Plätteisen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plätteisens · Nominativ Plural: Plätteisen
Aussprache  [ˈplɛtʔaɪ̯zn̩]
Worttrennung Plätt-ei-sen
Wortzerlegung  plätten Eisen
Wortbildung  mit ›Plätteisen‹ als Letztglied: Kohlenplätteisen · Reiseplätteisen
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

veraltet
Synonym zu Bügeleisen
Beispiele:
Eine Ausstellung mit antiken Bügeleisen wird […]im Hohenzollerischen Landesmuseum eröffnet. […] Zu sehen sind von den ersten Bügeleisen aus dem 15. Jahrhundert über Bügelöfen, hohle Plätteisen und Wechselgriffbügeleisen bis zum ersten elektrischen Bügeleisen um 1880. [Reutlinger General-Anzeiger, 31.03.2009]
Ein Plätteisen erwärmte man entweder immer wieder auf dem Ofen oder befüllte es mit heißen Kohlestücken. [Schlossmuseum Jever, 08.04.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Aus dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert sind hohle Plätteisen […] erhalten, die meist aus Messing bestanden. [Saarbrücker Zeitung, 23.02.2016]
Frühe Plätteisen bestanden aus einem einzigen Metallstück, das man zum Erhitzen auf oder in den Herd stellte (Blockeisen). [Objekt #2, 30.05.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
Im Schrank hatte sie [meine Großmutter] die große Zinkwanne, das Waschbrett mit dem geriffelten Blech, das Bügelbrett und das Plätteisen, das neben dem Herd auf dem Gaskocher heißgemacht wurde[…]. [Süddeutsche Zeitung, 14.03.1992]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

platt · plattdeutsch · plätten · Plätte · Plätteisen
platt Adj. ‘flach, eben’, übertragen ‘geistlos, nichtssagend’, ein nd. Wort, das zu Anfang des 17. Jhs. in die Literatursprache aufgenommen wird. Mnd. plat, nd. platt ‘flach, eben’ stammt aus gleichbed. mnl. nl. plat (woraus wohl auch vereinzeltes mhd. blatevuoʒ; nhd. Plattfuß erst 18. Jh.), das seinerseits eine Entlehnung von afrz. frz. plat ‘flach, eben’ darstellt. Das in der gesamten Romania Entsprechungen aufweisende Adjektiv setzt vlat. *plattus ‘flach’ (belegt erst im Mlat.) voraus, mit Konsonantendopplung entlehnt aus griech. platýs (πλατύς) ‘weit, breit, flach, eben’. plattdeutsch Adj. Bezeichnung des (vor allem durch die zweite Lautverschiebung nicht oder kaum betroffenen) nördlichen Sprachstandes des Dt. (2. Hälfte 17. Jh.). Zuvor steht der Ausdruck als herabsetzende Bezeichnung für das im Unterschied zur hd. Schriftsprache als Mundart empfundene Nd. Es handelt sich um eine volkstümliche Entlehnung eines im Nl. aufgekommenen Sprachgebrauchs, vgl. nl. in goede platten duytsche (1. Hälfte 16. Jh.), d. h. ‘in vertrauter, verständlicher Sprache’, danach ‘volkssprachlich einfach und derb’ in Gegenüberstellung zu der mit Fremdwörtern verzierten höheren niederländischen Sprache. Zugrunde liegt nl. plat (s. oben), hier im Sinne von ‘einfach, deutlich, verständlich’, vgl. Wendungen wie nl. ik seggt uw plat, opt platte, wozu entsprechend nd. platt Adj. (17. Jh.) und substantiviert Platt n. Vgl. A. Lasch in: PBB 42 (1917) 134 ff. plätten Vb. ‘flach, platt, glatt machen, bügeln’ (18. Jh.), mnd. pletten, Faktitivum zum Adjektiv. Plätte f. ‘Bügeleisen’ und gleichbed. Plätteisen n. (beide 18. Jh.), älter (mundartlich) Platteisen.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Bügeleisen · Plätteisen
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Plätteisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pl%C3%A4tteisen>, abgerufen am 21.01.2022.

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