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Pocke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pocke · Nominativ Plural: Pocken
Aussprache
WorttrennungPo-cke
Wortbildung mit ›Pocke‹ als Erstglied: ↗Pockenepidemie · ↗Pockenimpfung · ↗Pockennarbe · ↗Pockenschutzimpfung · ↗Pockenvirus · ↗pockennarbig
 ·  mit ›Pocke‹ als Letztglied: ↗Kuhpocken · ↗Schafpocken · ↗Spitzpocke · ↗Windpocke
 ·  mit ›Pocke‹ als Grundform: ↗pockig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Blatter
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
er ist gegen Pocken geimpft
die schwarzen Pocken
2.
von den Blattern herrührende eitrige Blase oder Narbe, Symptom der Blattern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pocke · Windpocken
Pocke f. ‘Blatter, (Eiter)bläschen, Pustel’. Mnd. pocke, nd. Pocke dringt im 16. Jh. ins Hd. vor und verdrängt frühnhd. (md.) poche, (obd.) pfoche. Es gehört als Gutturalerweiterung wie aengl. poc, engl. pock, mnl. pocke, nl. pok (mit intensivierender Gemination) im Sinne von ‘Schwellung, Geschwulst’ zur Wurzel ie. *b(e)u-, *bh(e)u-, *b(h)ū- ‘aufblasen, schwellen’ (s. auch ↗Bauch, ↗Bausch, ↗Beule, ↗Beutel, ↗Busen). Der Plural Pocken wird (17. Jh.) Bezeichnung einer gefährlichen, ansteckenden Infektionskrankheit; dafür auch ↗Blattern (s. d.). Windpocken, -blattern Plur. Kinderkrankheit mit Bläschen, die keinen Eiter, dafür gleichsam Luft (Wind) enthalten (18. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch noch vor 50 Jahren waren die Pocken in mehr als 30 Ländern verbreitet.
Die Welt, 08.05.2000
Die Pocken grassierten vor 1870 übrigens auch in Frankreich ziemlich heftig.
Die Zeit, 08.11.1996, Nr. 46
Es ist mit der »guten Kinderstube« wie mit den Pocken - wer sie einmal durchgemacht hat, ist gezeichnet.
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16826
Die Virusabteilung lieferte bis 1960 zirka 80 Millionen Vakzinekapillaren gegen Pocken.
Bücherl, Wolfgang: Das Haus der Gifte, Stuttgart: Franckh'sche Verlagshandlung 1963, S. 170
Bald hieß es, sie hätte ein Magenleiden, bald wieder sagte man, sie läge an einem Rückfall der Pocken.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18317
Zitationshilfe
„Pocke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pocke>, abgerufen am 22.11.2019.

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