Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Prämie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prämie · Nominativ Plural: Prämien
Aussprache 
Worttrennung Prä-mie
Herkunft aus gleichbedeutend praemialat (eigentlich Neutrum Plural) < praemiumlat ‘Vorteil, Auszeichnung, (Ehren-)Preis, Belohnung’, eigentlich ‘die Vorausnahme, das Vorausgenommene’ < prae‑lat ‘vor-, voran-’ (prä-) + emerelat ‘(er)kaufen’
eWDG

Bedeutungen

1.
Zuwendung, Geldzuwendung für eine besondere Leistung
a)
Beispiele:
eine Prämie für den Abschuss von Raubwild
für die Ergreifung des Mörders ist eine Prämie ausgesetzt
eine Prämie auszahlen
Prämien für Gälischsprechen [ BöllIrisches Tagebuch115]
der Denunziant war seiner Prämie sicher [ H. MannZeitalter420]
b)
Sport im Radrennen
Beispiel:
eine Prämie ausschreiben, ausfahren, gewinnen
2.
zusätzliche Vergütung zum Arbeitslohn, die
a)
wird im Sozialismus bei besonderen Leistungen qualitativer oder quantitativer Art aus dem Betriebsprämienfonds gewährt
Beispiele:
er ist von der Betriebsleitung für eine Prämie vorgeschlagen worden
für jmdn. eine Prämie beantragen
der Betrieb hat zum Jahresende viele Prämien ausgeworfen
b)
wird im Kapitalismus im Zusammenhang mit bestimmten Lohnsystemen gezahlt, um ein Höchstmaß an Arbeitsproduktivität zur Steigerung des Profits zu erreichen
3.
Betrag, den der Versicherte der Versicherungsanstalt regelmäßig zu zahlen hat
Beispiele:
die Prämie zahlen, neu festsetzen
die Prämie ist fällig
4.
Zusatzgewinn im Lotto, in der Lotterie
Beispiel:
Prämien in Höhe von 100 Euro fielen auf die Endnummern …
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prämie · prämieren · prämiieren
Prämie f. ‘Zuwendung für eine besonders Leistung, zusätzliche Vergütung zum Arbeitslohn, Versicherungsbeitrag, Zusatzgewinn (im Lotteriespiel o. ä.)’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. praemia, dem als Fem. Sing. aufgefaßten Neutr. Plur. von lat. praemium ‘Vorteil, Auszeichnung, (Ehren)preis, Belohnung’, eigentlich ‘die Vorausnahme, das Vorausgenommene’, aus *prai-emiom; zu lat. emere ‘(er)kaufen’, eigentlich ‘(gegen Bezahlung) nehmen’, und s. prä-. Prämie bezeichnet zuerst die ‘Belohnung für Fleiß und gute Leistungen in der Schule’, auch die ‘Belohnung für eine wissenschaftliche, literarische, künstlerische Leistung’ (16. Jh.), steht dann in der Kaufmannssprache im Sinne von ‘Zugabe, Vergütung, Beitrag, Gebühr’ (17. Jh.). prämieren, prämiieren Vb. ‘jmdn. für eine besondere Leistung mit einer Prämie belohnen, auszeichnen’ (19. Jh.), vgl. spätlat. praemiāre ‘belohnen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Prämie · Zulage · Zuschlag · Zuschuss
Synonymgruppe
Bonus · Provision · Prämie
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Gratifikation · Sondervergütung · Sonderzulage · Sonderzuwendung · Zusatzvergütung  ●  Prämie  Hauptform · Incentive  fachspr., engl., Jargon
Oberbegriffe
Ökonomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Prämie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prämie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Prämie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und weil du ", wandte er sich an Emil," den Mann eingefangen hast, kriegst du die Prämie. [Kästner, Erich: Emil und die Detektive, Hamburg: Dressler 1991 [1928], S. 144]
Irgendeine religiöse Prämie auf ein bestimmtes ökonomisches Verhalten fehlt auch sonst in jeder Richtung völlig. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 228]
Denn wo Erfolge sind, da gibt es auch hohe Prämien. [Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 225]
Hier sollen sie nur mit – allerdings saftigen – Prämien rechnen dürfen. [Die Zeit, 23.01.1998, Nr. 5]
Allein von den Prämien, die nach den Rennen an ihn gezahlt werden, könnte er leben. [Die Zeit, 26.12.1997, Nr. 1]
Zitationshilfe
„Prämie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pr%C3%A4mie>.

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