Pressefreiheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungPres-se-frei-heit (computergeneriert)
WortzerlegungPresse2Freiheit
eWDG, 1974

Bedeutung

Grundrecht der Presse, Informationen zu beschaffen und zu verbreiten und jegliche Meinung frei zu äußern
Beispiel:
Pressefreiheit fordern, verkünden, garantieren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Presse · Pressefreiheit
Presse f. ‘Gerät zum Ausdrücken von Saft, Öl, typographische Druckmaschine, Gesamtheit der Zeitungen und Zeitschriften’. Aus einem zu lat. premere (pressum) ‘drücken, pressen, bedrängen’ und dem Intensivum lat. pressāre ‘drücken’ (s. ↗pressen) gebildeten lat. pressōrius ‘zum Ausdrücken, zum Keltern dienlich’ entsteht das substantivierte Neutrum spätlat. pressōrium ‘Presse, Kelter’ (vgl. daraus hervorgegangenes afrz. frz. pressoir ‘Kelter’); aus dieser lat. Form (mit Suffixwechsel?) ist ahd. pressāri, fressāri ‘Kelter’ (9. Jh.) entlehnt. Daneben steht ein (wohl schon im Spätlat. entstandenes) mlat. pressa ‘Gewalt, Druck, Ungestüm’, das afrz. presse ‘Gedränge, Menge’ und ‘Presse, Kelter’ ergibt. Mlat. pressa wird entlehnt als ahd. fressa ‘Bedrängnis’ (11. Jh., unter Einfluß von lat. pressūra ‘das Drücken, Pressen des Weins, Öls’, spätlat. ‘Bedrängnis’) und ‘Presse, Kelter’ (unter Einfluß von älterem fressāri, s. oben) sowie ahd. pressa ‘Kelter’ (Hs. 12. Jh.), mhd. frühnhd. presse ‘Weinpresse, Kelter’ und (wohl nach afrz. presse, im Nhd. nur noch mundartlich) ‘Schar, Gedränge’. Anfang des 16. Jh. bezeichnet das Substantiv im Dt. und im Frz. auch die Presse der Buchdrucker und wird von daher übertragen zu ‘Gesamtheit der Druckerzeugnisse’; es ist dann besonders für ‘Gesamtheit der Zeitungen und Zeitschriften’ (im Dt. Mitte 18. Jh.), schließlich überhaupt für ‘Zeitungswesen’ (Mitte 19. Jh.) gebräuchlich. Pressefreiheit f. (20. Jh.), zuvor Preßfreiheit (2. Hälfte 18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwägung Aushöhlung Beschneidung Beschränkung Bürgerrecht Eingriff Einschränkung Gewaltenteilung Grundrecht Informantenschutz Mehrparteiensystem Meinungsfreiheit Meinungsvielfalt Meinungsäußerung Menschenrecht OSZE-Beauftragte Persönlichkeitsrecht Persönlichkeitsschutz Presserecht Rangliste Rechtsstaatlichkeit Redefreiheit Studienkreis Unterdrückung Versammlungsfreiheit beschneiden eingeschränkt einschränken garantiert geschützt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pressefreiheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hat viel zu tun, denn die Pressefreiheit gilt nicht viel in dem vergessenen Land.
Der Tagesspiegel, 17.06.2003
Die zu große Pressefreiheit ist ein Problem in diesem Land.
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2002
Da hat man uns als eines der wichtigsten demokratischen Rechte die Pressefreiheit gewährt.
Die Zeit, 06.05.1948, Nr. 19
In den nächsten Tagen erklärte er die Religionsfreiheit und die Pressefreiheit.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 140
Pressefreiheit gab es nicht mehr, ebensowenig wie in Rußland, ebensowenig war keine Versammlung möglich.
o. A.: Einhundertvierundsechzigster Tag. Mittwoch, 26. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 11739
Zitationshilfe
„Pressefreiheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pressefreiheit>, abgerufen am 13.11.2018.

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