Polygamie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Polygamie · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungPo-ly-ga-mie
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungpoly--gamie
Wortbildung mit ›Polygamie‹ als Grundform: ↗Polygamist
eWDG, 1974

Bedeutung

Vielehe, eheliche Verbindung eines Mannes oder auch einer Frau mit mehreren andersgeschlechtlichen Partnern
Gegenwort zu Monogamie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

poly- · Polygamie · Polyhistor · polyglott · polytechnisch · polyfil
poly- Bestimmungswort in aus dem Griech. entlehnten Zusammensetzungen mit der Bedeutung ‘mehr, viel’. Zugrunde liegt griech. polýs (πολύς) ‘viel, häufig, zahlreich, groß’. Hierher gehören Wörter wie Polygamie f. ‘Ehegemeinschaft mit mehreren Partnern, Vielehe’, speziell ‘eheliche Verbindung mit mehreren Frauen, Vielweiberei’ (Mitte 16. Jh.), griech. polygamía (πολυγαμία) ‘öftere Heirat, Vielmännerei, Vielweiberei’, zu griech. polýgamos (πολύγαμος) ‘viel und oft verheiratet, mehrere Männer oder Frauen gleichzeitig habend’; vgl. griech. gámos (γάμος) ‘Hochzeit, Ehe, Beischlaf’, zu griech. gamé͞in (γαμεῖν) ‘heiraten’. Polyhistor m. ‘in vielen Fächern bewanderter Gelehrter’ (Ende 17. Jh.), griech. polyístōr (πολυΐστωρ) ‘viel wissend, kenntnisreich’, hístōr (ἴστωρ) ‘wissend, kundig; Wissender, Kundiger’ (s. ↗Historie). polyglott Adj. ‘vielsprachig’ (18. Jh.), griech. polýglōssos, (att.) -glōttos (πολύγλωσσος, -γλωττος) ‘vielzüngig, vielsprachig’, vgl. griech. glṓssa, glṓtta (γλῶσσα, γλῶττα) ‘Zunge, Sprache’. polytechnisch Adj. ‘mehrere Zweige der Technik umfassend’ (Ende 18. Jh.), über frz. polytechnique aus griech. polýtechnos (πολύτεχνος) ‘sich auf viele Künste verstehend’, vgl. griech. téchnē (τέχνη) ‘Kunst, Kunstfertigkeit, Geschick, Handwerk, Gewerbe’. S. auch ↗Polyp. Dazu Neubildungen der heutigen Wissenschaftssprache (19./20. Jh.) wie polyfil Adj. ‘vielfädig’, zu lat. fīlum ‘Faden’, sowie in Bezeichnungen für Kunststoffe Polyäthylen, Polystyrol, Polyester.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mehrfachehe · Polygamie · ↗Vielehe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Polygamie

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschaffung Korruption Legalisierung Monogamie Verbot abschaffen erlauben erlaubt neigen praktizieren praktiziert verbieten verbreiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Polygamie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Fälle von Polygamie werden seltener, aber noch immer heiraten Männer mehrere Frauen zugleich.
Die Zeit, 05.02.2007, Nr. 06
Die Polygamie hat ihren Platz bewahrt, trotz der christlichen Kirchen, die Fuß gefasst haben.
Süddeutsche Zeitung, 06.02.2004
So liegt der evolutionäre und auch zivilisatorische Zweck der Polygamie offensichtlich darin, den idealen bestmöglichen Partner suchen und finden zu können.
Wendt, Hermann: Sexualität. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 28949
Offenbar hatte er die unter der Polygamie nur zu berechtigte Besorgnis, daß ihm einer seiner Brüder den Rang ablaufen werde.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 25716
Die Polygamie und die Promiskuität sind in einer Gesellschaftsordnung mit einem zwangsmonogamen Überich eine Last.
Pilgrim, Volker Elis: Manifest für den freien Mann - Teil 1, Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1983 [1977], S. 71
Zitationshilfe
„Polygamie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Polygamie>, abgerufen am 18.07.2019.

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