Plissee, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plissees · Nominativ Plural: Plissees
Aussprache
WorttrennungPlis-see
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Plissee‹ als Erstglied: ↗Plisseefalte · ↗Plisseerock · ↗Plisseestoff
eWDG, 1974

Bedeutung

schmale, gepresste, gleichmäßig verlaufende Falten in einem Stoff
Beispiel:
ein Kleid, Rock aus Plissee
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plissee · plissieren · Pli
Plissee n. ‘gefälteltes Gewebe, schmale, gepreßte Falten’ (im Stoff), wohl entlehnt (2. Hälfte 19. Jh.) aus gleichbed. frz. plissé m., dem substantivierten Part. Perf. von mfrz. frz. plisser ‘in Falten legen, fälteln’, das wahrscheinlich aus dem Plural afrz. plis, plois, frz. plis ‘Falten’ hervorgegangen ist. Afrz. pli, ploi (frz. pli m.) ist abgeleitet von afrz. pleier, ploier ‘biegen, beugen, falten’ (woraus gleichbed. frz. ployer sowie der neue Infinitiv mfrz. frz. plier ‘falten, fälteln’ im Anschluß an schon im Afrz. vorkommende analogisch umgebildete stammbetonte Formen). Dieses geht auf spätlat. plicāre ‘(zusammen)falten’ zurück, eine Rückbildung von lat. complicāre ‘zusammenfalten, -legen, -wickeln’. plissieren Vb. ‘mit Falten versehen, fälteln’ (Ende 19. Jh.). Pli m. ‘modische Eleganz, Gewandtheit, feines Benehmen’, Übernahme (19. Jh.) von frz. pli ‘Falte’ (s. oben), plis (Plur.) ‘Faltenwurf’, übertragen in Wendungen wie prendre un pli ‘eine Gewohnheit annehmen’, il a pris un bon pli ‘er hat sich gut entwickelt’, daher im Dt. Sinnbild der Eleganz, gewandten Auftretens und guter Manieren.

Thesaurus

Architektur
Synonymgruppe
Faltenstore · Faltrollo · Faltstore · Plissee

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit fließenden Plissees in puristischem Grau macht ein anderes Nachwuchstalent auf sich aufmerksam.
Süddeutsche Zeitung, 04.03.1995
Die Röcke können weit sein, „fallen“ aber schmal durch Falten oder Plissees und bedecken die Wade.
Die Zeit, 30.04.1976, Nr. 19
Das einfache Plissee besteht aus geraden, nach einer Seite liegenden Falten.
Janusch, Antonie: Unser Schneiderbuch, Leipzig: Verlag für d. Frau 1979 [1965], S. 117
Zwei Reihen Kräuselstiche untereinander erleichtern die gleichmäßige Verteilung der Falten. S. Plissee.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 174
Kräftige Farben, grafische Muster, Burburry-Karo, Plissee, Falten und sogar Rüschen sind im Kommen.
Die Welt, 28.02.2000
Zitationshilfe
„Plissee“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plissee>, abgerufen am 21.11.2019.

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