Pinne, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pinne · Nominativ Plural: Pinnen
Aussprache
WorttrennungPin-ne
Wortbildung mit ›Pinne‹ als Letztglied: ↗Nuckelpinne · ↗Ruderpinne · ↗Schusterpinne
 ·  Ableitung von ›Pinne‹: ↗pinnen
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutungen

1.
Seemannssprache waagerechter Hebelarm des Steuerruders, der mit der Hand bedient wird
Beispiele:
Der Fischer Kostas wirft den Dieselmotor an, steigt barfuß über den weichen Netzhaufen, setzt sich auf das kleine Achterdeck und greift die Pinne – alles klar zum Auslaufen. [cernunninsel.wordpress.com, 05.03.2015]
Leinen los, Motor an und ganz gemächlich über den See fahren und ich das erste Mal an der Pinne, das hatte was. [swollny.wordpress.com, 06.09.2014]
Er lernt, vorwärts zu schleusen, abwärts zu schleusen, mit der Pinne zu steuern und Leinen aufzurollen. [Die Zeit, 01.08.2011, Nr. 31]
Ohne erstklassige Mitsegler jedoch bleibt auch der beste Mann an der Pinne, der Steuermann, der die taktischen Entscheidungen im Rennen zu treffen hat, hoffnungslos unterlegen. [Die Zeit, 04.07.1975, Nr. 28]
Pinne, Ruderpinne, hölzerner oder stählerner Hebelarm, mit dem das Steuerruder bewegt wird. [o. A.: P. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 54944. Zitiert nach: o. A.: P. In: Brockhausʼ Kleines Konversation-Lexikon, Leipzig: F.A. Brockhaus 1906.]
Kollokation:
in Koordination: Segel und Pinne
2.
spitzer Stift, auf dem die Magnetnadel des Kompasses ruht
Beispiele:
Der Kompaß für die Navigation auf See und in der Luft ist ein wenig komplizierter aufgebaut als die auf einer Pinne balancierende Magnetnadel der Pfadfinder. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2000]
Ein Magnetkompass besteht aus einem Stab- oder Ringmagneten, welcher auf einer Pinne ruht, die wiederum in einen Hohlkegelstein aus Saphir oder Diamant greift. Das Ganze wird von einer Kapsel umgeben […]. [Abstumpfung von Kompass-Pinnenspitzen durch Reibkorrosion, 05.05.2010, aufgerufen am 22.05.2017]
3.
(besonders) norddeutsch kleiner Nagel, Reißzwecke
Beispiele:
Die Reißzwecke wird auch als Pinnnadel, Reißnagel, Reißbrettstift, Heftzwecke, Wanze, Reißzwecknadel oder Pinne bezeichnet. Letzterer Begriff bezeichnet oft auch spezifisch die Pinnwand-Zwecken mit einem höheren Vollplastik-Kopf. [de.wikipedia.org, aufgerufen am 22.05.2017]
Pinne […] Nagel, Reißnagel, Schusterzwecke. [Wissen.de – Lexikon, aufgerufen am 22.05.2017]
101 Jahre nach der Erfindung der Reißzwecke ist Uhrmachermeister Johann Kirsten gestern ein Denkmal gesetzt worden: Eine riesige Reißzwecke aus Edelstahl auf einem zwei Meter langen Stahlrohr. Kirsten hatte die »Pinnen«, wie er sie nannte, im Jahre 1902 erfunden. [Bild, 21.08.2003]
4.
keilförmig zugespitztes Ende eines Hammerkopfes
Beispiele:
Ein Hammer, der dem Laien als ein Stück Stahl mit Holzstiel erscheint, besteht aus einem Stahlblock mit drei unterschiedlichen Härtegraden in der Spitze (Pinne), im Mittelteil und am dicken Ende. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2005]
Die breite Fläche des Hammerkopfes heißt Bahn […], die schmale spitz zulaufende Finne oder Pinne […]. [o. A.: H. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001, S. 29857. Zitiert nach: o. A.: H. In: Brockhausʼ Kleines Konversation-Lexikon, Leipzig: F.A. Brockhaus 1906.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pinne f. ‘Holznagel, spitzer Stift, Zwecke, Pflock, Hebelarm des Steuerruders’, übernommen (18. Jh.) aus dem Nd., asächs. pin m., mnd. pin(ne) m. f., mnl. pinne, nl. pin. Die entsprechende hd. Form ahd. pfinn, spätmhd. pfinne, vinne ‘Nagel, Pflock’ setzt sich im Nhd. nicht fort. Herkunft ungewiß. Vielleicht eine Entlehnung von lat. penna, mlat. auch pinna, ‘Pfeil, spitzer Gegenstand’, eigentl. ‘Flügel, Feder (am Pfeil)’.
Zitationshilfe
„Pinne“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pinne>, abgerufen am 18.10.2017.

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