Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Politiker, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Politikers · Nominativ Plural: Politiker
Aussprache 
Worttrennung Po-li-ti-ker
Wortzerlegung Politik -er
Herkunft zu polītikósgriech (πολιτικός) ‘den Bürger betreffend, (staats)bürgerlich, staatlich, staatsmännisch’ (politisch)
eWDG

Bedeutung

jmd., der an führender Stelle im Staatsleben, Parteileben tätig ist
Beispiele:
er ist ein führender, einflussreicher, kluger, weitsichtiger Politiker
Robert Blum als Mensch, Schriftsteller und Politiker darzustellen [ BebelAus meinem Leben552]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Politik · politisch · Politiker · Politbüro · Politökonomie
Politik f. ‘Lenkung eines Staates, Festlegung und Durchsetzung bestimmter Ziele von Regierungen, Parlamenten, Parteien, Organisationen’, verallgemeinert ‘klug berechnendes Verhalten’, Entlehnung (Mitte 17. Jh.) von afrz. frz. politique ‘Wissenschaft von der Führung eines Staates’, aus lat. polīticē, griech. polītikḗ (πολιτική) ‘Wissenschaft vom Staat’, aus der Fügung polītikḗ téchnē (πολιτικὴ τέχνη), substantiviertes Fem. von griech. polītikós (πολιτικός) ‘den Bürger betreffend, (staats)bürgerlich, staatlich, staatsmännisch’, zu griech. polī́tēs (πολίτης) ‘Bürger, Stadtbewohner’, pólis (πόλις) ‘Burg, Stadt, Stadtgemeinde, Staat’. politisch Adj. ‘die Politik betreffend, zu ihr gehörend’ (Mitte 16. Jh.), ‘geschickt, verschlagen’ (17. Jh.), aus gleichbed. afrz. frz. politique, lat. polīticus ‘zum Staat, zur Staatswissenschaft gehörig’, griech. polītikós (s. oben). Politiker m. ‘Staatsmann’ (18. Jh.), mlat. politicus. Substantivierung von lat. polīticus, griech. polītikós (s. oben). Politbüro n. mit der politischen Leitung der Arbeit des Zentralkomitees einer marxistisch-leninistischen Partei beauftragtes Führungsorgan, nach russ. politbjuró (политбюро), verkürzt aus politíčeskoe bjuró (политическое бюро), Politisches Büro, auch Polbüro (beide 1925), daneben (seit etwa 1930) das danach allein geltende Politbüro. Politökonomie f. Wissenschaft von den Gesetzen der Produktion und dem Austausch materieller Güter (20. Jh.), russ. politėkonómija (политэкономия), verkürzt aus politíčeskaja ėkonómija; älter politische Ökonomie (1. Hälfte 19. Jh.), nach engl. political economy.

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Politiker‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Politiker‹.

Verwendungsbeispiele für ›Politiker‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Manche Politiker maßen sich noch heute das Recht an, in höherem Auftrag töten zu dürfen. [Wölfl, Norbert: Die wiedergefundene Zärtlichkeit, Genf u. a.: Ariston 1995 [1983], S. 38]
Und mit den Ideen muß man sich auch von den Politikern verabschieden. [Müller, Heiner: Dem Terrorismus die Utopie entreißen. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1989], S. 17]
Ebenso steht es auf dem Gebiete des staatlichen Lebens mit dem leitenden Politiker. [Weber, Max: Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Politische Schriften, München: Drei Masken Verl. 1921 [1918], S. 145]
Der Politiker tritt dabei, scheint mir, etwas hinter dem Protestanten zurück. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 172]
Beispiellos in der Geschichte ist der zwanghafte Niedergang dieses bedeutenden Politikers. [Der Spiegel, 27.11.2000]
Zitationshilfe
„Politiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Politiker>.

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