Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Plakat, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plakat(e)s · Nominativ Plural: Plakate
Aussprache 
Worttrennung Pla-kat (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Plakat‹ als Erstglied: Plakatdruck · Plakatfarbe · Plakatkleber · Plakatkunst · Plakatmaler · Plakatmalerei · Plakatschrift · Plakatsäule · Plakatträger · Plakatwerbung
 ·  mit ›Plakat‹ als Letztglied: Kinoplakat · Konzertplakat · Theaterplakat
Herkunft aus plackaetmnl, plackaertmnl (plakaatnl) ‘schriftliches, gesiegeltes Dokument, obrigkeitliche öffentliche Bekanntmachung’ < placardmfrz frz ‘(gesiegelte) Urkunde, Akten-, Schriftstück, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung’ < plaquermfrz frz ‘auflegen, anbringen, überziehen’
eWDG

Bedeutung

meist künstlerisch gestalteter großformatiger Anschlag (in Schrift und Bild), der zu Werbezwecken, Agitationszwecken und Informationszwecken dient und vor allem an Litfaßsäulen, Wänden angebracht ist
Beispiele:
ein farbiges, riesiges, künstlerisch wertvolles Plakat
ein Plakat an eine Litfaßsäule anschlagen
Plakate ankleben, (von der Mauer) abreißen
das neue Plakat am Kino lesen
große Plakate werben für die Sportveranstaltung, Kunstausstellung
eine Bretterwand mit Plakaten
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plakat · Placken · Plakette
Plakat n. ‘öffentlich angebrachte, großformatige Bekanntmachung, Maueranschlag, Werbeanzeige’, Übernahme (16. Jh.) von mnl. plackaet, plackaert ‘schriftliches, gesiegeltes Dokument, obrigkeitliche öffentliche Bekanntmachung’, nl. plakaat, entlehnt aus mfrz. frz. placard ‘(gesiegelte) Urkunde, Akten-, Schriftstück, öffentlich angeschlagene Bekanntmachung’, zu mfrz. frz. plaquer ‘auflegen, anbringen, überziehen’, auch ‘ein Siegel anbringen, siegeln’. Dies geht wiederum zurück auf mnl. placken ‘klecksen, (be)sudeln, (be)schmieren, schlagen’ (also wohl auch ‘ein Siegel aufsetzen, eindrücken’), auch ‘(eine Mauer, eine Wand) mit Lehm, Kalk bewerfen’ (woraus gleichbed. afrz. plaquier), nl. plakken ‘(an-, auf)kleben’, abgeleitet von mnl. placke ‘Fleck, Klecks, Lappen, Fetzen, Münze’; vgl. mnd. placken ‘ankleben, anheften, einen Flicken auflegen, Flecke machen’, plack(e), nd. Placken m. ‘Flecken, Lappen, Fetzen’. Wahrscheinlich sind, ausgehend von ‘Klecks, Fleck’ und ‘kleben, schmieren, schlagen’, die genannten Wörter aus der Lehmverarbeitung zu erklären und geben lautmalend den Vorgang des Bewerfens wieder. Plakette f. ‘kleine, meist geprägte Platte mit einer Reliefdarstellung’ (Anfang 20. Jh.), frz. plaquette (16. Jh.), eigentlich ‘kleine Platte’, Deminutivum von mfrz. frz. plaque ‘(Metall)platte’, zu mfrz. frz. plaquer (s. oben), hier im Sinne von ‘dünne, flache (Metall)platten zusammendrücken, mit etw. überziehen, belegen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Anschlag · Aushang · Bekanntmachung · Plakat · Poster

Typische Verbindungen zu ›Plakat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plakat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Plakat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Plötzlich wurde ihm das Plakat von einem der Beamten entrissen. [Hannover, Heinrich: Die Republik vor Gericht 1954 - 1974, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1998], S. 174]
Plakate von der Größe 2 Meter zu 2 Meter sind nicht selten. [Mitteilungen des Vereins Deutscher Reklamefachleute, 1915, Nr. 12]
Dennoch ist ein Zeichen sowenig wie ein Plakat ein Bild. [Gadamer, Hans-Georg: Wahrheit und Methode, Tübingen: Mohr 1960, S. 137]
Auf den Plakaten prangt eine nackte Frau mit einem Palm in den Händen. [Die Zeit, 17.06.1999, Nr. 25]
Als solcher lächelt er, das Haar streng nach hinten gegelt, von den Plakaten. [Die Zeit, 12.09.1997, Nr. 38]
Zitationshilfe
„Plakat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plakat>.

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