Porzellan, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Porzellans · Nominativ Plural: Porzellane
Aussprache
WorttrennungPor-zel-lan (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Porzellan‹ als Erstglied: ↗Porzellanblume · ↗Porzellanblümchen · ↗Porzellanbrenner · ↗Porzellanbrennerei · ↗Porzellanerde · ↗Porzellanfabrik · ↗Porzellanfabrikation · ↗Porzellanfigur · ↗Porzellangefäß · ↗Porzellangeschirr · ↗Porzellankanne · ↗Porzellankiste · ↗Porzellankrug · ↗Porzellanladen · ↗Porzellanmaler · ↗Porzellanmalerei · ↗Porzellanmanufaktur · ↗Porzellanmarke · ↗Porzellanmasse · ↗Porzellanschale · ↗Porzellanschild · ↗Porzellanservice · ↗Porzellantasse · ↗Porzellanteller · ↗Porzellanvase · ↗Porzellanwerk · ↗porzellanartig · ↗porzellanen · ↗porzellanweiß
 ·  mit ›Porzellan‹ als Letztglied: ↗Biskuitporzellan · ↗Eierschalenporzellan · ↗Gebrauchsporzellan · ↗Hartporzellan · ↗Hotelporzellan · ↗Weichporzellan · ↗Zierporzellan
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
dichter, weißer, durchscheinender keramischer Werkstoff, der aus Kaolin, Feldspat und Quarz durch Brennen hergestellt wird und leicht zerbricht
Beispiele:
Geschirr, eine Vase aus Porzellan
Porzellan brennen, bemalen, kitten
feines, hauchdünnes, zerbrechliches, chinesisches, japanisches, Meißner Porzellan
sie ist wie aus, wie von Porzellan (= sie ist zart und zerbrechlich)
Gegen fünf Uhr das erste Dämmerlicht: Wie Porzellan! [FrischHomo faber186]
2.
nur im Singular
Geschirr aus 1
Beispiele:
kostbares, teures, altes, modernes Porzellan
Porzellan sammeln
jmdm. Porzellan schenken
umgangssprachlich heute essen wir vom guten Porzellan
sei vorsichtig mit dem Porzellan!
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlich damit, dadurch würde nur unnötig Porzellan zerschlagen (= Schaden, Unheil angerichtet)
3.
Gefäß, Gegenstand aus 1
Beispiele:
in dieser Sammlung sind kostbare Porzellane zu sehen
eine ganze Reihe wertvoller Porzellane, die die Rote Armee ... dem Verderben entrissen und in Leningrad deponiert hatte [Urania1960]
In seinem Salon sollen die kostbarsten antiken Möbel stehen, die erlesensten Porzellane Chinas und Sachsens [St. ZweigBalzac457]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Porzellan n. dichter, weißer keramischer Werkstoff, Tafelgeschirr daraus. Nach Europa gelangt die zunächst in China und Japan hergestellte Töpferware im 15. und 16. Jh. über Italien und nimmt hier die Bezeichnung ital. porcellana f. an, die ins Dt. übergeht, zuerst (1477) in einer Übersetzung von Marco Polo schüsseln von porzelane. Ital. porcellana ist eigentlich der Name für eine Art Seemuschel mit milchweißer glänzender Schale, der auf den neuen Werkstoff (wohl wegen des schimmernden Glanzes) übertragen wird. Er ist abgeleitet von lat. ital. porcella ‘kleines weibliches Schwein, Ferkel’, Deminutivum von lat. porca ‘weibliches (Haus)schwein, Sau’, porcus ‘männliches (Haus)schwein’, auch ‘weibliche (jungfräuliche) Scham’ (womit die Seemuschel wohl verglichen wurde).

Thesaurus

Synonymgruppe
Essgeschirr · ↗Geschirr · ↗Kaffeeservice · ↗Küchengeschirr · ↗Nachtgeschirr · Porzellan · ↗Schüssel · ↗Service · Sonntagsgeschirr · ↗Tafelservice · ↗Teller · ↗Topf

Typische Verbindungen
computergeneriert

Besteck Fayence Gemälde Glas Keramik Kristall Kunsthandwerk Manufaktur Möbel Schmuck Silber Skulptur Steingut Steinzeug Teppich Textilie Volkskunst Zinn bemalt chinesisch edel fein figürlich kitten kostbar königlich zerbrochen zerdeppern zerschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Porzellan‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Porzellan in gutem Design ist ein Genuss für die Sinne.
Süddeutsche Zeitung, 04.06.2003
Ihre Haut schimmerte im gedämpften Licht der Bar wie Porzellan.
Jentzsch, Kerstin: Ankunft der Pandora, München: Heyne 1997 [1996], S. 277
Für ihn ist Freiheit ein Stück Porzellan, behutsam auf beiden Händen zu tragen.
Die Zeit, 13.07.1979, Nr. 29
Ich würde Ihnen raten, mir jetzt eine Geschichte von unzerbrechlichem Porzellan zu erzählen.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 427
Das alles ist so zart, so feingliederig, so modelliert wie aus Porzellan.
Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 383
Zitationshilfe
„Porzellan“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Porzellan>, abgerufen am 21.08.2019.

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