Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Plagiat, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plagiat(e)s · Nominativ Plural: Plagiate
Aussprache 
Worttrennung Pla-gi-at (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Plagiat‹ als Erstglied: Plagiatsvorwurf
Herkunft zu plagiārespätlat ‘Menschendiebstahl, Seelenverkauf begehen, jmdn. rauben’, vgl. gleichbedeutend plagiatfrz
eWDG

Bedeutungen

1.
das unrechtmäßige (teilweise) Veröffentlichen oder Nachahmen eines künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkes, das ein anderer geschaffen hat
Beispiele:
ein Plagiat begehen
sich eines Plagiats schuldig machen
des Plagiats bezichtigt werden
jmdn. des Plagiats überführen
2.
auf 1 beruhendes Werk
Beispiele:
ein literarisches Plagiat
die Erzählung, Doktorarbeit, das Musikstück, Gemälde ist ein Plagiat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plagiat · Plagiator
Plagiat n. ‘Veröffentlichung eines fremden geistigen Werkes als eigenes, literarischer Diebstahl, Diebstahl geistigen Eigentums’. Ausgangspunkt ist lat. plagiārius ‘Menschendieb, Seelenverkäufer’, übertragen (im Vergleich eines literarischen Werks mit freigelassenen Skaven) ‘wer literarischen Diebstahl begeht’, woraus mfrz. plagiere, frz. plagiaire ‘Dieb geistigen Eigentums’, nhd. Plagiarius (17. bis 18. Jh.). Davon beeinflußt, wird spätlat. plagium ‘Menschendiebstahl, Seelenverkauf’ in der Bedeutung ‘literarischer Diebstahl’ im 17. und 18. Jh. in dt. Texte aufgenommen (in der Regel mit lat. Flexion). Zum Verb spätlat. plagiāre ‘Menschendiebstahl, Seelenverkauf begehen, jmdn. rauben’ in übertragener Bedeutung gebildetes nhd. Plagiat (nach frz. plagiat m.?) begegnet seit Mitte 18. Jh. – Plagiator m. ‘Dieb literarischen bzw. geistigen Eigentums, Ab-, Ausschreiber’ (19. Jh.); vgl. spätlat. plagiātor ‘Menschendieb, Seelenverkäufer, Knabenverführer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fälschung · Imitat · Kopie · Nachahmung · Nachbau · Nachbildung · Plagiat
Synonymgruppe
Abklatsch · Attrappe · Falsifikat · Fälschung · Imitat · Imitation · Klischee · Kopie · Nachahmung · Nachbildung · Plagiat · Schablone · Simulation · Simulierung · Vorspiegelung falscher Tatsachen · Vortäuschung falscher Tatsachen · potemkinsches Dorf  ●  Fake  ugs., engl. · Mimikry  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Plagiat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plagiat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Plagiat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich kann mir aber nicht denken, daß man sich sehr lächerlich machen will, abgesehen davon, daß es nicht hübsch ist, ein Plagiat zu begehen. [Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 28215]
Seit fünf Jahren beschäftigt sich der 56‑jährige Professor mit Plagiaten. [Die Zeit, 23.12.2013, Nr. 51]
Und wenn er das nicht selbst vermag, dann greift er zum peinlichen Mittel des Plagiats. [Die Zeit, 26.10.2012, Nr. 43]
Die Zahl der von dort stammenden Plagiate gehe mittlerweile aber zurück. [Die Zeit, 23.04.2012 (online)]
Neue Erklärungen für die Plagiate in seiner Arbeit liefert er darin nicht. [Die Zeit, 23.11.2011 (online)]
Zitationshilfe
„Plagiat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plagiat>.

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