Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Pingpong, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pingpongs · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [ˈpɪŋpɔŋ]
Worttrennung Ping-pong
Wortbildung  mit ›Pingpong‹ als Erstglied: Pingpongball · Pingpongplatte
Herkunft aus gleichbedeutend ping‑pongengl
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

als Freizeitsport ausgeübtes, dem Tischtennis ähnliches Spiel ohne festes Regelwerk
Beispiele:
In etlichen Familien wird Tischtennis gespielt, in der Garage, im Hof, im Verein – vor allem Jugendliche hetzen auch gerne im sogenannten Rundlauf um die Platte, spielen Pingpong im halben Dutzend und aus stetem Gerenne heraus. [Badische Zeitung, 08.09.2020]
»Am Anfang habe ich nur Pingpong gespielt«, wiegelt sie ab – wobei sie unter »Pingpong« das Spiel ohne Vereinsbindung und ohne das […] Festklammern an die Regeln des Tischtennisverbandes meint. [Fränkischer Tag, 27.02.2010]
Nicht »Pingpong«, sondern Wettkampf‑Tischtennis wurde geboten. Die jungen Talente überraschten mit angeschnittenen Angaben und Schmetterbällen. [Frankfurter Rundschau, 21.12.1995]
Plötzlich waren Millionen Menschen von der Dramatik eines Spiels gebannt, das bislang in ihrer Vorstellung nur als harmloses Freizeitvergnügen existierte. Aus dem lustigen Pingpong – Lautmalerei des aufspringenden Zelluloidbällchens – war über Nacht Tischtennis, ein unerbittliches Kampfspiel, ein faszinierender Sport geworden. [Die Zeit, 16.05.1969]
speziellerDie Begriffe Pingpong und Tischtennis sind fast allen geläufig. Dass dies für Spieler aus einem Verein nicht ein und dasselbe ist, wissen hingegen die wenigsten. Während beim Tischtennis der Ball so gespielt werden muss, dass er nur auf der Tischhälfte des Gegners aufprallt, muss der Ball beim Pingpong sowohl auf der eigenen Seite als auch auf derjenigen des Gegners den Tisch berühren. [Luzerner Zeitung, 14.07.2014]
Schließlich ist Tischtennis doch mehr als bloßes Ping-Pong. Man muss auch sein Köpfchen anstrengen, und es braucht Kraft, Ausdauer und Taktik. [Neue Westfälische, 18.07.2016] ungültige Schreibung
übertragen gegenseitiges Zuweisen von Verantwortung, Schuld o. Ä., ohne dabei zu einer Lösung zu gelangen; häufiger, schneller Wechsel einer Tendenz, Richtung
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: verbales Pingpong
Beispiele:
Abteilungen und Ämter, Behörden und Bezirke, Senatsverwaltungen und landeseigene Gesellschaften blockieren sich gegenseitig, sorgen mit ihrem Pingpong der Zuständigkeiten bundesweit für Gelächter und leiden alle gemeinsam an Personal‑, Ressourcen‑ und Technikmangel. [Der Tagesspiegel, 29.12.2021]
Bis die SPD endlich ihren Kanzlerkandidaten festlegt, werden die Parteiflügel weiter Pingpong spielen und mal Frank‑Walter Steinmeier, mal Kurt Beck übers Netz dreschen – ein klassischer Richtungsstreit tobt in der Partei, der alles andere als dazu taugt, die SPD endlich wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. [Rhein-Zeitung, 16.06.2008]
Jahr für Jahr werden riesige Summen verschoben, der Sanierungsstau wird wegen des Pingpongs zwischen Kämmerer und Schuldezernat nicht kürzer. [Frankfurter Rundschau, 06.09.2005]
Doch Länder und Bund betreiben ein rechtliches Pingpong. In Deutschland ist Naturschutz Ländersache, der Bund gibt nur den gesetzlichen Rahmen vor. Die Länder meinen, daß sie nichts ohne die neue rechtliche Grundlage festlegen können und melden nur sehr zögerlich Schutzgebiete nach Brüssel […]. [die tageszeitung, 30.11.1995]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pingpong n. ‘Tischtennis’, Übernahme (um 1900, erneut um 1925) von gleichbed. engl. ping-pong. Die Bezeichnung des in England entwickelten Spiels ist eine reduplizierende Bildung mit ablautendem Vokal zum Schallwort engl. ping (vgl. einen Klangeindruck wiedergebendes engl. ding-dong und ähnlich entstandenes dt. bim, bam). In der offiziellen Sportsprache dafür Tischtennis.

Typische Verbindungen zu ›Pingpong‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pingpong‹.

Zitationshilfe
„Pingpong“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pingpong>.

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