Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Prügel

Grammatik Substantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache [ˈpʀyːgl̩]
Worttrennung Prü-gel
Wortbildung  mit ›Prügel‹ als Erstglied: Prügeljunge · Prügelknabe · Prügelorgie · Prügelpolizist · Prügelstrafe · Prügelszene
 ·  mit ›Prügel‹ als Letztglied: Stockprügel  ·  mit ›Prügel‹ als Grundform: prügeln
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich Schläge
Beispiele:
Prügel bekommen, erhalten, kriegen
Prügel austeilen
eine tüchtige, gehörige, ordentliche Portion Prügel bekommen, einstecken müssen
saloppeine Tracht Prügel beziehen
komm her, oder es gibt, setzt Prügel
jmdm. mit Prügeln drohen
wir hatten beide richtige Prügel verdient, mit so einem Stock [ AndresLiebesschaukel45]
Grammatik: wird auch als Singular angesehen
Beispiel:
die Prügel war verdient
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prügel · prügeln · Prügelknabe
Prügel m. ‘Stock, Knüppel’, Plur. ‘Schläge, Hiebe’, mhd. brügel ‘Stock, Knüppel’ ist mit l-haltigem Suffix für Gerätebezeichnungen gebildet zu mhd. brüge ‘Brettergerüst’. Dies gehört zu dem unter Brücke (s. d., eigentlich ‘Balkenwerk’) behandelten Substantiv. Die heute vorherrschende pluralische Bedeutung ‘Schläge’ entsteht (Anfang 18. Jh.) aus Wendungen wie (den) Prügel geben (17. Jh.), Prügel austeilen (18. Jh.). – prügeln Vb. ‘schlagen’, eigentlich ‘mit einem Prügel schlagen’ (16. Jh.); vgl. ahd. gibrugilōn ‘durch übergelegte Knüppel, Stöcke, Reißig schützend bedecken’, bair. prügeln ‘eine Brücke, einen Weg mit Stammstücken, Knüppeln, Ästen belegen’. Prügelknabe m. ‘Sündenbock, wer Schläge, eine Strafe erhält, die ein anderer verdient hat’ (19. Jh.), auch Prügeljunge, -bube; ehemals als literarische Figur ein Junge einfachen Standes, der gemeinsam mit einem Fürstensohne erzogen wird und die diesem gebührende Strafe erhält.

Typische Verbindungen zu ›Prügel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prügel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Prügel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber als es der Vater entdeckte, da setzte es Prügel. [Ruer, Annemarie: Junge Künstler. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 55]
Und er haut dir nicht sofort eine runter, obwohl du ihn genau da gestört hast, wo er am empfindlichsten ist, nämlich beim Prügeln. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 255]
Er wußte sich aber nicht anders zu helfen als mit Prügeln. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1910]
Das Ergebnis wird am schwarzen Brett ausgehängt, und da bekommt so mancher Professor Prügel. [Die Zeit, 07.11.1997, Nr. 46]
Wenn man boxen kann, kriegt man nicht so leicht Prügel. [Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 23]
Zitationshilfe
„Prügel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pr%C3%BCgel#1>.

Weitere Informationen …

Prügel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Prügels · Nominativ Plural: Prügel
Aussprache  [ˈpʀyːgl̩]
Worttrennung Prü-gel
Wortbildung  mit ›Prügel‹ als Letztglied: Schießprügel  ·  mit ›Prügel‹ als Grundform: prügeln
eWDG

Bedeutung

besonders süddeutsch, österreichisch, schweizerisch besonders zum Schlagen verwendeter Stock, Knüppel
Beispiele:
sie schlugen mit Prügeln aufeinander ein
[er] trug einen derben Prügel in der Hand [ G. KellerGr. Heinrich4,275]
[das Töchterchen] das mit einem Prügel die meterhohen Disteln köpfte [ L. Frank2,193]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichjmdm. Prügel zwischen die Beine werfen (= jmdm. Schwierigkeiten machen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prügel · prügeln · Prügelknabe
Prügel m. ‘Stock, Knüppel’, Plur. ‘Schläge, Hiebe’, mhd. brügel ‘Stock, Knüppel’ ist mit l-haltigem Suffix für Gerätebezeichnungen gebildet zu mhd. brüge ‘Brettergerüst’. Dies gehört zu dem unter Brücke (s. d., eigentlich ‘Balkenwerk’) behandelten Substantiv. Die heute vorherrschende pluralische Bedeutung ‘Schläge’ entsteht (Anfang 18. Jh.) aus Wendungen wie (den) Prügel geben (17. Jh.), Prügel austeilen (18. Jh.). – prügeln Vb. ‘schlagen’, eigentlich ‘mit einem Prügel schlagen’ (16. Jh.); vgl. ahd. gibrugilōn ‘durch übergelegte Knüppel, Stöcke, Reißig schützend bedecken’, bair. prügeln ‘eine Brücke, einen Weg mit Stammstücken, Knüppeln, Ästen belegen’. Prügelknabe m. ‘Sündenbock, wer Schläge, eine Strafe erhält, die ein anderer verdient hat’ (19. Jh.), auch Prügeljunge, -bube; ehemals als literarische Figur ein Junge einfachen Standes, der gemeinsam mit einem Fürstensohne erzogen wird und die diesem gebührende Strafe erhält.

Typische Verbindungen zu ›Prügel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prügel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Prügel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber als es der Vater entdeckte, da setzte es Prügel. [Ruer, Annemarie: Junge Künstler. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 55]
Und er haut dir nicht sofort eine runter, obwohl du ihn genau da gestört hast, wo er am empfindlichsten ist, nämlich beim Prügeln. [Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 255]
Er wußte sich aber nicht anders zu helfen als mit Prügeln. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 01.03.1910]
Das Ergebnis wird am schwarzen Brett ausgehängt, und da bekommt so mancher Professor Prügel. [Die Zeit, 07.11.1997, Nr. 46]
Wenn man boxen kann, kriegt man nicht so leicht Prügel. [Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 23]
Zitationshilfe
„Prügel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pr%C3%BCgel#2>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Prüfzeugnis
Prüfzeichen
Prüfvorschrift
Prüfverfahren
Prüfungswesen
Prügelei
Prügeljunge
Prügelknabe
Prügelorgie
Prügelperser