Prädikat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Prädikat(e)s · Nominativ Plural: Prädikate
Aussprache
WorttrennungPrä-di-kat
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Prädikat‹ als Erstglied: ↗Prädikatsnomen · ↗prädikatieren · ↗prädikatisieren
 ·  mit ›Prädikat‹ als Letztglied: ↗Adelsprädikat  ·  mit ›Prädikat‹ als Grundform: ↗prädikativ
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gehoben Note, Zensur, besonders für eine abgelegte Prüfung
Beispiele:
er hat das Examen mit dem Prädikat ›gut‹ bestanden
[der Betrieb] setzt sich die Erreichung des Prädikats ›Güteklasse 1‹ für seine Waren zum Ziel [KlausKybernetik313]
2.
Titel, Ehrentitel
Beispiel:
der Kaiser bestätigte ihm den Urgrafenstand, jedoch ohne das Prädikat ›Erlaucht‹ [Lernet-HoleniaMaltravers22]
bildlich
Beispiel:
die Emigration, die das Adelspartikel unserer Besten wurde, wenngleich ich heute [zweifle,] ob das Prädikat einmal anerkannt ... wird [A. NeumannEs waren ihrer sechs219]
3.
Sprachwissenschaft Satzglied, das die Tätigkeit oder den Zustand des Subjekts angibt, Satzaussage
Beispiel:
in dem Satz ›alle Kinder spielen gern‹ ist ›spielen‹ das Prädikat
4.
Philosophie Eigenschaft oder Beziehung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prädikat · prädikativ
Prädikat n. ‘ehrenvoller Beiname, Rangbezeichnung’ (17. Jh.), ‘Bewertung (einer Leistung, eines Erzeugnisses), Zensur’ (2. Hälfte 19. Jh.), Substantivierung von entlehntem lat. praedicātum, Part. Perf. Neutr. von lat. praedicāre ‘öffentlich ausrufen, verkündigen, bekanntmachen, laut (aus)sagen, äußern’; vgl. lat. dicāre ‘feierlich verkünden’, Intensivum von lat. dīcere ‘sagen, aussprechen, verkünden’. Prädikat als ‘Satzaussage’ (Ende 18. Jh.) geht zurück auf spätlat. (Boethius) praedicātum ‘das vom Subjekt Ausgesagte’. prädikativ Adj. in der Grammatik ‘im oder als Prädikat stehend, zum Prädikat gehörend, aussagend’ (19. Jh.); vgl. lat. praedicātīvus ‘behauptend, bejahend, kategorisch’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aussagekern · Prädikat · ↗Satzaussage
Assoziationen
Synonymgruppe
Gütesiegel · ↗Gütezeichen · Prädikat · ↗Qualitätssiegel · ↗Zertifikat
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Filmbewertungsstelle Prädikat Qualitätswein Staatsexamen Subjekt Verleihung aberkennen adeln anhaften auszeichnen bedachen begehrt bestmöglich eingebaut einstellig gebühren kontradiktorisch lobend schmeichelhaft schmücken verdienen vergeben verleihen verliehen versehen wetteifern zuerkennen zweifelhaft zweitgut

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prädikat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur fünf von 39 Anbietern erhielten dabei das Prädikat "sehr gut".
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2001
Natürlich war auf dieses ebensowenig ausdrücklich verzichtet worden wie auf das adelnde Prädikat.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 684
Zehn Jahre nach dem Tage Null weiß man auch in der Literatur das Prädikat „solide“ wieder zu schätzen.
Die Zeit, 07.04.1955, Nr. 14
Schlechthin kein Prädikat, das uns erst aus dieser irdischen Welt bekannt geworden ist, sei auf ihn anwendbar.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 4683
Dem weitaus größten Teil des beigebrachten Materials kann man das Prädikat einer einprägsamen Leistung nicht versagen.
Ball, Hugo: Der Künstler und die Zeitkrankheit. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1926], S. 1227
Zitationshilfe
„Prädikat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prädikat>, abgerufen am 18.04.2019.

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