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Placken, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Plackens · Nominativ Plural: Placken
Aussprache 
Worttrennung Pla-cken

Bedeutungsübersicht+

  1. [landschaftlich] ...
    1. 1. [besonders norddeutsch] verunreinigte oder andersfarbige Stelle, Fleck
    2. 2. (kleines) Stück Land, Fläche
eWDG

Bedeutung

landschaftlich
1.
besonders norddeutsch verunreinigte oder andersfarbige Stelle, Fleck
Beispiele:
er hat einen Placken auf der Hose
die Placken [auf dem Mantel] verwischten sich [ FalladaBlechnapf92]
2.
(kleines) Stück Land, Fläche
Beispiel:
sieht man hoch oben … einen sonderbar abgegrenzten Placken von ewigem Schnee [ ZuckmayerBauer98]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plakat · Placken · Plakette
Plakat n. ‘öffentlich angebrachte, großformatige Bekanntmachung, Maueranschlag, Werbeanzeige’, Übernahme (16. Jh.) von mnl. plackaet, plackaert ‘schriftliches, gesiegeltes Dokument, obrigkeitliche öffentliche Bekanntmachung’, nl. plakaat, entlehnt aus mfrz. frz. placard ‘(gesiegelte) Urkunde, Akten-, Schriftstück, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung’, zu mfrz. frz. plaquer ‘auflegen, anbringen, überziehen’, auch ‘ein Siegel anbringen, siegeln’. Dies geht wiederum zurück auf mnl. placken ‘klecksen, (be)sudeln, (be)schmieren, schlagen’ (also wohl auch ‘ein Siegel aufsetzen, eindrücken’), auch ‘(eine Mauer, eine Wand) mit Lehm, Kalk bewerfen’ (woraus gleichbed. afrz. plaquier), nl. plakken ‘(an-, auf)kleben’, abgeleitet von mnl. placke ‘Fleck, Klecks, Lappen, Fetzen, Münze’; vgl. mnd. placken ‘ankleben, anheften, einen Flicken auflegen, Flecke machen’, plack(e), nd. Placken m. ‘Flecken, Lappen, Fetzen’. Wahrscheinlich sind, ausgehend von ‘Klecks, Fleck’ und ‘kleben, schmieren, schlagen’, die genannten Wörter aus der Lehmverarbeitung zu erklären und geben lautmalend den Vorgang des Bewerfens wieder. – Plakette f. ‘kleine, meist geprägte Platte mit einer Reliefdarstellung’ (Anfang 20. Jh.), frz. plaquette (16. Jh.), eigentlich ‘kleine Platte’, Deminutivum von mfrz. frz. plaque ‘(Metall)platte’, zu mfrz. frz. plaquer (s. oben), hier im Sinne von ‘dünne, flache (Metall)platten zusammendrücken, mit etw. überziehen, belegen’.

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. – plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Verwendungsbeispiele für ›Placken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Durch die Bewegungen brachen die weißen Placken in kleine Schuppen auseinander. [Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 127]
So könnte es Stellen geben, wo ein kleiner Stoß reicht, um ganze Placken zu lösen. [Der Tagesspiegel, 21.11.2003]
Gelegentlich verschmelzen sie auch zu münzgroßen Placken, mitunter halten sie, wie in einem gläsernen Sarg, ein totes Insekt gefangen. [Die Zeit, 15.10.1993, Nr. 42]
Beim Aufstehen hing der Schnee in dicken Placken an den Kleidungsstücken. [Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 127]
So ein ramponiertes Fahrzeug voller Beulen, Placken, Flecken hatte ich lange nicht gesehen! [Die Zeit, 16.06.1961, Nr. 25]
Zitationshilfe
„Placken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Placken>.

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