Pracht, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pracht · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Pracht‹ als Erstglied: ↗Prachtaufzug · ↗Prachtausgabe · ↗Prachtband · ↗Prachtbarbe · ↗Prachtbau · ↗Prachtbeleuchtung · ↗Prachtbibel · ↗Prachtbrücke · ↗Prachtdruck · ↗Prachteinband · ↗Prachtentfaltung · ↗Prachtexemplar · ↗Prachtfink · ↗Prachtgewand · ↗Prachtjunge · ↗Prachtkerl · ↗Prachtkind · ↗Prachtkäfer · ↗Prachtleben · ↗Prachtliebe · ↗Prachtmensch · ↗Prachtmädchen · ↗Prachtmädel · ↗Prachtnelke · ↗Prachtsaal · ↗Prachtstraße · ↗Prachtstück · ↗Prachtweib · ↗Prachtwerk · ↗Zebrabarbe · ↗prachtliebend · ↗prachtvoll · ↗prächtig
 ·  mit ›Pracht‹ als Letztglied: ↗Blumenpracht · ↗Blätterpracht · ↗Blütenpracht · ↗Farbenpracht · ↗Haarpracht · ↗Lockenpracht · ↗Marmorpracht · ↗Sonnenpracht · ↗Winterpracht
eWDG, 1974

Bedeutung

Glanz, Herrlichkeit, strahlende Schönheit im Aussehen, in der Ausstattung einer Sache
Beispiele:
die Pracht eines Schlosses, einer Barockkirche
die verschwenderische, blendende, üppige Pracht der Ausstattung, Gewänder, Farben
die weiße Pracht einer Winterlandschaft
die kalte, steife (= keine Behaglichkeit, Gemütlichkeit verbreitende) Pracht der Räume
die Pracht einer Opernaufführung bestaunen
die Tulpen standen in voller Pracht
die Fürsten entfalteten große Pracht, während das Volk darbte
umgangssprachlich, übertragen
Beispiele:
es war eine wahre Pracht (= war herrlich, großartig), wie er ihm die Meinung sagte
sie ließ ihn abblitzen, dass es eine Pracht war
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pracht · prächtig · prachtvoll
Pracht f. ‘strahlende Schönheit im Aussehen, in der Ausstattung, prunkvoller Glanz, Aufwand’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. braht ‘Lärm, Geschrei, Getöse’, frühnhd. bracht, pracht (mnd. bracht ‘Krach, Lärm, Pracht, Herrlichkeit’, pracht ‘Herrlichkeit’ und nl. pracht ‘Staat, Prunk’ sind aus dem Hd., dän. pragt und schwed. prakt aus dem Mnd. entlehnt). Dazu stellen sich asächs. brahtum ‘Lärm, Gedränge’, aengl. breahtm, bearhtm ‘Schrei, Geräusch’, ohne ableitendes t mhd. brach, mnd. anord. brak ‘Krach, Lärm’, asächs. brakon, anord. braka ‘krachen, lärmen’. Sie führen mit ↗brechen (s. d.) auf ie. *bhreg̑- ‘brechen, krachen’, wozu auch lat. frangere (frāctum) ‘(zer)brechen’, fragor ‘das Zerbrechen, Krachen, Getöse’, suffrāgium ‘Abstimmung, lärmender Beifall’, mir. braigid ‘furzt’, lit. brāškė́ti ‘knistern, knarren knacken’, lett. brākšḳēt ‘dröhnen, krachen’ gehören. Die Form Pracht hat Luther gegenüber Bracht durchgesetzt. Das ursprünglich mask. Geschlecht, noch häufig im 18. Jh., hält sich im Obd., fem. Gebrauch setzt sich vom Omd. aus durch, wo er schon im 14. Jh. gilt. Die ursprüngliche Bedeutung ‘Lärm’ hält sich schriftsprachlich bis ins 16. Jh., doch ist seit der Mitte des 16. Jhs. allein die neue Bedeutung ‘Prunk, Glanz’ üblich, die sich aus Wendungen wie Pracht haben, führen, treiben (bei lauten, glänzenden Aufzügen) entwickelt haben dürfte. prächtig Adj. ‘stattlich, großartig, vortrefflich, sehr schön’, anfangs auch ‘großtuend, hochmütig, stolz’ (16. Jh.). prachtvoll Adj. ‘prächtig’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Aufwand · ↗Luxus · ↗Pomp · Pracht · ↗Wohlstand
Assoziationen
  • noble Gegend · schicke Gegend · teure Gegend  ●  teures Pflaster  ugs.
  • Grand Hotel · ↗Grandhotel  ●  ↗Luxushotel  ugs.
Synonymgruppe
Gepränge · ↗Glanz · ↗Herrlichkeit · ↗Pomp · Pracht · ↗Prachtentfaltung · ↗Protz · ↗Prunk
Assoziationen
Synonymgruppe
Herrlichkeit · Pracht · ↗Ruhm  ●  Glanz und Gloria  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abglanz Glanz Herrlichkeit Pomp Prunk Zeremoniell barock bewundern blühend bunt einstig entfalten erahnen erblühen erstrahlen funkelnd fürstlich glitzernd höfisch kalt kolonial märchenhaft orientalisch prall verblichen verschwenderisch voll weiß wiedererstehen üppig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pracht‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Sänger schlendert, nein, er schreitet über die Bretter, als wolle er sich betont gemessen von soviel glamouröser Pracht distanzieren.
Der Tagesspiegel, 27.06.1999
Jetzt wollten sie die neue Pracht mit eigenen Augen sehen.
Bild, 21.07.1998
Was gäbe ich dafür, einmal durch diese Pracht zu streichen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 269
In einigen dieser Tänze zeigt sich die Kraft in ihrer vollen Pracht.
Donostia, P. José Antonio de: Basken. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 20839
Gerade vor dem Dorf mit unzerstörter Kirche wogt ein gelbes Feld in üppiger Pracht.
Brief von Franz Drathen vom 28.05.1917. In: Witkop, Philipp (Hg.), Kriegsbriefe gefallener Studenten, München: Müller 1928 [1917], S. 295
Zitationshilfe
„Pracht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pracht>, abgerufen am 23.10.2019.

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