Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Plackerei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Plackerei · Nominativ Plural: Plackereien
Aussprache 
Worttrennung Pla-cke-rei
Wortzerlegung placken -erei
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend fortwährendes Sichplacken
Beispiele:
die Plackerei nahm kein Ende
wir waren müde, erschöpft von all der Plackerei
zu dem ganzen amtlichen Ungemach, zu den Plackereien (= Unannehmlichkeiten, Scherereien) mit der städtischen Lebensmittelversorgung … auch noch die Kalamität mit den zwei Töchtern [ Weiskopf4,611]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Knochenarbeit · Knochenjob · Quälerei · Schinderei · Schufterei · Schwerarbeit · Schwerstarbeit · Strapaze · harte körperliche Arbeit · schwere Arbeit  ●  Kärrnerarbeit  fig. · Sklavenarbeit  fig. · Sträflingsarbeit  fig. · Tortur  fig. · Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat  ugs., fig. · Maloche  ugs. · Mühsal  geh., veraltend · Plackerei  ugs. · Plagerei  ugs. · Rackerei  ugs. · Schlauch  ugs. · Steine klopfen  derb, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Herkulesaufgabe · Mammutaufgabe · harte Arbeit · hartes Stück Arbeit · viel Arbeit  ●  Heidenarbeit  ugs. · Mordsarbeit  ugs.
  • Sklavenarbeit · Zwangsarbeit
  • Drecksarbeit · schmutzige Arbeit
  • (sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · (sich) abfretten  ugs., süddt. · (sich) fretten  ugs. · ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · hackeln  ugs., österr. · keulen  ugs., ruhrdt., regional · malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ranklotzen  ugs. · reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · roboten  ugs. · rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
  • Fron · Fronarbeit · Frondienst  ●  Robath  bayr. · Robot  österr. · Robote  österr.
Synonymgruppe
Mühe · Mühsal · Plage · Qual · Quälerei  ●  Plackerei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Plackerei‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plackerei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Plackerei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber von der Plackerei, die ich ein Leben lang hatte, schreiben Sie bestimmt nichts in Ihrem Buch, das kann ich mir jetzt schon denken. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 68]
Am Ende kam bedeutend mehr heraus als bei der Plackerei in den fünfziger Jahren. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 123]
Die Plackerei war zu Ende, ohne das Ziel gesehen zu haben. [Die Zeit, 27.07.2009, Nr. 30]
Abends ist er dann von der ganzen Plackerei total erschöpft. [Die Zeit, 29.09.2008, Nr. 39]
Die braven Bauern werden neu anfangen; sie kehren zurück zu ihrer „gewohnten täglichen Plackerei". [Die Zeit, 26.04.1991, Nr. 18]
Zitationshilfe
„Plackerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plackerei>.

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