Präventionsparadoxon, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Präventionsparadoxons · wird nur im Singular verwendet
Aussprache [pʀɛvɛnˈʦi̯oːnspaʀaˌdɔksɔn] · [pʀɛvɛnˈʦi̯oːnspaˌraːdɔksɔn]
Worttrennung Prä-ven-ti-ons-pa-ra-do-xon
Wortzerlegung Prävention Paradoxon
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Themenglossar zur COVID-19-Pandemie.
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

Beispiele:
9.378 Tote ist tatsächlich eine überschaubare Zahl. Dass angesichts dieser Zahl die Vorsorgemaßnahmen von Kritikern als überzogen angesehen werden, nennen Forscher das Präventionsparadoxon. Warnungen verhindern, dass das eintritt, vor dem gewarnt wurde. Und schon empfinden viele, dass die Warnungen – und Reaktionen – übertrieben gewesen seien. [Badische Zeitung, 19.09.2020]
Die Situation in Deutschland bezeichnete [der Virologe Christian] Drosten als »Präventionsparadoxon«. Im Moment sehe man »halbleere Intensivbetten in Deutschland«, weil früh getestet und die Epidemie gestoppt werden konnte. Das habe aber dazu geführt, fährt er fort, dass »die Leute behaupten, wir hätten überreagiert«. Dabei sei Deutschland im internationalen Vergleich gerade wegen der schnellen Maßnahmen bisher vom Schlimmsten verschont geblieben. [Drosten: »Ich erhalte Morddrohungen«, 27.04.2020, aufgerufen am 03.12.2020]
Professor Dr. Volker Pudel: »Es sollte – gemäß des Präventionsparadoxons – nicht von allen gefordert werden, was nicht für alle nützlich ist und nicht allen verboten werden, was nicht für alle schädlich ist.« [Hamburger Abendblatt, 14.10.1999]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Präventionsparadoxon“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pr%C3%A4ventionsparadoxon>.

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