugs. · Piano  geh., Jargon
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Pianoforte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pianoforte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pianoforte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie könne er sich jemals wieder ungetrübt ans Pianoforte setzen? [Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 157]
Sie alle schrieben „für sich selbst“, machten das Pianoforte zum Ort ihrer persönlichen Experimente. [Die Zeit, 19.03.1965, Nr. 12]
Als Lehrer für das Pianoforte war er aber von entschiedener Begabung. [Richter, Alfred: Aus Leipzigs musikalischer Glanzzeit, Erinnerungen eines Musikers. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 43871]
Wir wohnten ein Weilchen im selben Haus, und er spielte jeden Abend auf seinem Pianoforte. [Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08]
Doch je mehr Hände an einem Pianoforte in die Tasten greifen, desto schneller kommt man sich gegenseitig ins Gehege. [Der Tagesspiegel, 03.12.2003]
Zitationshilfe
„Pianoforte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pianoforte>.

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