Plusquamperfekt, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Plusquamperfekts/Plusquamperfektes · Nominativ Plural: Plusquamperfekte
Aussprache
WorttrennungPlus-quam-per-fekt (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

Sprachwissenschaft Zeitform für ein Geschehen, Sein, das zu einem Zeitpunkt der Vergangenheit bereits beendet ist, Vorvergangenheit
Beispiel:
›er hatte gearbeitet‹ ist das Plusquamperfekt von ›arbeiten‹
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

perfekt · Perfektion · perfektionieren · Perfekt · Imperfekt · Plusquamperfekt
perfekt Adj. ‘vollkommen (ausgebildet), vollendet, abgeschlossen, endgültig abgemacht’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. perfectus ‘vollkommen, vollendet, tüchtig’, dem Part.adj. zu lat. perficere ‘fertigmachen, zustande bringen, vollenden’; vgl. lat. facere ‘machen, tun’ und s. ↗per-. Perfektion f. ‘Vollendung, Vollkommenheit, vollendete Meisterschaft’, veraltet ‘das Zustandekommen, Abschluß eines Rechtsgeschäfts’ (Ende 16. Jh.), aus gleichbed. lat. perfectio (Gen. perfectiōnis), zu lat. perficere (s. oben); wohl beeinflußt von frz. perfection, afrz. perfeccion. perfektionieren Vb. ‘vervollkommnen, vollenden’ (17. Jh.); vgl. gleichbed. frz. perfectionner. Perfekt (19. Jh.), Perfektum (17. Jh.) n. den Vollzug eines Geschehens ausdrückende Zeitform des Verbs, vollendete Vergangenheit, nach lat. perfectum (tempus), dem substantivierten Neutrum von perfectus (s. oben), d. h., die Handlung der Vergangenheit wird von der Gegenwart des Sprechenden aus als (gerade) vollendet, als (gerade) abgeschlossen vorgestellt. In frühen Grammatiken meist praeteritum perfectum mit den Übersetzungen vergangen volkummen zeit (15. Jh.), volkummen vergangen oder verpracht (16. Jh.). Imperfekt (19. Jh.), Imperfektum (17. Jh.) n. Zeitform des Verbs, die die unabgeschlossene Vergangenheit bezeichnet, gebildet zu lat. imperfectus ‘unvollendet, unvollständig, unvollkommen’, d. h., die Handlung der Vergangenheit wird als unvollendet, als nicht abgeschlossen vorgestellt. In frühen Grammatiken meist praeteritum imperfectum mit den Übersetzungen vergangen unvolkummen zeit (15. Jh.), Halbvergangene, Fastvergangene Zeit (17. Jh.). Plusquamperfekt (19. Jh.), Plusquamperfektum (17. Jh.) n. Zeitform des Verbs, die eine Handlung als zu einem Zeitpunkt der Vergangenheit vollendet bezeichnet, aus gleichbed. lat. plus quam perfectum (tempus), eigentl. ‘mehr als vollendete Zeit’ (vgl. lat. plus ‘mehr’). In frühen Grammatiken meist praeteritum plusquamperfectum mit den dt. Übersetzungen di mer den volchomen vergangen zeit (um 1400), Längstvergangene, längst vergangene Zeit (17. Jh.).
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
3. Vergangenheit · dritte Vergangenheit · vollendete Vergangenheit · Vollendung in der Vergangenheit · Vorvergangenheit
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Plusquamperfekt erlebt keine Renaissance, da es sich an seinem legitimen sprachlichen Ort durchgehend erhalten hat.
Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42
Dann gewinnt das Buch an Tempo, und das Plusquamperfekt verabschiedet sich.
Süddeutsche Zeitung, 13.04.1996
Der Konjunktiv ist ungebräuchlich, das Genitivobjekt unbekannt, das Plusquamperfekt stirbt aus.
Die Welt, 16.07.2004
Das Plusquamperfekt kommt oft mit den Konjunktionen nachdem, vorher, zuvor, früher vor.
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2004
Es hat also seinen Sinn, dass es drei Formen der Vergangenheit gibt, nämlich Imperfekt, Präteritum und Plusquamperfekt.
Der Tagesspiegel, 06.12.2004
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Imperfekt Konjunktiv Präteritum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Plusquamperfekt‹.

Worthäufigkeit

selten häufig

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