Pol, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pols · Nominativ Plural: Pole
Aussprache
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Pol‹ als Erstglied: ↗Polareis · ↗Polarforscher · ↗Polarfuchs · ↗Polargebiet · ↗Polarhimmel · ↗Polarkreis · ↗Polarkälte · ↗Polarlicht · ↗Polarluft · ↗Polarmeer · ↗Polarnacht · ↗Polarschnee · ↗Polarstation · ↗Polarstern · ↗Polarzone · ↗Polreagenzpapier · ↗Polwechsler · ↗Polwender
 ·  mit ›Pol‹ als Letztglied: ↗Dipol · ↗Gegenpol · ↗Kältepol · ↗Magnetpol · ↗Minuspol · ↗Nordpol · ↗Pluspol · ↗Südpol
 ·  formal verwandt mit: ↗einpolig · ↗vierpolig · ↗zweipolig
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
einer der beiden Endpunkte der Achse einer Kugel
Beispiele:
der nördliche, südliche Pol der Erde (= der nördliche, südliche Endpunkt der Erdachse)
die Längenkreise verlaufen von Pol zu Pol
Astronomie der nördliche, südliche Pol des Himmels (= der nördliche, südliche Endpunkt der Himmelsachse)
2.
einer von zwei Punkten mit entgegengesetzten Eigenschaften
a)
Elektrotechnik Anschlussstelle an Stromquellen und Spannungsquellen
Beispiel:
der negative, positive Pol der Batterie
b)
Physik
Beispiel:
die Pole eines Magneten (= Orte, von denen die magnetischen Feldstärkelinien ausgehen, an denen sie enden)
c)
übertragen
Beispiele:
zwischen zwei Polen hin- und herschwanken
Pflichterfüllung, Pflichtvergessenheit, das waren die Pole, positiver und negativer, zwischen denen sich die Andergastsche Welt ... bewegte [Wasserm.Maurizius14]
Wir möchten noch die Umgangssprache erwähnen, die ... zwischen den beiden Polen Hochsprache und Mundart einzuordnen ist [Sprachpflege1964]
3.
Punkt mit einer besonderen Bedeutung, ausgezeichneten Lage
a)
Mathematik
Beispiel:
zwei Punkte, die einen Kreisdurchmesser harmonisch teilen, nennt man Pole
b)
übertragen
Beispiele:
er war der ruhende Pol in diesem Durcheinander
seine Gedanken kreisten immer nur um denselben Pol
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pol · polar · Polarität · Polarstern · Polarkreis
Pol m. einer der beiden Endpunkte einer Achse, um die sich eine Kugel, besonders die Erd-, Himmelskugel dreht (Nord-, Südpol). Mhd. pōlus ‘Weltpol, Punkt, um den sich die Gestirne drehen’, frühnhd. polus (mit lat. Endung bis ins 18. Jh.), nhd. Pol (Anfang 18. Jh.), Entlehnung von lat. polus ‘Endpunkt der Erd- und Himmelsachse, Nord- und Südpol, Himmelsgewölbe, Polarstern’, griech. pólos (πόλος) ‘Achse, Erd-, Himmelsachse, Nord- und Südpol, Himmelsgewölbe’, zu griech. pélesthai (πέλεσθαι), pélein (πέλειν) ‘in Bewegung sein, sich regen, bewegen, werden, stattfinden’. Der Ausdruck wird im 18. Jh. ins Gebiet des Magnetismus und Mitte des 19. Jhs. in das der Elektrizität übernommen. Übertragener Gebrauch im Sinne von ‘Ruhepunkt’ setzt im 18. Jh. ein. polar Adj. ‘den Pol betreffend, in der Nähe des Pols’ (18. Jh.), ‘entgegengesetzt wirkend, gegensätzlich’ (19. Jh.), mlat. polaris. Polarität f. ‘Vorhandensein zweier Pole, Gegensätzlichkeit’ (um 1800). Polarstern m. (Mitte 17. Jh.). Polarkreis m. (um 1800).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschmelzen Batterie Deutsche Deutscher Eiskappe Litauer Magnet Pol Pot Rumäne Ruß Schreckensherrschaft Slowake Spannungsfeld Stromquelle Tscheche Ukrainer Weißrußland beid entgegengesetzt extrem gebürtig gegensätzlich magnetisch markieren negativ ruhend schmelzen vegetativ Äquator

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pol‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er war der ruhende Pol in den ganzen chaotischen Jahren.
Süddeutsche Zeitung, 03.08.2002
Dieses Werk bildet den einen Pol im Schaffen des Meisters.
Besseler, Heinrich: Cesaris. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 17023
Dereinst gab es einen ruhenden Pol in der Regierungen Flucht.
Die Zeit, 06.11.1952, Nr. 45
In dieser Veränderung zeigt sich deutlich das Näherrücken des Poles.
Wegener, Alfred: Die Entstehung der Kontinente und Ozeane, Braunschweig: Vieweg 1915, S. 79
Der untere Pol stößt fast an den vorderen Beckenrand an.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 143
Zitationshilfe
„Pol“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pol>, abgerufen am 15.12.2018.

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