Piep, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pieps · Nominativ Plural: Piepe
Wortbildung mit ›Piep‹ als Erstglied: ↗Piepmatz · ↗Piepvogel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Vogellaut
Beispiel:
Kein Vogel tat einen Piep [ViebigBerliner Novellen185]
übertragen
Beispiel:
salopp er sagt keinen Piep mehr (= sagt kein Wort mehr)
2.
salopp
Beispiel:
er hat einen (kleinen) Piep (= ist verrückt, dumm)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

piep · pieps · piepe · piepen · piepsen · piepsig · Piep · Piepvogel
piep, intensivierend pieps indeklinables Schallwort zur Wiedergabe eines hellen Pfeiftones oder eines Vogellauts (17. Jh., wohl älter); bildlich (als Ausdruck des Nichtigen) in der Wendung keinen piep (mehr) sagen (können) ‘nichts (mehr) sagen (können)’ (19. Jh.). piepe Adj. indeklinabel ‘gleichgültig’, es ist mir piepe ‘es bedeutet mir soviel wie nichts’ (19. Jh.), auch verstärkt piepegal (20. Jh.), oder (im Wortspiel) schnurz und piepe. piepen Vb. ‘einen hellen, pfeifenden Ton von sich geben’ (besonders von jungen Vögeln und kleinen Tieren). Im 16. Jh. ins Hd. aufgenommenes (und dort neben ↗pfeifen, s. d., tretendes) mnd. md. (1. Hälfte 15. Jh.) pīpen (nd. piepen) ist wie gleichbed. engl. to peep, nl. piepen, schwed. pipa lautmalender Herkunft. Außergerm. sind vergleichbar griech. pippízein (πιππίζειν), lat. pīpilāre, pīpāre, pīpiāre, lit. pỹpti, tschech. pípati ‘piepen’, ohne daß etymologische Verwandtschaft angenommen werden muß. piepsen Vb. ‘mehrfach den Laut piep ertönen lassen, piep piep machen’ wie junge Vögel (17. Jh.), bildlich ‘mit hoher oder schwacher Stimme sprechen’ (17. Jh.), piepsig Adj. ‘dünn, leise’ (von der Stimme), ‘schwächlich, kränklich’ und Piep m. für den Laut des Vogels, dann auch für einen dünnen, hohen Ton (19. Jh.). Piepvogel m. ‘piepender, singender Vogel’, vgl. auch Piephahn, Pieplerche, Piepmatz (s. ↗Matz) und Piepmaus (alle 18./19. Jh., doch wohl älter). In Anlehnung an umgangssprachliches einen Vogel haben ‘fixe Ideen haben, überspannt, verrückt sein’ (vgl. Grillen, Mucken im Kopf haben) stehen Wendungen wie einen Piepmatz, einen Piep(s) haben sowie bei dir piept’s; ferner das ist zum Piepen ‘ist zum Lachen’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei wurde "Piepe" vor zwölf Wochen nach dem 0:8 bei Union gefeuert.
Bild, 15.11.2005
Eigentlich bin ich schrecklich schüchtern und sage sonst nie einen Pieps.
Der Tagesspiegel, 14.08.2000
Sie gaben keinen Pieps von sich, wenn sie nicht gefragt wurden.
Die Zeit, 26.09.1997, Nr. 40
Es gab kein ernstliches Hindernis, nur hier und da ein Piepsen des Sekretärs.
Kafka, Franz: Das Schloß. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1922], S. 10401
Er wollte eine weitere Frage stellen, aber in diesem Moment drang ein leises, zweifaches Piepsen aus Frankes Jacke.
Hohlbein, Wolfgang: Das Druidentor, Stuttgart: Weitbrecht 1993, S. 87
Zitationshilfe
„Piep“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Piep>, abgerufen am 27.05.2019.

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