Pressekritik, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Pressekritik · Nominativ Plural: Pressekritiken
Worttrennung Pres-se-kri-tik
Wortzerlegung Presse2Kritik
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
in einer Zeitung publizierte kritische Auseinandersetzung mit Werken der Kunst, Technik o. Ä.
Synonym zu Medienkritik (2)
Beispiele:
Vergessen sind die Zeiten, da Pressekritiken die Sänger und den Regisseur mit Lob oder Tadel bedachten, die Instrumentalisten aber mit keiner Silbe erwähnten. [Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2014]
Dabei scheint mir die Pressekritik an unserer Idee, wirklich schneller und intensiver zu arbeiten, doch eher nicht logisch. [Roberts Blog, 25.07.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Wer sich an Brasilien erinnert, der weiß: Erst die heftige Pressekritik nach dem Achtelfinale gegen Algerien und Per Mertesackers trotzige Wat‑wolln’se‑eigentlich‑Rede haben die Mannschaft zu jener Einheit zusammengeschweißt, die die Nation glücklich machen konnte. [Süddeutsche Zeitung, 30.06.2016]
Andererseits übt die unmittelbare Reaktion auf das Werk eines Schriftstellers – Publikumserfolg, Pressekritik, Literaturpreise und so weiter – einen gewissen Einfluß auf seine weiteren Bemühungen aus, und zwar nicht nur auf die Wahl der Stoffe und Probleme, sondern, in vielen Fällen, auch der Formen und Stile. [Die Zeit, 16.02.2006, Nr. 08]
Die Pressekritik an seiner Person nannte [der italienische Ministerpräsident] Berlusconi eine »systematische Diffamierungskampagne«. [Die Welt, 12.05.2001]
2.
Kritik an der Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit der Berichterstattung in der Presse
Grammatik: nur im Singular
Synonym zu Medienkritik (1)
Beispiele:
Anderseits ist nicht zu übersehen, dass einige Blogs publizistisches Profil gewonnen haben und das Medienangebot erweitern. Die Pressekritik der Blogger erfüllt mittlerweile wichtige Kontrollaufgaben, die von den etablierten Medien ignoriert werden. [Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2006]
Die Initiatoren sind alle völlig frei von inneren Antrieben oder Tendenzen, weder wirtschaftlich noch politisch, dazu sind sie viel zu sehr mit ihren Fragestellungen und Diskussionsthemen beschäftigt. […] Was das Ganze meiner Ansicht nach zu den wenigen wirklich korruptionsfreien und unkorrumpierbaren Medien macht, die wir haben. Was bitte nicht als Seitenhieb oder stereotypische Pressekritik misszuverstehen ist. [FASSETTE, 04.07.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Schon tags darauf zeigten Teilnehmer der […]Proteste wieder Schilder mit der Parole »Wahrheit statt Lügenpresse« und erinnerten so daran, dass in Deutschland die Medienverdrossenheit in Medienverachtung umgekippt ist. Was bisher aufs Internet beschränkt war und reisserische Pressekritik in Bestsellern wie »Gekaufte Journalisten« befeuert, ist in Dresden und anderswo zu einem Mobilisierungsmotiv für Strassenprotest geworden. [Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2015]
»Kritik in Festung« [ein Theaterstück] will alles und nichts; es will mit hohem philosophischen Anspruch kommunizierend Kommunikation untersuchen, klopft sich ständig selbst auf die Schulter für seinen Mut und verfällt im nächsten Augenblick in platt‑kabarettistische Pressekritik. [Die Zeit, 29.10.1993, Nr. 44]
Schule müsse »auch systematische Kritikerziehung betreiben«, und zwar durch »Informationskritik, Medienkritik, Pressekritik, Sprachkritik«. [Die Zeit, 13.04.1973, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Pressekritik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pressekritik>, abgerufen am 22.10.2020.

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