Prise, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prise · Nominativ Plural: Prisen
Aussprache
WorttrennungPri-se
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

kleine Menge, besonders von Gewürzen oder Schnupftabak, die man mit zwei bis drei Fingern greifen kann
Beispiele:
eine Prise Salz, Pfeffer, Zucker
eine Prise (Tabak) nehmen, schnupfen
er nahm bedächtig, verstohlen eine Prise aus der Tabaksdose
Wieviel, um alles in der Welt, ist eine Prise? [KästnerLottchen68]
übertragen Kleinigkeit, ein bisschen
Beispiele:
eine Prise Ironie, Frechheit
das war eine Prise zuviel
Jetzt würde Emma hin und her ein Prischen Rat benötigen [StrittmatterBienkopp135]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prise · Reprise
Prise f. ‘kleine Menge von pulvriger oder feinkörniger Substanz, im Seekrieg aufgebrachtes Handelsschiff oder auf diesem befördertes Handelsgut, Beute’ (bis ins 17. Jh. oft diphthongiert Preis, Preise), Übernahme von afrz. frz. prise ‘das (Weg)genommene, Ergriffene, Beute, Fang’, mfrz. frz. auch ‘kleine (mit den Fingern ergriffene) Menge, Dosis (von Medikamenten, Schnupftabak)’, zunächst (seit 1. Hälfte 15. Jh.) ‘Plünderung, Beute’, vor allem in Fügungen wie preis sein, werden, machen (s. ↗preisgeben), dann (wie mnd. prīs, prīse ‘genommene Schiffe, Beute’) speziell für ‘aufgebrachtes feindliches Schiff, Kriegsbeute’ (Mitte 16. Jh.), später allgemein ‘kleine Menge’ von Schnupftabak, Gewürz (Anfang 18. Jh.). Afrz. frz. prise ist die fem. Form des substantivierten Part. Perf. von afrz. frz. prendre ‘nehmen, (er)greifen’, aus lat. prehendere, kontrahiert prēndere ‘(an)fassen, (an-, er)greifen, nehmen’. Reprise f. ‘Zurückeroberung (im Seekrieg), Wiederaufnahme (eines Bühnenstücks), zu wiederholender Teil (eines Musikstücks)’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. reprise, zu frz. reprendre ‘wieder nehmen, zurücknehmen, wieder aufnehmen’, aus lat. reprehendere (s. ↗Repressalie).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Quäntchen · ↗(ein) bisschen · (ein) klein wenig · (ein) kleines bisschen · ↗(eine) Idee · ↗(eine) Spur · (eine) geringe Menge · (eine) kleine Menge  ●  (eine) Prise  auch figurativ · 'n bissken  ugs., ruhrdt. · (a) bissle  ugs., schwäbisch · (ein) Fitzel(chen)  ugs. · ↗(ein) Funken  ugs. · (ein) Hauch von (lit.)  geh. · ↗(ein) My  ugs. · (ein) Mü  ugs. · ↗(ein) Schuss  ugs. · ↗(ein) Spritzer  ugs. · (ein) Tacken  ugs. · ↗(ein) Tick  ugs. · ↗(ein) bissel  ugs. · (ein) bisserl  ugs., süddt. · (ein) büschen  ugs., norddeutsch · (ein) klein bisschen  ugs. · (ein) paar Brocken (von einer Fremdsprache)  ugs. · ↗(eine) Kleinigkeit  ugs. · ein wenig  geh. · ↗etwas  ugs. · wat  ugs., ruhrdt., salopp
Oberbegriffe
Assoziationen
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · ein Stück weit · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · ↗teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform
  • (ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · ↗Hauch (von) · Prise · ↗Quäntchen · ↗Schleier · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.
Synonymgruppe
Beute · ↗Beutegut · ↗Kriegsbeute · Plündergut · ↗Raubgut  ●  Prise  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (das) Plündern erlauben · (den) Plünderern überlassen · zur Plünderung freigeben
Synonymgruppe
(ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · ↗Hauch (von) · Prise · ↗Quäntchen · ↗Schleier · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eigelb Eiweiß Eßlöffel Humor Ingwer Ironie Muskat Pfeffer Prise Salz Sarkasmus Selbstironie Spritzer Teelöffel Vanillezucker Zimt Zitrone Zitronenschal Zucker abschmecken beimischen deftig dosiert einstreuen gehörig hinzugeben schnupfen verrühren wohldosiert würzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prise‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Prise Salz kommt hinzu, und dann dürfen die roten Scheiben zugedeckt gar werden.
Die Zeit, 18.08.2006, Nr. 34
Ein anderes Mal beginnt man dagegen mit einer kräftigen Prise Salz.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2000
Nun verhandelte die Versicherung mit dem Reich wegen einer Prise.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 123
Man läßt den Reis mit einer Prise Salz in der Milch langsam ausquellen.
Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 50
Die Eiweiß zusammen mit 1 Prise Salz steif schlagen und unter die Krem ziehen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 164
Zitationshilfe
„Prise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prise#1>, abgerufen am 16.06.2019.

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Prise, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Prise · Nominativ Plural: Prisen
Aussprache
WorttrennungPri-se (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1974

Bedeutung

im Seekrieg aufgebrachtes feindliches oder neutrales Handelsschiff oder auf diesem befördertes Handelsgut
Beispiel:
eine Prise aufbringen, zerstören, versenken
übertragen Beute
Beispiele:
etw. für gute Prise erklären, als (gute) Prise beschlagnahmen
Ich nahm die Büchlein als gute Prise für meine kriminalistische Bibliothek [KischMarktplatz217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Prise · Reprise
Prise f. ‘kleine Menge von pulvriger oder feinkörniger Substanz, im Seekrieg aufgebrachtes Handelsschiff oder auf diesem befördertes Handelsgut, Beute’ (bis ins 17. Jh. oft diphthongiert Preis, Preise), Übernahme von afrz. frz. prise ‘das (Weg)genommene, Ergriffene, Beute, Fang’, mfrz. frz. auch ‘kleine (mit den Fingern ergriffene) Menge, Dosis (von Medikamenten, Schnupftabak)’, zunächst (seit 1. Hälfte 15. Jh.) ‘Plünderung, Beute’, vor allem in Fügungen wie preis sein, werden, machen (s. ↗preisgeben), dann (wie mnd. prīs, prīse ‘genommene Schiffe, Beute’) speziell für ‘aufgebrachtes feindliches Schiff, Kriegsbeute’ (Mitte 16. Jh.), später allgemein ‘kleine Menge’ von Schnupftabak, Gewürz (Anfang 18. Jh.). Afrz. frz. prise ist die fem. Form des substantivierten Part. Perf. von afrz. frz. prendre ‘nehmen, (er)greifen’, aus lat. prehendere, kontrahiert prēndere ‘(an)fassen, (an-, er)greifen, nehmen’. Reprise f. ‘Zurückeroberung (im Seekrieg), Wiederaufnahme (eines Bühnenstücks), zu wiederholender Teil (eines Musikstücks)’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. reprise, zu frz. reprendre ‘wieder nehmen, zurücknehmen, wieder aufnehmen’, aus lat. reprehendere (s. ↗Repressalie).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Quäntchen · ↗(ein) bisschen · (ein) klein wenig · (ein) kleines bisschen · ↗(eine) Idee · ↗(eine) Spur · (eine) geringe Menge · (eine) kleine Menge  ●  (eine) Prise  auch figurativ · 'n bissken  ugs., ruhrdt. · (a) bissle  ugs., schwäbisch · (ein) Fitzel(chen)  ugs. · ↗(ein) Funken  ugs. · (ein) Hauch von (lit.)  geh. · ↗(ein) My  ugs. · (ein) Mü  ugs. · ↗(ein) Schuss  ugs. · ↗(ein) Spritzer  ugs. · (ein) Tacken  ugs. · ↗(ein) Tick  ugs. · ↗(ein) bissel  ugs. · (ein) bisserl  ugs., süddt. · (ein) büschen  ugs., norddeutsch · (ein) klein bisschen  ugs. · (ein) paar Brocken (von einer Fremdsprache)  ugs. · ↗(eine) Kleinigkeit  ugs. · ein wenig  geh. · ↗etwas  ugs. · wat  ugs., ruhrdt., salopp
Oberbegriffe
Assoziationen
  • bis zu einem gewissen Grad(e) · ein Stück weit · in gewissem Maß(e) · in gewissem Rahmen · in gewissem Umfang · ↗teilweise · zum Teil  ●  in gewisser Hinsicht  Hauptform
  • (ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · ↗Hauch (von) · Prise · ↗Quäntchen · ↗Schleier · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.
Synonymgruppe
Beute · ↗Beutegut · ↗Kriegsbeute · Plündergut · ↗Raubgut  ●  Prise  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (das) Plündern erlauben · (den) Plünderern überlassen · zur Plünderung freigeben
Synonymgruppe
(ein) Etwas (von) · (ein) Stich (in) · (eine) Andeutung (von) · ↗Anflug · ↗Hauch (von) · Prise · ↗Quäntchen · ↗Schleier · ↗Spur · ↗Winzigkeit  ●  (ein) Nichts von  fig. · ↗Touch  engl. · ↗Tick (von)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eigelb Eiweiß Eßlöffel Humor Ingwer Ironie Muskat Pfeffer Prise Salz Sarkasmus Selbstironie Spritzer Teelöffel Vanillezucker Zimt Zitrone Zitronenschal Zucker abschmecken beimischen deftig dosiert einstreuen gehörig hinzugeben schnupfen verrühren wohldosiert würzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Prise‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Prise Salz kommt hinzu, und dann dürfen die roten Scheiben zugedeckt gar werden.
Die Zeit, 18.08.2006, Nr. 34
Ein anderes Mal beginnt man dagegen mit einer kräftigen Prise Salz.
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2000
Nun verhandelte die Versicherung mit dem Reich wegen einer Prise.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 123
Man läßt den Reis mit einer Prise Salz in der Milch langsam ausquellen.
Bommer, Sigwald u. Lotzin-Bommer, Lisa: Getreidegerichte aus vollem Korn - gesund, kräftig, billig!, Krailing bei München: Müller 1957 [1941], S. 50
Die Eiweiß zusammen mit 1 Prise Salz steif schlagen und unter die Krem ziehen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 164
Zitationshilfe
„Prise“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Prise#2>, abgerufen am 16.06.2019.

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