Pinsel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pinsels · Nominativ Plural: Pinsel
Aussprache 
Worttrennung Pin-sel
Wortbildung  mit ›Pinsel‹ als Erstglied: ↗Pinselaffe · ↗Pinselführung · ↗Pinselschimmel · ↗Pinselstiel · ↗Pinselstrich · ↗Pinselzeichnung
 ·  mit ›Pinsel‹ als Letztglied: ↗Borstenpinsel · ↗Butterpinsel · ↗Dachshaarpinsel · ↗Dachspinsel · ↗Einfaltspinsel · ↗Einseifpinsel · ↗Haarpinsel · ↗Kleisterpinsel · ↗Leimpinsel · ↗Malerpinsel · ↗Ohrpinsel · ↗Rasierpinsel · ↗Retuschierpinsel · ↗Schreibpinsel · ↗Schwanzpinsel · ↗Staubpinsel · ↗Streichpinsel · ↗Teerpinsel · ↗Tuschepinsel · ↗Tuschpinsel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Gerät zum Malen, das aus einem Holzstab mit am oberen Ende eingesetzten Borsten besteht
Beispiele:
ein feiner, dicker Pinsel
den Pinsel auswaschen
Farbe mit dem Pinsel auftragen
mit Pinsel und Farbe, Pinsel und Palette arbeiten
Erst ein zweiter Maler überstrich das Ganze mit breitem Pinsel [ BrechtGedichte155]
übertragen
Beispiele:
der Künstler malt mit leichtem, schwerem, kühnem Pinsel
der Pinsel (= die Malweise) des berühmten Porträtmalers ist unverkennbar
2.
Haarbüschel
Beispiele:
das Eichhörnchen, der Luchs hat Pinsel an den Ohren
er trägt einen Pinsel am Hut
3.
salopp, abwertend einfältiger Mensch, Dummkopf
Beispiele:
so ein Pinsel!
Sie sind nicht so gemein und albern wie diese Pinsel auf dem Parkett mit ihren Verbeugungen und ihrem Geschwätz [ RennKindheit72]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pinsel2 m. ‘niederträchtiger Mensch, Geizhals’ (Anfang 18. Jh.), dann besonders ‘einfältiger Mensch’ (2. Hälfte 18. Jh.), ein nd. Wort, das (über die Studentensprache?) allgemeine Verbreitung erlangt, vgl. nd. Pinsule, Pinnsuhl, Pinnsoul ‘Geizhals, Knauser’, eigentlich ‘Schusterahle, Pfriem’, also wohl zunächst Berufsschelte für den Schuster. Mnd. pinsuwel, pinsūl ‘Schusterahle’ ist ein Kompositum, das als erstes Glied asächs. pin, mnd. pin, pinne ‘Spitze, Nagel, Pflock, Schusterzwecke’ enthält, das wie mhd. phinne, vinne ‘Nagel’, mnl. pinne, penne f., pinne, pin m., nl. pen, pin, aengl. pinn, engl. pin (auch ‘Stecknadel’), anord. (aus dem Mnd.) pinni nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 389 aus lat. pinna, penna ‘Flügel, Feder, Mauerzinne, -spitze’ entlehnt ist; andere ziehen mnd. pint, aengl. pintel ‘männliches Glied’, engl. pintle ‘Bolzen, Zapfen’ heran, vergleichen die mit n suffigierten kelt. Formen mir. benn, kymr. bann ‘Anhöhe, Gipfel, Horn’ und erschließen ie. *bendno-/ *bṇdno- ‘vorspringende Spitze’ (vgl. Pokorny 1, 96 f.). Das Grundwort wird von dem unter ↗Saum (s. d.) behandelten ↗Säule2 ‘Ahle’ gebildet.

Typische Verbindungen zu ›Pinsel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pinsel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pinsel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort deutete sie auf einen großen Eimer Farbe mit mehreren Pinseln.
C't, 2001, Nr. 19
Und mittendrin steht der Künstler mit einem an einer langen Stange befestigten Pinsel.
Süddeutsche Zeitung, 09.11.1994
Kati drehte sich brüsk um, warf den Pinsel auf die Erde.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 49
Das verschnittene, blonde Haar steht wie ein Pinsel struppig ab.
Goote, Thor [d.i. Langsdorff, Werner von]: Die Fahne Hoch!, Berlin: Zeitgeschichte-Verlag 1933 [1933], S. 319
Mit Farbe und Pinsel können Sie hier oder dort auch noch nachhelfen.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 82
Zitationshilfe
„Pinsel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pinsel>, abgerufen am 04.12.2020.

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