Plagiat, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plagiat(e)s · Nominativ Plural: Plagiate
Aussprache 
Worttrennung Pla-gi-at (computergeneriert)
Herkunft Latein
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
das unrechtmäßige (teilweise) Veröffentlichen oder Nachahmen eines künstlerischen oder wissenschaftlichen Werkes, das ein anderer geschaffen hat
Beispiele:
ein Plagiat begehen
sich eines Plagiats schuldig machen
des Plagiats bezichtigt werden
jmdn. des Plagiats überführen
2.
auf 1 beruhendes Werk
Beispiele:
ein literarisches Plagiat
die Erzählung, Doktorarbeit, das Musikstück, Gemälde ist ein Plagiat
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plagiat · Plagiator
Plagiat n. ‘Veröffentlichung eines fremden geistigen Werkes als eigenes, literarischer Diebstahl, Diebstahl geistigen Eigentums’. Ausgangspunkt ist lat. plagiārius ‘Menschendieb, Seelenverkäufer’, übertragen (im Vergleich eines literarischen Werks mit freigelassenen Skaven) ‘wer literarischen Diebstahl begeht’, woraus mfrz. plagiere, frz. plagiaire ‘Dieb geistigen Eigentums’, nhd. Plagiarius (17. bis 18. Jh.). Davon beeinflußt, wird spätlat. plagium ‘Menschendiebstahl, Seelenverkauf’ in der Bedeutung ‘literarischer Diebstahl’ im 17. und 18. Jh. in dt. Texte aufgenommen (in der Regel mit lat. Flexion). Zum Verb spätlat. plagiāre ‘Menschendiebstahl, Seelenverkauf begehen, jmdn. rauben’ in übertragener Bedeutung gebildetes nhd. Plagiat (nach frz. plagiat m.?) begegnet seit Mitte 18. Jh. Plagiator m. ‘Dieb literarischen bzw. geistigen Eigentums, Ab-, Ausschreiber’ (19. Jh.); vgl. spätlat. plagiātor ‘Menschendieb, Seelenverkäufer, Knabenverführer’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fälschung · ↗Imitat · ↗Kopie · ↗Nachahmung · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · Plagiat
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Abklatsch · ↗Attrappe · ↗Falsifikat · ↗Fälschung · ↗Imitat · ↗Imitation · ↗Klischee · ↗Kopie · ↗Nachahmung · ↗Nachbildung · Plagiat · ↗Schablone · ↗Simulation · Simulierung · Vorspiegelung falscher Tatsachen · Vortäuschung falscher Tatsachen · potemkinsches Dorf  ●  ↗Fake  ugs., engl. · ↗Mimikry  fachspr.
Assoziationen
  • Möchtegern... · billiges Imitat · ↗nachgemacht  ●  (...) für Arme  ugs. · ...-Verschnitt  ugs. · ↗...verschnitt  ugs.
  • billiger Abklatsch · müder Abklatsch · schlechte Kopie
  • Möchtegern- · Provinz-... · ↗amateurhaft · ↗dilettantenhaft · ↗dilettantisch · gut gemeint, aber schlecht gemacht · gut gewollt, aber schlecht gekonnt · ↗laienhaft · nicht ernst zu nehmen · ↗stümperhaft · ↗unprofessionell · ↗unqualifiziert  ●  Hinterhof-...  ugs. · Hintertreppen-...  ugs. · Hobby-...  ugs. · Küchen-...  ugs. · Wald- und Wiesen-...  ugs. · hobbyhaft  ugs. · ↗schlecht  ugs. · ↗unmöglich  ugs., emotional
  • Original · ↗Originaldokument · ↗Urfassung · ↗Urschrift · ↗Urtext
  • nicht vollwertig · ↗reduziert  ●  ... light (nachgestellt)  engl., fig. · Schmalspur...  fig., abwertend · abgespeckt  fig. · nur das Nötigste  variabel · kein richtiger ... (keine richtige ... / kein richtiges ...)  ugs. · nicht das volle Programm  ugs.
  • Kopie · ↗Nachbau · ↗Nachbildung · ↗Replik · ↗Replikation · ↗Reproduktion  ●  ↗Ektypus  geh., griechisch · Gleichstück  geh. · ↗Replika  fachspr. · ↗Replikat  fachspr.
  • epigonal · ↗epigonenhaft · nachahmend · nicht eigenständig · nicht kreativ · ↗unschöpferisch  ●  ↗eklektisch  geh. · in der Manier von  geh. · schon dagewesen  ugs.
  • (sich) bedienen (bei) · Pate stehen (für) · Vorbild sein (für)  ●  (die) Blaupause liefern (für)  fig., variabel · (die) Vorlage darstellen (für)  Hauptform
  • (ohne Kenntlichmachung) übernommen  ●  (woanders) abgeschrieben  ugs. · abgekupfert  ugs., negativ · geklaut  derb · plagiiert  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Plagiat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plagiat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Plagiat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er wäre stocksauer, wenn ich heute versuchen würde, nur ein Plagiat von ihm zu sein.
Die Welt, 18.08.2005
Das Plagiat unterscheidet sich lediglich in der Farbe vom Original.
Süddeutsche Zeitung, 16.02.2002
Ich kann mir aber nicht denken, daß man sich sehr lächerlich machen will, abgesehen davon, daß es nicht hübsch ist, ein Plagiat zu begehen.
Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 28215
Wer ein Plagiat begeht, also abschreibt oder andere Werke aus Wissenschaft und Kunst nachahmt, wird Plagiator genannt.
o. A. [ker.]: Plagiat. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1984]
Daß eine dieser Abhandlungen ein Plagiat aus Germanos I. sei, ist unerwiesen.
Beck, H.-G.: Nikolaus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13589
Zitationshilfe
„Plagiat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plagiat>, abgerufen am 01.06.2020.

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