Pranke, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pranke · Nominativ Plural: Pranken
Aussprache
WorttrennungPran-ke (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Pranke‹ als Erstglied: ↗Prankenhieb · ↗Prankenschlag
eWDG, 1974

Bedeutung

Vordertatze, besonders von großen Raubtieren
Beispiel:
[der] Tiger, der ... dem Elefanten die Pranke in den Rüssel schlug [St. ZweigNovellen2,26]
umgangssprachlich, scherzhaft, übertragen große, starke Hand
Beispiele:
er hat gewaltige, mächtige Pranken
er gab ihm zum Abschied seine starke Pranke
er hieb seinem Freund seine Pranke auf die Schulter
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Pranke f. ‘Vordertatze eines großen Raubtieres’, übertragen ‘große, starke Hand’. Mhd. pranke ‘Tatze des Bären’ (nach 1300 bei dem Tiroler Heinrich v. Burgeis) ist nach Öhmann in: Zs. f. Mundartforsch. 20 (1951/52) 96 aus dem Südroman. entlehnt, vgl. ital. branca, rumän. brîncǎ, engadin. braunka ‘Pfote, Klaue, Hand’ (und mit anderer Bedeutungsentwicklung afrz. frz. branche, aprov. branca ‘Zweig, Ast’), dem spätlat. branca ‘Pfote, Tatze’ (gall. bzw. kelt. Ursprungs?) vorausgeht. Als Jägerwort verbreitet sich das Substantiv im Nhd.

Thesaurus

Synonymgruppe
Klaue · ↗Pfote · Pranke · ↗Tatze
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Greifhand · ↗Hand  ●  ↗Flosse  ugs. · ↗Kralle  ugs. · ↗Pfote  derb · Pranke  derb
Oberbegriffe
Assoziationen
  • CTS · Carpaltunnelsyndrom · KTS · Karpaltunnelsyndrom · Medianuskompressionssyndrom  ●  Brachialgia paraesthetica nocturna  fachspr.
  • Schweißhand  ●  Hyperhidrosis palmaris  fachspr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abdruck Ball Bär Hieb Kerl Löwe Schlag Schulter Tiger ausfahren ausstrecken befreien drücken einschlagen erheben gewaltig hauen heben kräftig legen link mächtig packen recht riesig schlagen schwielig schütteln spüren zuschlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pranke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da packt der die Pranke aus, und dann liegst du in der Ecke.
Süddeutsche Zeitung, 10.08.1996
Fauchend schlägt er mit der gespreizten Pranke nach seinen Gegnern.
o. A.: Die Pavianmänner greifen ein. In: Tierfreund, 01.03.1985, S. 9
Eine schwielige Pranke griff zu und legte sich auf ihren offenen Mund.
Dark, Jason [d.i. Rellergrad, Helmut]: Die Skelett-Vampire, Bergisch Gladbach: Bastei 1992 [1978], S. 17
Er streckt beide Hände aus und mit jeder seiner Pranken fährt er zärtlich über einen Mädchenkopf.
Kästner, Erich: Das doppelte Lottchen, Hamburg: Dressler 1996 [1949], S. 140
Glücklicherweise gelang es ihm nicht, die Angelschnur in seine Pranken zu bekommen.
Hagenbeck, John u. Ottmann, Victor: Südasiatische Fahrten und Abenteuer, Dresden: Deutsche Buchwerkstätten 1924 [1924], S. 87
Zitationshilfe
„Pranke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pranke>, abgerufen am 15.10.2019.

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