Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Predigt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Predigt · Nominativ Plural: Predigten
Aussprache 
Worttrennung Pre-digt
Wortbildung  mit ›Predigt‹ als Erstglied: Predigtamt · Predigtbuch · Predigtentwurf · Predigtgottesdienst · Predigtsammlung · Predigtstuhl · Predigttext · predigtartig
 ·  mit ›Predigt‹ als Letztglied: Bergpredigt · Bußpredigt · Fastenpredigt · Feld-Wald-und-Wiesen-Predigt · Festpredigt · Gardinenpredigt · Gastpredigt · Grabpredigt · Hasspredigt · Leichenpredigt · Moralpredigt · Osterpredigt · Pfingstpredigt · Sonntagspredigt · Strafpredigt · Weihnachtspredigt
eWDG

Bedeutungen

1.
meist von der Kanzel herab gehaltene Ansprache des Geistlichen im Gottesdienst über ein biblisches Thema
Beispiele:
eine gute, fesselnde, kurze, erbauliche, langweilige Predigt
eine Predigt halten, (an)hören, ausarbeiten
der Pfarrer hält eine Predigt über einen Psalm
2.
abwertend jmdm. eine Predigt haltenjmdm. Vorhaltungen machen
Beispiele:
der Lehrer hielt der Klasse wegen ihres schlechten Betragens eine lange, eindringliche Predigt
umgangssprachlichverschone mich mit deinen Predigten!
Die endlosen Predigten seiner Frau ließ er gewöhnlich wortlos über sich ergehen [ G. Hauptm.4,30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

predigen · Prediger · Predigt
predigen Vb. ‘christliche Lehre in der Kirche bzw. vor der Gemeinde öffentlich verkünden und auslegen’, ahd. predigōn (8. Jh.), mhd. predigen, bredigen, mnd. pred(d)eken, prediken, mnl. prēdiken, nl. prediken, aengl. prēdician sind entlehnt aus lat. praedicāre ‘öffentlich ausrufen, verkündigen, bekanntmachen, laut (aus)sagen, äußern’, kirchenlat. ‘das Wort Gottes verkünden, auslegen’; vgl. lat. dicāre ‘feierlich verkünden’, Intensivbildung zu lat. dīcere ‘sagen, (aus)sprechen, verkünden’. Prediger m. ‘Verkünder des göttlichen Wortes’, ahd. predigāri (9. Jh.), mhd. predigære, bredigære, mnd. predeker. Predigt f. ‘Verkündigung, Auslegung der christlichen Lehre’, ahd. prediga (9. Jh.), mhd. predige, bredige, mnd. predikie, möglicherweise Rückbildung aus dem Verb. Danach frühnhd. Predig und Predigt, entweder mit unorganischem oder unter dem Einfluß von kirchenlat. praedicātio ‘Predigt, Offenbarung, Prophezeiung’, lat. ‘öffentliche Bekanntmachung, Rühmen, Lobpreisen’, Verbalsubstantiv zu lat. praedicāre, entstandenem -t, vgl. mhd. bredigāt(e), predigāt(e).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kanzelrede · Kanzelwort · Predigt · Sermon
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Predigt‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Predigt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Predigt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit offenen Augen hörte die Nacht diese merkwürdige Predigt gegen den Tod. [Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 150]
In diese Leere der römischen Welt ertönt die jüdisch‑christliche Predigt. [Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie, München: Matthes und Seitz, 1991 [1947], S. 52]
In der Tat ist schon in der alttestamentlichen Predigt vom seligen Gottesreich diese Richtung auf das Soziale deutlich zu erkennen. [Pöhlmann, Robert von: Geschichte der sozialen Frage und des Sozialismus in der antiken Welt - Zweites Buch. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 14903]
Predigt doch hier im Herzen des alten deutschen Reiches jeder Ort, schier jeder Stein Geschichte. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 01.03.1916]
Hoffentlich ist diese kleine Predigt nicht nur auf taube Ohren gestoßen! [Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 245]
Zitationshilfe
„Predigt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Predigt>.

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