Plunder, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Plunders · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPlun-der
Wortbildung mit ›Plunder‹ als Erstglied: ↗Plundergebäck · ↗Plunderstück · ↗Plunderteig
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp alter, wertloser Kram, Hausrat
Beispiele:
allen möglichen Plunder aufheben
weg, fort mit dem (unnützen) Plunder!
Sachen, die da aus der Schublade geräumt waren: Bündel von Briefen, Quittungen, ein Sportabzeichen von einst, Steuerbelege, eine Police der Unfallversicherung, Fotos, eine Ehrenurkunde. Plunder. [FrischGantenbein317]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Plunder · plündern · ausplündern · Plünderer · Plünderung
Plunder m. älter auch n., ‘unbrauchbarer Kram, billige, wertlose, unnütze Dinge’, spätmhd. blunder, plunder ‘Kleider, Wäsche, Bettzeug, Hausgerät’ (14. Jh.), frühnhd. plunder, blunder ‘Kleider, Gepäck, allerlei Gerät, wertlose Sachen’, woraus sich der heutige Sinn des Geringwertigen entwickelt. Zu vergleichen sind mnd. plunder, plonder ‘Raub’, plunderwāre ‘Kleidungsstück, Hausrat’, mnl. plunder, plonder ‘Hausrat’ sowie mnd. plunde, plunne ‘Kram, Hausrat, Gerümpel, Lumpen’, nd. Plunnen, Plünnen (Plur.) ‘Kleider, Gerät, geringwertige Habseligkeiten’, mnl. plundware ‘Hausrat’, nl. (westfries.) plunje ‘Kleidung’. Dazu plündern (früher auch blündern) Vb. ‘ausrauben, rücksichtslos alles wegnehmen’, mhd. plundern ‘Plunder nehmen, Hausgerät aus dem Haus nehmen, retten’ (woraus obd. ‘umziehen’), dann besonders ‘Hausrat als Beute, Raub gewaltsam wegnehmen, sich aneignen’ (14. Jh.), mnd. plunderen, mnl. plunderen, plonderen, nl. plunderen, (westfries.) plunderje, plonderje. Substantiv und Verb entstammen der nd.-nl. Küstensprache und werden früh ins Hd. aufgenommen. Herkunft unbekannt. ausplündern Vb. (Ende 15. Jh.); Plünderer m. mhd. plunderære; Plünderung f. (Mitte 17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kitsch Plüsch Ramsch Schatz Vergangenheit alt befreien billig ganz historisch verstaubt wertlos überflüssig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plunder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Läden sind vollgestopft mit dem phantastischsten Plunder, und was man verlangt, ist ausverkauft.
Die Zeit, 23.12.1983, Nr. 52
Wir nehmen Ihnen den Plunder ab, den Sie nicht mitnehmen wollen.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 74
Was ich da pfundweise in meinen Schreibtisch stopfte, war Plunder.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 306
Alles andere ist natürlich Plunder, nicht der Rettung wert, Matratzen und Geschirr.
Frisch, Max: Stiller, Rheda-Wiedenbrück: Bertelsmann 1997 [1954], S. 46
Wir traten ein und fanden in dem mit umlaufender Galerie versehenen Raum den üblichen Plunder an Altargeräten, Lärminstrumenten, Buddhabildern und Gebetmühlen.
Ehlers, Otto Ehrenfried: Im Osten Asiens, Berlin: Paetel 1913 [1900], S. 116
Zitationshilfe
„Plunder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Plunder>, abgerufen am 19.06.2019.

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