Pirol, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pirols · Nominativ Plural: Pirole
Aussprache
WorttrennungPi-rol
eWDG, 1974

Bedeutung

starähnlicher, scheuer, leuchtend gelber Zugvogel mit schwarzem Schwanz und schwarzen Flügeln, der einen melodischen Ruf hören lässt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pirol m. Singvogel, das Männchen mit leuchtendgelbem Gefieder, schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz, spätmhd. (bruoder) piro, frühnhd. Bruder Birolff (15. Jh.), Bierolff, Birolff, Berolff (16. Jh.), obsächs. Pyrohl (18. Jh.) sind den Ruf des Vogels nachahmende Bildungen. Vgl. spielerische Abwandlungen der Mundarten wie Bierhold, Bierholer, Biereule, Bierhahn, Beerhold, (Herr von) Bülau, (Vogel) Bülo(w) u. dgl. Die genannten Bezeichnungen verdrängen älteres mhd. witewal, wittewal, (md.) wedewal, frühnhd. witwol, weidwail, witwalch, das wie mnd. mnl. wēdewāle, nl. wielewaal, mengl. wodewale, engl. (mundartlich) witwall, woodwall ein Kompositum darstellt, dessen erstes Glied wohl auf germ. *widu- ‘Holz, Baum, Wald’ zurückgeht (wie in ↗Wiedehopf, s. d.), während das Grundwort wiederum als Nachahmung des Vogellauts angesehen werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pirol  ●  Oriolus oriolus  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eisvogel Grasmücke Kuckuck Mauersegler Nachtigall Ruf Vogel Zaunkönig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pirol‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei einer Rast können Besucher sogar den Pirol singen hören.
Der Tagesspiegel, 10.04.2005
Der Pirol hat einen schönen melodischen Pfiff, hören Sie es?
Genazino, Wilhelm: Die Liebesblödigkeit, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2005, S. 36
Vielleicht war der Pirol das wiedererweckte Gewissen alter Tage oder nur eine Melodie von damals.
Süddeutsche Zeitung, 24.12.1994
Trotz seiner auffälligen Färbung ist der Pirol eher schwer zu entdecken.
Die Zeit, 08.01.1990, Nr. 02
Wir hören reichgemischt Vogelstimmen, unter ihnen die frischgemalten Buchfinken, Rotkehlchen, Singdrosseln, aber auch einen Pirol und mehrere Waldtauben.
Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 46
Zitationshilfe
„Pirol“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pirol>, abgerufen am 23.08.2019.

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