Pistole, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pistole · Nominativ Plural: Pistolen
Aussprache 
Worttrennung Pis-to-le
Herkunft Tschechisch
Wortbildung  mit ›Pistole‹ als Erstglied: ↗Pistolenduell · ↗Pistolenhalfter · ↗Pistolenkugel · ↗Pistolenlauf · ↗Pistolenschießen · ↗Pistolenschuss · ↗Pistolenschütze · ↗Pistolentasche
 ·  mit ›Pistole‹ als Letztglied: ↗Armeepistole · ↗Dienstpistole · ↗Duellpistole · ↗Heißklebepistole · ↗Heißluftpistole · ↗Kinderpistole · ↗Klebepistole · ↗Knallpistole · ↗Laserpistole · ↗Luftpistole · ↗Lötpistole · ↗Schnellfeuerpistole · ↗Schreckschusspistole · ↗Signalpistole · ↗Spielzeugpistole · ↗Startpistole
eWDG, 1974

Bedeutung

halbautomatische, kurze, einhändig gebrauchte Handfeuerwaffe für Nahkampf und Sport
Beispiele:
die Pistole laden, entsichern, auf jmdn. richten
jmdn. mit der Pistole bedrohen
mit der Pistole auf etw., jmdn. zielen, schießen
mit einer Pistole bewaffnet sein
jmdn. mit vorgehaltener Pistole zu etw. zwingen
eine leichte, schwere Pistole
umgangssprachlichdie Antwort kam, er antwortete wie aus der Pistole geschossen (= sehr schnell, ohne lange zu überlegen)
als Sekundant des Hauptmanns von Schmettau eine Forderung auf Pistolen (= eine Forderung zu einem Duell mit Pistolen) zu überbringen [ZuchardtSpießrutenlauf306]
bildlich
Beispiel:
er setzte ihm (geradezu, förmlich) die Pistole auf die Brust (= zwang ihn zu etw., drängte ihn gewaltsam zu einer Entscheidung)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pistole f. ‘kurzläufige, einhändige Handfeuerwaffe’. Atschech. pīščala, pīšt’ala, tschech. píščala, píšt’ala ‘Pfeife, Röhre’, Weiterbildung einer l-Partizipialableitung von atschech. pīščati, tschech. pískati, pištěti ‘pfeifen’, wohl einem sk-Intensivum zu tschech. pípati ‘piepen, piepsen’ (vgl. Machek (1968) 450 ff.), wird im Hinblick auf den hellen Knallaut auf die kurze Handschußwaffe übertragen. Aus dem Atschech. werden im Zuge der Hussitenkriege entlehnt (Anfang 15. Jh.) omd. pisschullen, pyscheln, pischaln, pischczaln, pischoln, bizschälen, bitscholn (Plur.). Aus Formen dieser Art stammt mfrz. frz. pistole (Mitte 16. Jh.), das ins Dt. (und Tschech.) rückentlehnt wird (Ende 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pistole · ↗Revolver  ●  ↗Ballermann  ugs. · ↗Bleispritze  ugs. · ↗Colt  ugs. · ↗Engelmacher  ugs. · ↗Knarre  ugs. · Meuchelpuffer  ugs., veraltet · ↗Prügel  ugs. · Püster  ugs. · ↗Schießeisen  ugs. · Schießknüppel  ugs. · ↗Schießprügel  ugs. · ↗Wumme  ugs. · ↗Zimmerflak  ugs., scherzhaft
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Luger (im Ausland) · Parabellum-Pistole · Pistole 08
  • Makarow · Pistole M

Typische Verbindungen zu ›Pistole‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pistole‹.

Verwendungsbeispiele für ›Pistole‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie werden die Pistole benutzen, denke ich, vielleicht mit einem Kissen darauf, um keinen Lärm zu machen.
Die Zeit, 21.12.2005, Nr. 52
Dort hält er sich die Pistole an den Kopf und tötet sich.
Der Tagesspiegel, 29.06.2004
Oder mußten zuerst die schutzlosen Pistolen in Sicherheit gebracht werden?
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 137
Aber die Pistolen hatte er jetzt nicht mehr bei sich.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 257
Der Name Pistolen hat sich also noch nicht durchgesetzt 80.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3523
Zitationshilfe
„Pistole“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pistole#1>, abgerufen am 03.08.2020.

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Pistole, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pistole · Nominativ Plural: Pistolen
Aussprache 
Worttrennung Pis-to-le
Herkunft Tschechisch
eWDG, 1974

Bedeutung

historisch Goldmünze
Beispiel:
Doch nicht die hundert Pistolen, die Ihnen Ihr alter Wachtmeister vor vier oder fünf Wochen brachte [LessingMinnaI, 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pistole f. ‘kurzläufige, einhändige Handfeuerwaffe’. Atschech. pīščala, pīšt’ala, tschech. píščala, píšt’ala ‘Pfeife, Röhre’, Weiterbildung einer l-Partizipialableitung von atschech. pīščati, tschech. pískati, pištěti ‘pfeifen’, wohl einem sk-Intensivum zu tschech. pípati ‘piepen, piepsen’ (vgl. Machek (1968) 450 ff.), wird im Hinblick auf den hellen Knallaut auf die kurze Handschußwaffe übertragen. Aus dem Atschech. werden im Zuge der Hussitenkriege entlehnt (Anfang 15. Jh.) omd. pisschullen, pyscheln, pischaln, pischczaln, pischoln, bizschälen, bitscholn (Plur.). Aus Formen dieser Art stammt mfrz. frz. pistole (Mitte 16. Jh.), das ins Dt. (und Tschech.) rückentlehnt wird (Ende 16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Pistole‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie werden die Pistole benutzen, denke ich, vielleicht mit einem Kissen darauf, um keinen Lärm zu machen.
Die Zeit, 21.12.2005, Nr. 52
Dort hält er sich die Pistole an den Kopf und tötet sich.
Der Tagesspiegel, 29.06.2004
Oder mußten zuerst die schutzlosen Pistolen in Sicherheit gebracht werden?
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 137
Aber die Pistolen hatte er jetzt nicht mehr bei sich.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 257
Der Name Pistolen hat sich also noch nicht durchgesetzt 80.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Vierter Teil: Neuzeit, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 3523
Zitationshilfe
„Pistole“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pistole#2>, abgerufen am 03.08.2020.

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