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Plätte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Plätte · Nominativ Plural: Plätten
Aussprache 
Worttrennung Plät-te
eWDG

Bedeutung

norddeutsch, mitteldeutsch Bügeleisen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platt · plattdeutsch · plätten · Plätte · Plätteisen
platt Adj. ‘flach, eben’, übertragen ‘geistlos, nichtssagend’, ein nd. Wort, das zu Anfang des 17. Jhs. in die Literatursprache aufgenommen wird. Mnd. plat, nd. platt ‘flach, eben’ stammt aus gleichbed. mnl. nl. plat (woraus wohl auch vereinzeltes mhd. blatevuoʒ; nhd. Plattfuß erst 18. Jh.), das seinerseits eine Entlehnung von afrz. frz. plat ‘flach, eben’ darstellt. Das in der gesamten Romania Entsprechungen aufweisende Adjektiv setzt vlat. *plattus ‘flach’ (belegt erst im Mlat.) voraus, mit Konsonantendopplung entlehnt aus griech. platýs (πλατύς) ‘weit, breit, flach, eben’. – plattdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die zweite Lautverschiebung nicht oder kaum betroffenen) nördlichen Sprachstandes des Dt. (2. Hälfte 17. Jh.). Zuvor steht der Ausdruck als herabsetzende Bezeichnung für das im Unterschied zur hd. Schriftsprache als Mundart empfundene Nd. Es handelt sich um eine volkstümliche Entlehnung eines im Nl. aufgekommenen Sprachgebrauchs, vgl. nl. in goede platten duytsche (1. Hälfte 16. Jh.), d. h. ‘in vertrauter, verständlicher Sprache’, danach ‘volkssprachlich einfach und derb’ in Gegenüberstellung zu der mit Fremdwörtern verzierten höheren niederländischen Sprache. Zugrunde liegt nl. plat (s. oben), hier im Sinne von ‘einfach, deutlich, verständlich’, vgl. Wendungen wie nl. ik seggt uw plat, opt platte, wozu entsprechend nd. platt Adj. (17. Jh.) und substantiviert Platt n. Vgl. A. Lasch in: PBB 42 (1917) 134 ff. plätten Vb. ‘flach, platt, glatt machen, bügeln’ (18. Jh.), mnd. pletten, Faktitivum zum Adjektiv. Plätte f. ‘Bügeleisen’ und gleichbed. Plätteisen n. (beide 18. Jh.), älter (mundartlich) Platteisen.

Platte f. ‘ebenes, flaches Gebilde, Scheibe, Hochfläche, Ebene, flache Schüssel, Glatze’. Zugrunde liegt wohl ein zu vlat. *plattus ‘flach’ (s. platt) gebildetes vlat. *platta bzw. mlat. plat(t)a ‘ebene Fläche’, das ahd. platta, blatta ‘Stein-, Marmorplatte’ (um 900), ‘Tonsur’ (um 1000), mhd. platte, blatte ‘Fels-, Steinplatte, Tonsur’ ergibt. Gleicher Herkunft ist afrz. plat m. ‘Teller, Schüssel’, plate f. ‘Metall-, Panzerplatte, Brustschutz der Ritterrüstung’, woraus mhd. plate, blate ‘Schüssel, metallener Brustharnisch, Panzer’ entlehnt sein dürfte. Bereits im Mhd. fallen beide Formen zusammen und setzen sich in nhd. Platte fort.

Verwendungsbeispiele für ›Plätte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Glanz entsteht durch nochmaliges Befeuchten und Plätten des bereits steifen Stückes. [o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 119]
Zum ersten Mal hat das Kulturamt Burghausen in diesem Sommer Jazz‑Konzerte auf den Plätten angeboten – mit riesigem Publikumserfolg. [Süddeutsche Zeitung, 08.08.2002]
Zitationshilfe
„Plätte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pl%C3%A4tte>.

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