Plackerei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Plackerei · Nominativ Plural: Plackereien
Aussprache
WorttrennungPla-cke-rei (computergeneriert)
Wortzerlegungplacken-erei
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend fortwährendes Sichplacken
Beispiele:
die Plackerei nahm kein Ende
wir waren müde, erschöpft von all der Plackerei
zu dem ganzen amtlichen Ungemach, zu den Plackereien (= Unannehmlichkeiten, Scherereien) mit der städtischen Lebensmittelversorgung ... auch noch die Kalamität mit den zwei Töchtern [Weiskopf4,611]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plage · plagen · placken · Plackerei
Plage f. ‘mühsame, schwere Arbeit, Mühe, anhaltende lästige Beschwerde’, mhd. mnd. plāge, mhd. auch pflāge, vlāge, mnl. plāghe ‘himmlische Strafe, Mißgeschick, Qual, Not’, nl. plaag, mengl. plage, engl. plague ‘Qual, Seuche, Pest’ sind Entlehnungen aus lat. plāga ‘Schlag, Streich, Hieb, Stoß, Schaden, Wunde’. plagen Vb. ‘quälen, belästigen, schinden’, ahd. (11. Jh.), mhd. mnd. plāgen, mnl. plāghen ‘mit göttlichen Strafen heimsuchen, strafen, züchtigen’, nl. plagen, engl. to plague, schwed. plåga sind entweder entlehnt aus kirchenlat. plāgāre ‘schlagen, verwunden, peinigen’ oder Ableitungen vom (allerdings erst später bezeugten) Substantiv (s. oben). Sowohl Plage als auch plagen beziehen sich zunächst (bis 16. Jh.) in religiösem Sinne auf von Gott gesandte Strafen, göttliche Heimsuchungen (zumal die im Alten Testament beschriebenen sogenannten biblischen bzw. ägyptischen Plagen, kirchenlat. plāgae); danach stehen Substantiv und Verb in abgeschwächtem Sinne für ‘Last, Mühsal’ bzw. ‘quälen, belästigen’, reflexiv ‘sich abmühen’. placken Vb. ‘lästig quälen, angestrengt und mühselig arbeiten’, eine umgangssprachliche Intensivbildung (15. Jh.) zu plagen; heute fast nur noch reflexiv ‘sich abquälen, abmühen’; dazu Plackerei f. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Knochenarbeit · ↗Quälerei · ↗Schinderei · ↗Schufterei · ↗Schwerarbeit · ↗Schwerstarbeit · ↗Strapaze · harte körperliche Arbeit · schwere Arbeit  ●  ↗Kärrnerarbeit  fig. · ↗Sklavenarbeit  fig. · Sträflingsarbeit  fig. · ↗Tortur  fig. · Arbeit für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat  ugs., fig. · ↗Maloche  ugs. · ↗Mühsal  geh., veraltend · Plackerei  ugs. · ↗Plagerei  ugs. · ↗Rackerei  ugs. · ↗Schlauch  ugs. · Steine klopfen  derb, fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Mühe · ↗Mühsal · ↗Plage · ↗Qual · ↗Quälerei  ●  Plackerei  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alltag Lohn Mühsal Sorge alltäglich belohnen elend hart lohnen mühsam mühselig täglich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plackerei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber von der Plackerei, die ich ein Leben lang hatte, schreiben Sie bestimmt nichts in Ihrem Buch, das kann ich mir jetzt schon denken.
Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 68
Jetzt erntet er das Lob für die Plackerei der frühen Jahre.
Der Tagesspiegel, 25.04.2005
Als Lohn für die Plackerei verdiene ich 1991 Euro brutto.
Bild, 02.11.2002
Am Ende kam bedeutend mehr heraus als bei der Plackerei in den fünfziger Jahren.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 123
Mir ist das sehr fremd, was da gemacht wird - mit den Plackereien der französischen Katholiken kann ich gar nichts anfangen.
Tucholsky, Kurt: An Marierose Fuchs, 18.02.1930. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1930], S. 9804
Zitationshilfe
„Plackerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plackerei>, abgerufen am 25.03.2019.

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