Predigt, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Predigt · Nominativ Plural: Predigten
Aussprache 
Worttrennung Pre-digt
Wortbildung  mit ›Predigt‹ als Erstglied: ↗Predigtamt · ↗Predigtstuhl · ↗predigtartig
 ·  mit ›Predigt‹ als Letztglied: ↗Bergpredigt · ↗Bußpredigt · ↗Fastenpredigt · ↗Feld-Wald-und-Wiesen-Predigt · ↗Festpredigt · ↗Gardinenpredigt · ↗Gastpredigt · ↗Grabpredigt · ↗Hasspredigt · ↗Leichenpredigt · ↗Moralpredigt · ↗Osterpredigt · ↗Pfingstpredigt · ↗Sonntagspredigt · ↗Strafpredigt · ↗Weihnachtspredigt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
meist von der Kanzel herab gehaltene Ansprache des Geistlichen im Gottesdienst über ein biblisches Thema
Beispiele:
eine gute, fesselnde, kurze, erbauliche, langweilige Predigt
eine Predigt halten, (an)hören, ausarbeiten
der Pfarrer hält eine Predigt über einen Psalm
2.
abwertend jmdm. eine Predigt haltenjmdm. Vorhaltungen machen
Beispiele:
der Lehrer hielt der Klasse wegen ihres schlechten Betragens eine lange, eindringliche Predigt
umgangssprachlichverschone mich mit deinen Predigten!
Die endlosen Predigten seiner Frau ließ er gewöhnlich wortlos über sich ergehen [G. Hauptm.4,30]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

predigen · Prediger · Predigt
predigen Vb. ‘christliche Lehre in der Kirche bzw. vor der Gemeinde öffentlich verkünden und auslegen’, ahd. predigōn (8. Jh.), mhd. predigen, bredigen, mnd. pred(d)eken, prediken, mnl. prēdiken, nl. prediken, aengl. prēdician sind entlehnt aus lat. praedicāre ‘öffentlich ausrufen, verkündigen, bekanntmachen, laut (aus)sagen, äußern’, kirchenlat. ‘das Wort Gottes verkünden, auslegen’; vgl. lat. dicāre ‘feierlich verkünden’, Intensivbildung zu lat. dīcere ‘sagen, (aus)sprechen, verkünden’. Prediger m. ‘Verkünder des göttlichen Wortes’, ahd. predigāri (9. Jh.), mhd. predigære, bredigære, mnd. predeker. Predigt f. ‘Verkündigung, Auslegung der christlichen Lehre’, ahd. prediga (9. Jh.), mhd. predige, bredige, mnd. predikie, möglicherweise Rückbildung aus dem Verb. Danach frühnhd. Predig und Predigt, entweder mit unorganischem oder unter dem Einfluß von kirchenlat. praedicātio ‘Predigt, Offenbarung, Prophezeiung’, lat. ‘öffentliche Bekanntmachung, Rühmen, Lobpreisen’, Verbalsubstantiv zu lat. praedicāre, entstandenem -t, vgl. mhd. bredigāt(e), predigāt(e).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kanzelrede · ↗Kanzelwort · Predigt · ↗Sermon
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Predigt‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Predigt‹.

Verwendungsbeispiele für ›Predigt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An die Stelle von Predigten in fernen Ländern trat für lange Zeit das Unterrichten.
Der Tagesspiegel, 26.10.2000
Die Predigt haben wir gehört, jetzt können wir ja nach Hause gehen.
Süddeutsche Zeitung, 07.07.1997
Sie suchten an dem finanziellen Erfolg direkt beteiligt zu werden, andernfalls verboten sie die Predigt des Ablasses.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 30683
Predigten die Rede ist, scheint er gleichzeitig Priester gewesen zu sein.
Reaney, Gilbert: Johannes de Grocheo. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1958], S. 37136
Auch buchhändlerisch vermochten sich die Predigten seines theologischen Gegners nicht durchzusetzen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1936, S. 397
Zitationshilfe
„Predigt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Predigt>, abgerufen am 12.07.2020.

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