Pragmatik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pragmatik · Nominativ Plural: Pragmatiken
Aussprache
WorttrennungPrag-ma-tik
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungpragmatisch-ik
Wortbildung mit ›Pragmatik‹ als Erstglied: ↗Pragmatiker  ·  mit ›Pragmatik‹ als Letztglied: ↗Dienstpragmatik · ↗Sprachpragmatik · ↗Transzendentalpragmatik
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Sinn für Tatsachen, Orientierung auf das, was nützt
Beispiel:
in der Politik bei aller Pragmatik an Grundsätzen festhalten
2.
Teilgebiet der Semiotik, das die Beziehungen zwischen Zeichen und dem Menschen zum Gegenstand hat
Grammatik: nur im Singular
3.
österreichisch Dienstordnung für Beamte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

pragmatisch · Pragmatik
pragmatisch Adj. ‘auf das Handeln, auf Tatsachen bezogen, dem praktischen Nutzen dienend, sachlich, fach-, geschäftskundig’, entlehnt (17. Jh.) aus lat. prāgmaticus, griech. prāgmatikós (πραγματικός) ‘zweckmäßig, in Geschäften tüchtig, (in Staatsgeschäften, Kriegsdingen) erfahren, geschickt’. Zugrunde liegt griech. prā́gma, Genitiv prā́gmatos (πρᾶγμα, πράγματος) ‘durchgeführte Tat, das Handeln, Tätigkeit’, Plur. tá prā́gmata (τὰ πράγματα) ‘Staatsangelegenheiten’, zu griech. prā́ssein, (att.) prā́ttein (πράσσειν, πράττειν) ‘durchdringen, zu Ende kommen, betreiben, vollbringen, tun’. Pragmatik f. ‘Sachkunde, Sinn für Tatsachen, Orientierung auf das Nützliche’, öst. auch ‘Dienstordnung für Beamte’ (19. Jh.), nach griech. prāgmatikḗ (téchnē) (πραγματικὴ τέχνη) ‘Kunst, richtig zu handeln’. In der Sprachwissenschaft (nach engl. pragmatics) Teilgebiet der Semiotik, das die Beziehungen zwischen Zeichen und Zeichenbenutzer zum Gegenstand hat (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Pragmatik · ↗Pragmatismus · ↗Sachbezogenheit
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ideologie Mischung Semantik Theorie empirisch formal linguistisch normativ Ästhetik

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pragmatik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wissenschaftstheoretischer Ort der Analyse hätte vielmehr eine kommunikative Pragmatik zu sein.
Kursbuch, 1971, Bd. 24
Nur selten findet er eine strukturelle Analyse in gleicherweise durch die äußere Pragmatik bestätigt.
Heuß, Alfred: Herrschaft und Freiheit im griechisch-römischen Altertum. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1965], S. 25426
Lieber pflegt er eine fröhliche, außerordentlich weltzugewandte und besonders gern politisch inkorrekte Pragmatik.
Die Welt, 13.09.2004
Immerhin wurde die Pragmatik durch Kunst angereichert, vor allem bei den Toren.
Süddeutsche Zeitung, 28.04.2003
Die Kategorie des »Geschichtlichen« in diesem Sinn schließt natürlich nicht aus, daß das Feld der »Entscheidungen« nicht auf eine enge Pragmatik beschränkt wird.
Heuß, Alfred: Einleitung. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 21733
Zitationshilfe
„Pragmatik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pragmatik>, abgerufen am 18.11.2019.

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