Plädoyer, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plädoyers · Nominativ Plural: Plädoyers
Aussprache  [plɛdo̯a'jeː]
Worttrennung Plä-do-yer
Wortbildung  mit ›Plädoyer‹ als Letztglied: ↗Schlussplädoyer
Herkunft aus gleichbedeutend plaidoyerfrz
eWDG

Bedeutung

Jura abschließende, zusammenfassende Rede des Staatsanwaltes oder Verteidigers vor Gericht
Beispiel:
am Ende der Hauptverhandlung, nach Abschluss der Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt, Verteidiger das Plädoyer
übertragen
Beispiel:
Es [die Rede] war ein scherzhaftes Plädoyer über das gesellige Trinken [ KasackStadt495]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

plädieren · Plädoyer
plädieren Vb. (auch plaidieren, bis ins 20. Jh.) ‘eine Sache vor Gericht mündlich vortragen und vertreten’ (18. Jh.), dann allgemein ‘etw. vertreten, für etw. eintreten, etw. befürworten’ (20. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. plaider, afrz. plaidier ‘Gericht halten, reden (vor Gericht), prozessieren’, abgeleitet von afrz. plait ‘Rechtsspruch, Verhandlung vor Gericht, Streit, Abkommen, Angelegenheit’ (frz. plaid m.), aus mlat. placitum ‘Gerichtstag, -verhandlung’, spätlat. ‘Pakt, Vertrag, Vorsatz, Entschluß, Gefallens-, Willensbekundung’, lat. ‘Lehrmeinung, Überzeugung, Meinung, Erlaß’, substantiviertem Neutrum des Part. Perf. von lat. placēre ‘gefallen, gut finden, wofür stimmen’. Plädoyer n. ‘Vortrag der Prozeßparteien in der gerichtlichen Hauptverhandlung’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. plaidoyer, dieses wohl als substantivierter Infinitiv aufgefaßt im Unterschied zu voraufgehendem afrz. plaidoiié ‘Verhandlung vor Gericht’, substantiviertem Part. Perf. von afrz. plaidoiier ‘vor Gericht reden, einen Rechtsstreit führen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Plädoyer · ↗Schlussrede · ↗Schlussvortrag
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Plädoyer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plädoyer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Plädoyer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er ist ein Plädoyer dafür, ein einmal als richtig erkanntes Ziel konsequent zu verfolgen.
Der Tagesspiegel, 23.03.1999
Auf die ökonomischen Probleme geht er in seinem konservativ wirkenden Plädoyer kaum ein.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.1996
In Ihrem Plädoyer können Sie natürlich alle von Ihnen gewünschten Argumente vorbringen.
o. A.: Zweihundertfünfter Tag. Freitag, 16. August 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 5427
Es war das Plädoyer in seinem bisher wohl spektakulärsten Fall.
Die Welt, 06.02.2003
Da weitere Anträge nicht mehr gestellt wurden, so wurde die Beweisaufnahme für geschlossen erklärt, und es begannen die Plädoyers.
Friedländer, Hugo: Der Königliche Hof- und Domprediger Adolf Stöcker in dem Beleidigungsprozeß wider den Redakteur Heinrich Bäcker als Zeuge. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1921], S. 7918
Zitationshilfe
„Plädoyer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pl%C3%A4doyer>, abgerufen am 25.02.2021.

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